Kloster Stablo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Abtei
Ruine der Klosterkirche

Kloster Stablo war ein Benediktinerkloster in Stablo (Stavelot) nahe Lüttich im heutigen Belgien. Es war Teil der Reichsabtei Stablo-Malmedy.

Es wurde im Jahr 648 von Remaclus gegründet und während der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts aufgelöst.

Dem damaligen Abt von Solignac, Remaclus, wurde von König Sigibert III. das Recht gewährt, eine Abtei zu gründen. Dieser begründete darauf sogar zwei Klöster auf dem zugewiesenen Terrain: 648 Stablo und 650 Malmedy. Remaclus wurde in Stablo begraben, der Schrein steht inzwischen in der Kirche Saint Sébastien in Stavelot.

Unter den Äbten Odilo (936–954) und Poppo (1020–1048) wurde das Kloster zu einem der wichtigsten Zentren der von Cluny ausgehenden Reformbewegung.

Kaiser Heinrich IV. (11. Jh.) unterstellte Malmedy der Vorherrschaft Stablos.

Stablo und Kloster Malmedy waren seit ihrer Gründung in Personalunion miteinander verbunden und gehörten als Fürstabtei zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. 1795 wurde das Gebiet ein Teil des Ourthe Départements Frankreichs, ab 1796 erfolgte die Säkularisierung der Abteien und Klöster; die Besitzungen der Abtei wurden nach und nach verkauft. Nach dem Wiener Kongress fiel Stavelot an die Niederlande und 1830 an Belgien.

Ehemalige Ausstattung[Bearbeiten]

Die aus dem 11. Jahrhundert stammende Bibel von Stavelot befindet sich im British Library zu London. Das Kopfreliquiar Papst Alexanders I. aus dem 12. Jahrhundert ist zusammen mit dem Staveloter Altarretabel nach Auflösung der Abtei in die Sammlungen der Königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel gelangt. Der Schrein des Hl. Remaclus (13. Jh.) befindet sich heute in der Kirche St. Sebastian in Stavelot, ebenso die Reliquienbüste eines Abtes, hergestellt in späterer Zeit. Die Staurothek aus Stavelot wird heute in der Pierpont Morgan Library in New York verwahrt. Ein Medaillon vom ehemaligen Remaklus-Retabel befindet sich heute im Kunstgewerbemuseum in Berlin, ein zweites im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eberhard Quadflieg: Die Immunität der Abtei Stavelot in Aachen und ihre Aldegundiskirche. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins. Bd. 84/85 (1977/78), S. 783 ff.
  • Pierpont Morgan Library: The Stavelot Triptych. Mosan art and the legend of the True Cross. New York 1980.
  • Lex Bosman: Architektur und Klosterreform. Die Zusammenhänge zwischen Stablo, Brauweiler und St. Maria im Kapitol. In: Zeitschrift des deutschen Vereins für Kunstwissenschaft. Bd. 41 (1988), S. 3–15.
  • Wolfgang Kemp: Substanz wird Form – Form ist Beziehung. Zum Remaklus-Altar der Abtei Stavelot (= Schriften von Wolfgang Kemp. Nr. 10). In: Martin Papenbrock (Hrsg.): Kunst und Sozialgeschichte. Festschrift für Jutta Held. Centaurus, Pfaffenweiler 1995, ISBN 978-3-8255-0000-9, S. 219–234 (Digitalisat).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

50.3936222222225.9316194444444Koordinaten: 50° 23′ 37″ N, 5° 55′ 54″ O