Stavelot

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Stavelot
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Stavelot (Lüttich)
Stavelot
Stavelot
Staat Belgien
Region Wallonien
Provinz Lüttich
Bezirk Verviers
Koordinaten 50° 24′ N, 5° 56′ O50.3941666666675.9288888888889Koordinaten: 50° 24′ N, 5° 56′ O
Fläche 85,07 km²
Einwohner (Stand) 6895 Einw. (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 81 Einw./km²
Postleitzahl 4970
Vorwahl 080
Bürgermeister Thierry de Bournonville (MR-LB)
Adresse der
Kommunalverwaltung
Administration communale
Place Saint Remacle, 32
4970 Stavelot
Webseite www.stavelot.be

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Stavelot (deutsch: Stablo) ist eine Stadt im Osten Belgiens, in der Provinz Lüttich, mit 6895 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012).

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Stavelot liegt in den Ardennen, im Zentrum einer weiten fruchtbaren Ebene, welche von der Amel und dem Eau Rouge durchquert wird, und hat eine Fläche von 8.507 ha.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Abtei

Stavelot ist einer der ältesten Orte Belgiens. Die Gründung des Klosters Stablo durch den Heiligen Remaclus im Auftrag des Hausmeiers Grimoald geht auf das Jahr 648 zurück; das Kloster wurde vom merowingischen Frankenkönig Sigibert III. mit Grundbesitz ausgestattet und gehörte zur Diözese Lüttich. Zusammen mit dem 650 gegründeten Kloster Malmedy (Diözese Köln) bildete Stablo im Spätmittelalter ein reichsunmittelbares Territorium (Reichsabtei Stablo-Malmedy) mit Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat des Heiligen Römischen Reichs; der Klostervorsteher führte den Titel eines Fürstabtes. Die Autonomie des Fürstentums endete während der Französischen Revolution im Jahre 1794. Der Wiener Kongress trennte Stavelot schließlich von der Schwesterstadt und Abtei Malmedy, die Preußen angegliedert wurden. Stavelot wurde dem Vereinigten Königreich der Niederlande zugeschlagen und kam 1830 zum neu gegründeten Belgien. Die Stadt ist vor allem durch die einzigartige maasländische Metall- und Goldschmiedekunst bekannt.

Im Frühjahr und Sommer 1948 fand in Lüttich ein Prozess gegen deutsche Soldaten statt, die eine Woche vor Beginn der Ardennenoffensive am 9. Dezember 1944 als Angehörige der 1. SS-Panzerdivision „Leibstandarte Adolf Hitler“ unter Führung von Joachim Peiper, der einige Tage später auch für das Massaker von Malmedy verantwortlich war, Kriegsverbrechen an belgischen Zivilisten begangen hatten. Der Prozess beruhte auf einer Dokumentation des Justizministeriums in Brüssel vom Mai 1945. Im Kern ging es darum, dass Stavelot hart umkämpft war, da sich hier eine wichtige Brücke befand. Das Verbrechen ist dank der Untersuchung von 1945 gut dokumentiert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Place St. Remacle
  • Die alte Abtei (Ancienne Abbaye) wurde 2002 renoviert, und beherbergt drei Museen:
    • Ein Museum stellt die Geschichte der Reichsfürstabtei dar, mit ausführlicher Darstellung des bedeutenden Abtes Wibald von Stablo
    • Ein Museum widmet sich dem französischen Lyriker Guillaume Apollinaire, der im Sommer 1899 drei für sein Werk bedeutende Monate in Stavelot verbrachte.
    • Ferner ist ein Museum der Rennstrecke von Spa-Francorchamps gewidmet, mit Ausstellung zahlreicher Rennwagen und Motorräder, sowie Dokumenten und Fotos zur Entwicklung der Rennstrecke und den Renn-Höhepunkten.

In regelmäßigen Abständen finden Sonderausstellungen statt. Die Grundmauern der Abtei stammen aus dem 11. Jahrhundert. Die einzelnen Gebäude der Klosteranlage werden durch gläserne Gänge verbunden. Die Abtei steht auf der Liste der 159 Objekte des Kulturerbes von Wallonien.

  • Ruinen der Abteikirche Sankt-Remaklus: Die Ruinen der Abteikirche Sankt-Remaklus im Vorfeld der Abtei. Die Kirche wurde von zwei Bürgern von Stavelot ab 1795 abgetragen, nachdem diese die aufgehobene Kirche von der Revolutions-Regierung gekauft hatten.
  • Kirche Saint Sébastien: mit dem Remaklus-Schrein, welcher ein Zeugnis der einzigartigen maasländischen Goldschmiedekunst ist. In der Kirche befinden sich seit 1268 die Gebeine des Heiligen.
  • Rennstrecke Spa-Francorchamps: mit dem Großen Preis von Belgien
  • Naturschutzgebiet Hohes Venn:
  • Am Place Saint-Remacle befindet sich der sogenannte "Rest" von Stavelot. Hier befinden sich einzigartige Fachwerkhäuser in kleinen Gässchen und ein Perron aus dem Jahre 1769.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Karneval zu Laetare: Der Karneval zu Laetare mit den Blancs-Moussis. 1449 bekommt Stablo einen neuen Abt, dieser untersagt den Mönchen das Mitfastentreiben. Als Zeichen des Protestes ziehen sich die Bürger weiße Kapuzengewänder an, verbergen ihr Gesicht hinter Masken mit langen roten Nasen und ziehen mit Schweinsblasen wedelnd durch die Straßen. Ursprünglich fand das Fest zu Mittfasten in der Woche vor Laetare statt, wurde im 20. Jahrhundert dann aber auf die Tage von Freitag bis Montag um Laetare verlegt.
  • Theater- und Musikfestival: findet jährlich im Mai und Juli statt
  • Wasserfälle von Coo:

Fotos[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Das Weingut Staffelter Hof in Kröv an der Mosel war jahrhundertelang im Besitz der Reichsabtei und leitet seinen Namen von Stavelot ab.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruno Kartheuser, Hg.: Kriegsverbrechen Stavelot, Dezember 1944. -Documentation- Crimes de guerre Stavelot, décembre 1944. Krautgarten, St. Vith 1994[1]

Belege[Bearbeiten]

  1. Vorwort: Arthur Haulot. Kurzbericht vom Lütticher Prozeß 1948. Vollständig zweisprachig. Das Buch reproduziert den 1946 erschienenen Untersuchungsbericht der Kommission des belgischen Justizministeriums über die von der SS in Stavelot und Umgebung begangenen Morde an der Zivilbevölkerung, hier auch in Deutsch. Mit einem Erinnerungsbeitrag von René Roussaux „Gedenksteine und Nachleben“, dessen Eltern sich unter den Ermordeten befanden. Ein kurzer Beitrag berichtet vom Prozeß, der 1948 zehn untergeordnete Angehörige der „Leibstandarte Adolf Hitler“ als Angeklagte vor ein Gericht in Lüttich brachte. 9 wurden verurteilt, einer freigesprochen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stavelot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien