Konzerthausorchester Berlin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Konzerthaus Berlin
Intendant Sebastian Nordmann
Geschäftsführender Direktor Georg Vierthaler


designiert ab 2013 Raphael Graf von Hoensbroech[1]

Konzerthausorchester Berlin
Chefdirigent und Musikdirektor des Konzerthauses Iván Fischer
Ehrendirigent Kurt Sanderling
Erster Gastdirigent Michael Gielen
Ehrenmitglieder Eliahu Inbal, Michael Gielen
Orchestervorstand Markolf Ehrig (Sprecher)
Felix Korinth (Sprecher)
Franziska Haußig, Christoph Kulicke, Ernst-Martin Schmidt
1. Konzertmeister Michael Erxleben,
Michail Sekler,
Sayako Kusaka
Orchesterdirektor Ulf Werner
Adresse Konzerthausorchester Berlin

Konzerthaus Berlin
Gendarmenmarkt
D-10117 Berlin-Mitte

Telefon (030) 20309-2388
Website www.konzerthaus.de
E-Mail orchesterbuero@konzerthaus.de u.werner@konzerthaus.de
Stand Mai 2008

Das Konzerthausorchester Berlin (bis Juli 2006 Berliner Sinfonie-Orchester/BSO) gehört zu den großen Orchestern in Berlin.

Geschichte[Bearbeiten]

1925 wurde als Vorgänger das Berliner Symphonie-Orchester gegründet, das wiederum aus dem Blüthner-Orchester hervorging. Erster Leiter war Oskar Fried, der 1934 emigrieren musste. 1952 wurde das Berliner Sinfonie-Orchester im damaligen Ostteil der Stadt wiedergegründet und erwarb sich bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren unter der Leitung von Kurt Sanderling internationale Anerkennung. Dies muss besonders hervorgehoben werden, weil durch den Mauerbau am 13. August 1961 rund zwei Drittel der in West-Berlin wohnenden Musiker nicht mehr zur Verfügung standen und notgedrungen durch Musikstudenten ersetzt werden mussten. Durch Sanderlings freundschaftliche Verbindungen zu vielen großen Musikern der Sowjetunion und durch persönliche Interventionen gelang ihm ein stetiger Aufstieg des Niveaus des BSO. Es musizierte regelmäßig mit zahlreichen Stars der Musikszene wie David Oistrach und Emil Gilels. Obwohl das Orchester für seine Konzerte zwischen mehreren Spielorten wechseln musste (u. a. dem Metropoltheater, der Volksbühne und der Kongresshalle am Alexanderplatz), gelang es Sanderling, eine große Stammhörerschaft für seine erfolgreichen Abonnementreihen aufzubauen. Einen besonderen Schwerpunkt legte Sanderling auf die Werke von Dmitri Schostakowitsch und Gustav Mahler. Von Schostakowitsch konnte das Konzerthausorchester in dieser Zeit viele Werke zur deutschen Erstaufführung bringen.

Konzerthausorchester im Großen Saal
Lothar Zagrosek dirigiert »Orfeo ed Euridice« (Gluck-Opernzyklus 1)

1977–1983 amtierte Günter Herbig als Chefdirigent. Er setzte insbesondere die unter Sanderling begonnene Reihe erfolgreicher Tonträgerveröffentlichungen fort. Unter Herbigs Leitung unternahm das Orchester seine bisher umfangreichste Tournee und legte damit den Grundstein für die vielen Auslandstätigkeiten des Orchesters. 1984 übernahm Claus Peter Flor die Leitung des BSO (1984–1991). Im Jahr seines Amtsantrittes wurde Schinkels berühmtes Schauspielhaus als Konzerthaus Berlin wiedereröffnet. Damit erhielt das Orchester am Gendarmenmarkt eine feste Spielstätte für seine Konzertreihen. Von dort aus führte Flor das Orchester in zahlreichen Gastspielreisen um die ganze Welt und festigte auch international dessen hervorragenden Ruf.

Nach dem Fall der Berliner Mauer entschied sich das Orchester für den Dänen Michael Schønwandt als Chefdirigenten. In seiner Amtszeit (1992–1998) wurde das damalige BSO offiziell zum Hausorchester des Konzerthauses Berlin. Auf Schønwandt folgte 2001 Eliahu Inbal (2001–2006), der das mittlerweile 50-jährige Orchester in die nächste Generation führte. Neue, junge Musiker aus allen Teilen der Welt veränderten das Ensemble sichtbar.

Von 2006 bis 2011[2] war Lothar Zagrosek Chefdirigent. Mit der Umbenennung zu Beginn der Saison 2006/07 sollte zum einen die Verbundenheit mit dem Konzerthaus Berlin stärker ausgedrückt werden, zum anderen der Verwechslungsgefahr mit anderen Berliner Orchestern, besonders dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin (DSO) und den Berliner Symphonikern, begegnet werden. Mit der Saison 2012/13 trat der ungarische Dirigent Iván Fischer die Nachfolge Zagroseks an.[3]

Mit über 13.000 Abonnenten gehört das Konzerthausorchester Berlin zu den Klangkörpern mit der größten Stammhörerschaft in ganz Deutschland. Neben den Meisterwerken der klassisch-romantischen Tradition umfasst das Repertoire auch seltener gespielte Kompositionen aus allen Stilepochen. Gastspielreisen führen das Orchester um die ganze Welt.

Chefdirigenten des Konzerthausorchesters Berlin[Bearbeiten]

Repertoire[Bearbeiten]

Der Komponist Günter Kochan ließ vier seiner sechs Sinfonien vom Berliner Sinfonie-Orchester uraufführen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Müller: Das Berliner Sinfonie-Orchester. Berlin: Nicolai 2002. ISBN 978-3-8758-4240-1
  • Festschrift "50 Jahre Berliner Sinfonie-Orchester"

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Konzerthausorchester Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ... Nachfolger von Vierthaler wird ... Berlin.de Online, abgerufen am 17. Juli 2013
  2. Zagrosek verlässt das Berliner Konzerthaus. In: Berliner Zeitung, 18. April 2009.
  3. Ungarischer Wind in Berlin. In: Zeit Online, 22. Februar 2011