Korrektur (Roman)

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Korrektur ist ein 1975 erschienener Roman Thomas Bernhards. Im Mittelpunkt steht der Nachlass eines Mannes, der Selbstmord begangen hat – diesen soll ein Freund „sichten und ordnen“.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt[Bearbeiten]

Trotz des Umfangs des Romans gibt es kaum Handlung. Ein namenloser Ich-Erzähler verlässt, obwohl er noch etwas schwach ist, das Krankenhaus, um sich dem Nachlass seines Freundes Roithamer zu widmen. Dieser hat Selbstmord begangen, nachdem er ein größeres Werk über Altensam, seinen verhassten Heimatort, verfasst und stetig korrigiert hat, bis fast nichts mehr übrig blieb. Dieses sowie einige Notizen Roithamers soll der Ich-Erzähler nun durchlesen und ordnen. Dafür quartiert er sich bei einem gemeinsamen Freund, Höller, ein. In dessen Dachkammer – wo auch Roithamer seiner Zeit häufig gearbeitet und übernachtet hat – geht er schließlich ans Werk. Statt sich, wie zunächst beabsichtigt, dem Hauptwerk zu widmen, liest er die Notizen durch und erinnert sich anhand derer auch an die gemeinsame Zeit. In den Notizen geht es hauptsächlich um das Großprojekt Roithamers: Den Bau eines kegelförmigen Gebäudes. Diese Konstruktion wurde von vielen belächelt und für unmöglich gehalten, dennoch stellte Roithamer den Kegel fertig und schenkte ihn seiner Schwester, die er über alles liebte. Diese verstarb jedoch beim Einziehen in den Kegel in einem Moment des größten Glücks. Von da an begann Roithamer mit den ständigen Korrekturen seines Werks, bis er einsah, dass es nur eine endgültige und völlig richtige Korrektur gibt: den Selbstmord.

Motto[Bearbeiten]

Dem Roman ist ein Motto vorangestellt, bei dem es sich um die Worte der Hauptfigur selbst handelt: „Zur stabilen Stützung eines Körpers ist es notwendig, daß er mindestens drei Auflagenpunkte hat, die nicht in einer Geraden liegen, so Roithamer.“

Stil[Bearbeiten]

Der ganze Roman ist in zwei Teile untergliedert: „Die höllersche Dachkammer“ und „Sichten und ordnen“. Abgesehen davon gibt es keine Absätze. Häufig ziehen sich die Sätze über mehrere Seiten, wobei Gedankensprünge keine Seltenheit sind. Dabei ist häufig unklar, wer gerade spricht. Es wird zwar so dargestellt, als handele es sich um die Aufzeichnungen Roithamers, dennoch ist es manchmal offensichtlich, dass der Ich-Erzähler seine eigenen Gedanken mit einbaut, ohne dies zu kennzeichnen.

Literatur[Bearbeiten]