L’Express

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Dieser Artikel behandelt das französische Nachrichtenmagazin. Für die Neuenburger Tageszeitung siehe L’Express (Neuenburg).
Schriftzug des Magazins

L’Express ist eines der ältesten und auflagenstärksten französischen Nachrichtenmagazine. Die seit Mitte Mai 1953 bestehende Wochenzeitschrift zur allgemeinen und politischen Information wurde von dem bekannten linksintellektuellen Journalisten Jean-Jacques Servan-Schreiber („JJSS“) gegründet, dem eine junge und dynamische Redaktion mit Françoise Giroud u. a. zur Seite stand. Servan-Schreiber wollte damit ein Magazin ins Leben rufen, das engagiert am politischen Leben teilnahm, das es bis dahin in Frankreich aber noch nicht gab. Finanziert wurde das Unternehmen von der Familie Servan-Schreiber.

Geschichte[Bearbeiten]

L’Express unterstützte zunächst die gemäßigte Linke, in diesem Fall Pierre Mendès-France. Aufgrund seiner antikolonialistischen Haltung stand das Magazin der französischen Algerienpolitik ablehnend gegenüber und kritisierte ab 1954 als einziges die von Teilen der Armee in Algerien praktizierte Unterdrückung sowie die damit verbundenen Foltermethoden. 1958 stellte sich das Blatt gegen Charles de Gaulle und unterstützte die Kandidatur Gaston Defferres, des sozialistischen Bürgermeisters von Marseille, um die Präsidentschaftswahl.

Auch bekannte Autoren wie Albert Camus, André Malraux, François Mauriac und Jean-Paul Sartre konnten als Mitarbeiter gewonnen werden.

Als die Auflage von 1962 bis 1964 aber von 200.000 auf 125.000 Exemplare absank, entschloss sich Jean-Jacques Servan-Schreiber die Zeitschrift in ein Nachrichtenmagazin nach dem Vorbild der amerikanischen TIME und des deutschen Der Spiegel umzuwandeln; Format und Layout wurden geändert, Seitenzahl und Werbefläche vergrößert. Das Magazin war bemüht, Ideologisches zu vermeiden und bot sachlich möglichst unparteiische Informationen an. Damit hatte man sehr bald Erfolg – bei Lesern und Inserenten – und L’Express wurde 1964 zum Informationsmagazin Nummer 1 in Frankreich. Dieses fand eine ständig wachsende Verbreitung und wurde zum Spiegelbild der französischen Gesellschaft. 1965 belief sich der Absatz wieder auf 250.000 Exemplare.

1970 wurde Jean-Jacques Servan-Schreiber Generalsekretär der Radikalsozialistischen Partei (Parti radical) und gab weitgehend seine Verpflichtungen bei L’Express auf. Sein Wunsch nach weiterer Unterstützung seiner politischen Ambitionen durch das Wochenmagazin beschwor eine Konfliktsituation herauf. Sein Bruder Jean-Louis gab seinen Direktorposten auf und verkaufte seine Anteile; Claude Imbert, der immer für möglichst große Neutralität eingetreten war, schied aus und gründete Le Point, ein Konkurrenzblatt. Ein Teil der Journalisten, der keine politische Bevormundung wollte, verließ ebenfalls das Magazin.

1977 trat Jean-Jacques Servan-Schreiber 45 Prozent des Kapitals von L’Express an den Finanzmann Jimmy Goldsmith ab, der die redaktionelle Ausrichtung des Blattes änderte. Aufeinanderfolgende Wechsel in der Redaktion hatten mittlerweile das Image des Magazins beschädigt; mehrfacher Wechsel der Eigentümer, verbunden mit wiederholten Versuchen, die redaktionelle Ausrichtung zu bestimmen, schufen eine konfliktträchtige und unübersichtliche Lage herauf. Diese Konflikte gipfelten 1994 in der Entlassung des Chefredakteurs Yann de L’Écotais.

Heute[Bearbeiten]

2004 kam Serge Dassault an die Spitze der Gruppe Socpress, zu der L’Express und L’Expansion gehören; hierdurch sollte die Unabhängigkeit der Redaktion nach dem ständigen Hin und Her der Vorjahre erhöht werden. Im Jahr 2006 kaufte die belgische Roularta Media Group den Express-Expension Verlag.

Andere Nachrichtenmagazine[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]