Lac Souterrain de Saint-Léonard

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Lac Souterrain
Lac Souterrain bei Saint-Léonard

Lac Souterrain bei Saint-Léonard

Lage: (Schweiz Kanton Wallis)
Höhe: 509 m ü. M.
Geographische
Lage:
598991 / 12277346.2563897.425556509Koordinaten: 46° 15′ 23″ N, 7° 25′ 32″ O; CH1903: 598991 / 122773
Lac Souterrain de Saint-Léonard (Wallis)
Lac Souterrain de Saint-Léonard
Typ: Natürlicher unterirdischer See
Entdeckung: 1943 von Jean-Jacques Pittard (erste Erforschung)
Schauhöhle seit: 1949
Beleuchtung: Ja
Gesamtlänge: 300 m
Website: http://www.lac-souterrain.com/index_de.html

Der Lac Souterrain de Saint-Léonard (deutsch: unterirdische See von St. Leonard) ist mit 6‘000 m2 Seefläche der grösste natürliche unterirdische See Europas. Der Eingang zur Höhle liegt am Fusse von Weinbergen in der Gemeinde St. Leonard, zwischen Sion und Sierre im Kanton Wallis, Schweiz. Die Höhle wird durchschnittlich von 100‘000 Besuchern pro Jahr besucht.

Mit einer Fläche von 6‘200 m2 ist die Seegrotte im niederösterreichischen Hinterbrühl leicht grösser. Diese wurde jedoch durch bergmännischen Gipsabbau künstlich erschaffen.

Geschichte[Bearbeiten]

Einer der zahlreichen Felsanker
Das Seeende

Die Grotte war den Einwohnern von St. Leonard schon seit langer Zeit bekannt. Erstmals wurde die Höhle 1943 durch den Schweizer Höhlenforscher Jean-Jacques Pittard, welcher von Jacques Della Santa begleitet wurde, erforscht.

Bei der Entdeckung der Höhle lag der Wasserspiegel um einige Meter höher als heute und reichte bis fast an die Decke. Am 25. Januar 1946 ereignete sich um Sierre ein Erdbeben mit der Stärke von 5,5–6 auf der Richterskala. Das Erdbeben veränderte die hydrologischen Verhältnisse der Höhle und deren Umgebung, was zum Absinken des Seespiegels führte.

Bereits 1949 wurde die Höhle durch zwei Einheimische für Besucher zugänglich gemacht. Seitdem werden Bootsfahrten auf dem See angeboten.

Im Winter des Jahres 2000 löste sich von der Decke ein zwei Tonnen schwerer Felsblock. Da die Sicherheit der Besucher nicht mehr gewährleistet war, wurde die Höhle durch die Behörden geschlossen. In aufwendigen Sanierungsarbeiten wurde die Höhlendecke durch das Einbringen von mehreren tausend grossen und kleinen Gebirgsankern gesichert. Die Sanierungsarbeiten kosteten über 2,5 Mio. CHF. 2003 konnte die Höhle für die Besucher wieder geöffnet werden.

Aufbau der Höhle[Bearbeiten]

Die Länge des Sees beträgt 300 m und die Breite beträgt 20 m. An der breitesten Stelle ist der See 29 m breit. Er bedeckt eine Fläche von 6‘000 m2. Die Wassertemperatur beträgt konstant 11 Grad. Am Ende der schiffbaren Höhle ist der Weiterweg durch herabgestürzte Felsblöcke grösstenteils versperrt. Dahinter befinden sich weitere kleine Säle, welche alle über dem Wasserspiegel im trockenen Fels liegen. Diese 1956 entdeckten Höhlen sind für die Besucher nicht zugänglich.

Das Gestein der Höhle besteht aus Gips, Schiefer und Marmor. Die Höhle verdankt ihr Entstehen der durch das eindringende Wasser bedingten Auflösung der Gipsmassen. Der Rückstand des Auflösungsprozesses besteht aus eisenhaltigem Lehm, welcher den Seegrund abdichtet. Der Lehm verhindert das rasche Versickern des Wassers durch die Spalten.

Tierfunde[Bearbeiten]

Fledermäuse sind die einzigen grösseren Tiere, die in der Höhle natürlich vorkommen. Nur Forellen, welche durch die Betreiber der Schifffahrt angesiedelt wurden und regelmässig gefüttert werden, leben im See.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]