Hinterbrühl

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hinterbrühl (Begriffsklärung) aufgeführt.
Hinterbrühl
Wappen von Hinterbrühl
Hinterbrühl (Österreich)
Hinterbrühl
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mödling
Kfz-Kennzeichen: MD
Fläche: 16,97 km²
Koordinaten: 48° 5′ N, 16° 14′ O48.08333333333316.233333333333280Koordinaten: 48° 5′ 0″ N, 16° 14′ 0″ O
Höhe: 280 m ü. A.
Einwohner: 4.040 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 238 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2371, 2393 (Sparbach)
Vorwahl: 02236, 02237 (Sparbach)
Gemeindekennziffer: 3 17 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 29
2371 Hinterbrühl
Website: www.hinterbruehl.com
Politik
Bürgermeister: Erich Moser (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(25 Mitglieder)
12 ÖVP&Unabh., 6 Bürgerliste, 3 SPÖ, 4 Grüne
Lage der Marktgemeinde Hinterbrühl im Bezirk Mödling
Achau Biedermannsdorf Breitenfurt bei Wien Brunn am Gebirge Gaaden Gießhübl Gumpoldskirchen Guntramsdorf Hennersdorf Hinterbrühl Kaltenleutgeben Laab im Walde Laxenburg Maria Enzersdorf Mödling Münchendorf Perchtoldsdorf Vösendorf Wiener Neudorf Wienerwald NiederösterreichLage der Gemeinde Hinterbrühl im Bezirk Mödling (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hinterbrühl ist eine etwa 17 km südwestlich von Wien gelegene Marktgemeinde in Niederösterreich im Bezirk Mödling mit 4040 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Hinterbrühl, Sparbach und Weißenbach bei Mödling.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Angrenzende Gemeinden[Bearbeiten]

Kaltenleutgeben, Perchtoldsdorf Gießhübl Maria Enzersdorf
Wienerwald Nachbargemeinden Mödling
Gaaden

Durch einen Gebietsabtausch zwischen Perchtoldsdorf und Kaltenleutgeben in der Größenordnung von 58 ha entstand im Jahr 2012 eine neue Nachbarschaft. So grenzt nun auch Perchtoldsdorf auf einer Länge von etwa 300 Metern an Weissenbach an, während Gießhübl die gemeinsame Grenze mit Kaltenleutgeben verlor.[2]

Klima[Bearbeiten]

Hinterbrühl
Klimadiagramm
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Temperatur in °C
Quelle: Klima.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen für Hinterbrühl
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Max. Temperatur (°C) 1 3 7 15 19 24 25 23 20 14 7 3 Ø 13,5
Min. Temperatur (°C) -4 -3 1 6 8 14 15 15 11 7 3 -1 Ø 6
Sonnenstunden (h/d) 2 3 5 6 8 8 9 8 7 4 3 1 Ø 5,3
Regentage (d) 15 14 13 13 13 14 13 13 10 13 14 15 Σ 160
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Quelle: Klima.org

Geschichte[Bearbeiten]

Die damalige „Hinter Brühl“, die „Vorder Brühl“ und deren Umgebung um 1872 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Bereits vor 6.000 Jahren war das Gebiet, wie Funde am Kalenderberg und in Wassergspreng beweisen, besiedelt. Um 1182 wird das erste Mal ein Hinterbrühler mit dem Namen Gerungus de průle erwähnt.

Wie auch die übrige Umgebung litt die Hinterbrühl unter den beiden Türkenbelagerungen 1529 und 1683. Da ein Großteil der Bevölkerung getötet oder verschleppt wurde, wurde der Ort mit Siedlern aus der Steiermark besiedelt.

Im Sommer 1850 fanden in der Hinterbrühl erstmals Gemeinderatswahlen statt. Im Jahr 1883 wurde von Mödling aus die Lokalbahn Mödling-Hinterbrühl als erste österreichische elektrische Lokal- und auch Straßenbahn zunächst bis Vorderbrühl eröffnet, dann 1885 bis Hinterbrühl verlängert. Sie wurde am 31. März 1932 eingestellt. Heute erinnert nur noch der Bahnplatz, wo sich die Endstation befand, daran.

Am 4. August 1943 wurde in der Hinterbrühl ein Außenlager des KZ Mauthausen errichtet, in dem politische Gefangene aus ganz Europa im unterirdischen Heinkelwerk in der Seegrotte Kriegsflugzeuge für die deutsche Wehrmacht in Zwangsarbeit fertigen mussten. In den letzten Kriegstagen 1945 löste die NS-Führung das Außenlager auf und befahl den rund 1800 KZ-Häftlingen den 200 km langen Rückmarsch in das KZ-Mauthausen, den fast niemand von ihnen überlebte. 51 Häftlinge wurden bereits vor dem Abmarsch mit Benzininjektionen getötet bzw. von SS-Angehörigen erwürgt.

1988 wurde oberhalb der Seegrotte - an dem Ort, an dem sich vormals das Massengrab der 51 getöteten ZwangsarbeiterInnen befand - eine Gedenkstätte errichtet. Im Juli 2000 sowie im Jänner 2004 wurde diese von unbekannten Tätern beschädigt und teilweise zerstört.

Im Jahr 2007 wurden zwei Stolpersteine für Karl von Motesiczky (vor dem früheren Wohnhaus im heutigen SOS-Kinderdorf) und Eduard Göth verlegt, die im Widerstand gegen das NS-Regime ihr Leben verloren haben.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1971 wurden im Zuge der niederösterreichischen Gemeindereform die damals selbständigen, aber wesentlich kleineren Gemeinden Weissenbach mit der Rotte Wassergspreng sowie Sparbach eingemeindet.

Wappen[Bearbeiten]

„In einem von Gold über Rot geteilten Schild im unteren Feld ein silberner auf schwarzen Hölzern stehender und von roten Flammen umzüngelter Kessel, aus dem in das obere Feld hineinragend eine jugendliche männliche nackte und weißgeschürzte Gestalt mit gekreuzten Armen und Nimbus wächst, begleitet von den schwarzen Buchstaben S und V“

Markterhebungsurkunde vom 15. Juni 1963

Bei dieser Gestalt handelt es sich um den Lokalpatron St. Vitus, der bereits um 1735 gemeinsam mit der Heiligen Margareta Schutzpatron der ehemaligen Hinterbrühler Kirche war. Die Gemein Hindtern Priell führte bereits 1703 den Heiligen Vitus im Gemeindesiegel.[4]

Politik[Bearbeiten]

Alte Wetterstation beim Beethoven Park
  • Gemeinderat: ÖVP-Aktionsgemeinschaft 12, Bürgerliste 6, SPÖ 3, Grüne 4 (Stand 2010)
  • Bürgermeister: Erich Moser
  • Vizebürgermeister: Hermann Klein

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Seegrotte Hinterbrühl: Berühmt ist die Seegrotte. Im Jahre 1912 strömten nach einer Sprengung im damaligen Gipsbergwerk Hinterbrühl mehr als 20 Millionen Liter Wasser mit ungeheurer Wucht in die Gänge und Stollen. Durch diesen Einbruch bildete sich der größte unterirdische See Europas mit einer Fläche von 6.200 m².

Bis zu der Entdeckung dieses Naturspektakels durch internationale Höhlenforscher in den 1930er Jahren blieb das Bergwerk geschlossen. Es wurde beschlossen, ein Schaubergwerk einzurichten. Während des Zweiten Weltkrieges beschlagnahmte das NS-Regime die Seegrotte zur Einrichtung eines Rüstungsbetriebes.

In der Seegrotte in Hinterbrühl ereignete sich am 31. Mai 2004 ein tragischer Unfall. Im Schaubergwerk starben fünf Menschen, nachdem ein umgebauter Katamaran (das Boot war als Katamaran zugelassen und vom Betreiber auf einen Trimaran umgebaut worden) mit einer deutschen Reisegruppe an Bord gekentert war.[5]

Heiliger Vitus an der Musikschule
  • Vitus-Relief: Das älteste öffentliche Kunstwerk ist ein Vitus-Relief an der Außenseite der Musikschule. Es stammt laut Dehio aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Vor dem jetzigen Standort befand es sich in der ehemaligen Villa Todesco auf dem Hauptplatz des SOS-Kinderdorfs, in der Henriette Motesiczky, die Mutter von Marie-Louise und Karl Motesiczky, lebte.[4]

Ausflugsziele in der Nähe sind der Naturpark Sparbach oder der Husarentempel. Auch die Burg Liechtenstein ist ganz in der Nähe.

Besondere Erwähnung verdient auch der Hinterbrühler Gospel Chor "voice rejoice".

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hinterbrühl

Bildung[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Ort ist durch die Großstadtnähe von Wien eine reine Wohngemeinde, wo auch ein großer Teil der Einwohner Zweitwohnsitzer sind und täglich auspendeln. Die wenigen Betriebe sind hauptsächlich Bürobetriebe. Dementsprechend nieder ist auch das Steueraufkommen, mit dem die Gemeinde die Infrastruktur aufrechterhalten muss.

Verkehr[Bearbeiten]

Es liegt an der Wiener Außenringautobahn A21. Öffentliche Verkehrsmittel sind Busse der ÖBB, mit Verbindung nach Mödling.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:


Personen mit Bezug zum Ort:

  • Franz Ritter von Grutsch (1810–1882), Autor und Gründer des Francisco Josephinums in Wieselburg, wohnte in Hinterbrühl und war der erste Bürgermeister der Marktgemeinde, begraben in einem Ehrengrab in der Hinterbrühl
  • Ferdinand Manndorff (1922-2013), Politiker
  • Robert Prantner (1931–2010), österreichischer Theologe, Gesellschaftsethiker und Publizist, in der Hinterbrühl verstorben
  • I Stangl (* 1954), österreichischer Schauspieler und Kabarettist, in der Hinterbrühl aufgewachsen
  • Harald Cerny (* 1973), ehemaliger österreichischer Fußballspieler


In der Hinterbrühl hielten sich zur Sommerfrische viele bekannte Persönlichkeiten auf:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Alle Tirolerhofer nun "Landsleute" in der NÖN Woche 04/2012 Seite 23
  3. Die Marktgemeinde Hinterbrühl lädt ein vom 1. August 2007 abgerufen am 18. November 2010
  4. a b Der Hinterbrühler, Periodische Zeitung Ausgabe September 2008
  5. Tödlicher Unfall im Schaubergwerk Hinterbrühl FAZ

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hinterbrühl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien