Lambda-CDM-Modell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das ΛCDM-Modell bzw. Lambda-CDM-Modell ist ein kosmologisches Modell, das mit wenigen – in der Grundform sechs – Parametern die Entwicklung des Universums seit dem Urknall beschreibt.

Lambda (Λ) steht dabei für die kosmologische Konstante, CDM für cold dark matter (kalte dunkle Materie).

Das Lambda-CDM-Modell ist in guter Übereinstimmung mit den drei wichtigsten Klassen von Beobachtungen, die uns Aufschluss über das frühe Universum geben:

Die sechs Parameter des ΛCDM-Modells
Größe Betrag Beschreibung
H_0 70{,}4^{+1.3}_{-1.4} km s-1 Mpc-1 Hubble-Konstante
\Omega_b 4{,}44^{+0{,}42}_{-0{,}35}\% Anteil baryonischer, d. h. „normaler“ Materie, relativ zur kritischen Dichte
\Omega_m 26{,}6^{+2{,}5}_{-4{,}0}\% Gesamtanteil der Materie, d. h. inklusive der dunklen, relativ zur kritischen Dichte
\tau 0{,}079^{+0{,}029}_{-0{,}032} Optische Dicke bis zum Zeitalter der Reionisierung
A_s 0{,}813^{+0{,}042}_{-0{,}052} Amplitude der skalaren Komponente der ursprünglichen Schwankungen
n_s 0{,}948^{+0{,}015}_{-0{,}018} spektraler Index der skalaren Komponente der ursprünglichen Schwankungen

Das Universum wird dabei als global flach (ungekrümmt) angenommen, die Energieanteile relativ zur kritischen Dichte sind dann auch relativ zur tatsächlichen Gesamtenergiedichte und der relative Anteil der dunklen Energie ergibt sich zu 73{,}2^{+4{,}0}_{-2{,}5}\%. Die heutige Gesamtenergiedichte ist 0{,}94^{+0{,}06}_{-0{,}09}\cdot 10^{-26} kg/m3, die Rotverschiebung z, die dem Zeitalter der Reionisierung entspricht, beträgt 10{,}5^{+2{,}6}_{-2{,}9}. Das Alter des Universums wird zu 13{,}73^{+0{,}13}_{-0{,}17}\cdot 10^9 Jahren bestimmt.

Kritik[Bearbeiten]

In den letzten Jahren wurde das ΛCDM-Modell wiederholt angezweifelt und alternative Modelle vorgeschlagen, wie beispielsweise die bereits 1983 vorgestellte Modifizierte Newtonsche Dynamik nach Mordehai Milgrom. Die Ergebnisse einer 2010 unter Federführung von Pavel Kroupa veröffentlichten internationalen Studie stellten erhebliche Abweichungen von astronomischen Beobachtungen zu den Annahmen des Modells fest. So entsprechen etwa Leuchtkraft und Verteilung von Satellitengalaxien der Lokalen Gruppe nicht den Erwartungen. Kroupa sieht in den erhobenen Daten eine so starke Kollision mit der CDM-Theorie, dass „diese nicht mehr zu halten scheint“.[1][2][3][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Studie weckt massive Zweifel an Existenz Dunkler Materie. Pressemitteilung der Universität Bonn, 10. Juni 2010
  2. Dunkle Materie in der Krise. Online-Zeitung der Universität Wien, 18. November 2010
  3. P- Kroupa et al.: Local-Group tests of dark-matter Concordance Cosmology: Towards a new paradigm for structure formation. Astronomy & Astrophysics, Volume 523, November-December 2010
  4. Pavel Kroupa, M. Pawlowski, Zwerggalaxien: Das kosmologische Standardmodell auf dem Prüfstand. Artikel in Spektrum der Wissenschaft, August 2010.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]