Lastminute

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Last minute)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Begriff Lastminute ist ein Begriff der Tourismusbranche und bezeichnet Reisen, die nicht langfristig gebucht werden.

Zum Begriff[Bearbeiten]

Folgende Definition stammt vom Deutscher Reiseverband (DRV):

Lastminute ist ein Reiseangebot, dessen Anreisetag innerhalb der nächsten 14 Tage liegt.

In diesem Sinne wird der Begriff im deutschsprachigen Reisemarkt verwendet.

Seinen Ursprung nahm der Begriff in den 1980er Jahren, als die ersten Fluggesellschaften begannen, kurzfristig Plätze aus Stornierungen und Überkapazitäten zu vergünstigten Konditionen direkt an den Flughäfen anzubieten. Durch den großen Erfolg der Lastminute-Flüge wurde der Begriff bald auch auf andere Bereiche des Reisemarktes ausgeweitet (Pauschalreisen, Hotelzimmer, Ferienwohnungen). Lastminute-Reisen wurden fortan zu einem wichtigen Bestandteil in den Angeboten der Reiseveranstalter.

In einer durchgeführten Umfrage von mehr als 1000 Reisenden im Februar 2012 gaben insgesamt 67 % der Befragten an, dass Last-Minute das Buchen ein bis zwei Wochen vor Reiseantritt beinhaltet.[1]

Entwicklung der Lastminute-Reise als Tourismussegment[Bearbeiten]

Mittlerweile können Lastminute-Flüge und Reisen nicht nur an Flughäfen, sondern auch in Reisebüros und im Internet gebucht werden. Gerade das Internet hat den Lastminute-Reisemarkt weiter deutlich angekurbelt. Lastminute-Angebote wurden von den Reisekunden sogar so gut angenommen, dass sie direkte Auswirkungen auf das Buchungsverhalten der Kunden hatten. Der Trend ging weg von frühzeitigen Buchungen und hin zu Lastminute-Buchungen.

Laut Untersuchung des Marktforschungsinstitutes Web-Tourismus wurden im Jahr 2012 in Deutschland 19,9 Mio. Lastminute-Reisen durchgeführt (Stand: März 2013). Dabei lag die Lastminute-Reisehäufigkeit in Deutschland bei 1,3 Reisen. Im Vergleich zu 2011 sank die Zahl der durchgeführten Lastminute-Reisen um 3 %.[2] Aufgrund ihrer Kurzfristigkeit unterliegen Lastminute-Reisen stets stärkeren Nachfrageschwankungen als die klassische Urlaubsreise. Diese Schwankungen sind jedoch weniger auf ein indifferentes Konsumverhalten zurückzuführen, als auf externe Faktoren, an denen sich die Nachfrager zwangsweise orientieren müssen (Lage der Feiertage, kurzfristig verfügbare Angebote, etc.). Einen enormen Einfluss hat auch eine kurzfristige Entscheidung anhand der mittelfristigen Wetterprognose für die Destination innerhalb der geplanten Reisezeit: Zehntagestendenzen und deren schnelle Zugänglichkeit über das Internet gibt es erst seit einigen Jahren.

Einige Reiseveranstalter verwenden den Begriff Lastminute auch, um Reisen mit Abflugdatum innerhalb der nächsten 6 oder 12 Wochen zu verkaufen; dies verschärft den Konkurrenzkampf zwischen den Veranstaltern (in der Folge auch juristische) noch weiter. So verwenden ebenfalls viele Veranstalter den weniger wettbewerbsverzerrenden Begriff "Lastminute & more", was im Grunde nichts anderes bedeutet als Reiseangebote aller Art. Lastminute bedeutet auch nicht mehr automatisch günstig: Es werden zum Katalogangebot sogar – teure – Zusatzreisen aufgelegt, im Sinne eines Exklusivangebots, und als Lastminute gekennzeichnet.

Auf dem Markt ist derzeit zu beobachten, dass sich vor allem die großen Reiseveranstalter zunehmend aus dem Lastminute-Geschäft zurückziehen. An deren Stelle treten kleinere Anbieter, die sich ausschließlich mit günstigen Angeboten auf den ertragreichen „Schlussverkauf“ spezialisiert haben. Da für die großen Anbieter sowohl der Reiseveranstaltung wie der Beförderung das Reiseaufkommen im Lastminute-Sektor eine langfristige Kapazitätsplanung schwer kalkulierbar macht und die Preissenkungen für Lastminute-Reisen stark gesunken sind, hat sich sogar ein Gegentrend entwickelt: Heute werden zunehmend Frühbucher mit Rabatten und Zusatzangeboten angelockt, während kurzfristige Entscheidungen zu erhöhten Kosten des Reiseverlaufs führen.[3][4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Der Begriff Lastminute hält inzwischen auch in andere Thematiken Einzug:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung zur Umfrage durch GfK Ende Februar 2012 (PDF; 2,6 MB) abgerufen 1. Juli 2013
  2. Last-Minute-Reisen 2012. In: Studienergebnisse. Web-Tourismus, 26. März 2013, abgerufen am 26. März 2013.
  3. Frühbucher sind im Vorteil –Freie Auswahl, viele Extras und günstige Preise. In: Presseinformationen. Deutscher Reisebüro und Reiseveranstalter Verband, abgerufen am 4. Februar 2010.
  4. Urlaub früh buchen lohnt sich doppelt! Jetzt entscheiden, sparen und aus dem Vollen schöpfen. In: Presseinformationen. Deutscher Reisebüro und Reiseveranstalter Verband, 25. Februar 2009, abgerufen am 4. Februar 2010.