Lawotschkin La-190

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Lawotschkin La-190 (russisch Лавочкин Ла-190) war ein sowjetisches Überschall-Abfangjagdflugzeug. Sie entstand zum Anfang der 1950er Jahre als Parallelentwurf zur MiG-19. Sie existierte nur als Prototyp, stattdessen ging ihr Konkurrenzmuster in Serienproduktion.

Entwicklung[Bearbeiten]

Nachdem die La-176 als erstes sowjetisches Flugzeug Überschallgeschwindigkeit erreicht hatte, entwickelte Semjon Lawotschkin das Muster ab Anfang 1949 zur La-190 weiter.[1] Der Rumpf wurde um etwa fünf Meter verlängert. Die Tragflügel erhielten eine von 45° auf 55° erhöhte Vorderkantenpfeilung, verfügten aber im Gegensatz zur La-176 über keine Grenzschichtzäune. Das Leitwerk besaß eine Deltaform ähnlich dem der kurze Zeit später gebauten Jak-1000. Das Fahrwerk war in Tandembauweise ausgeführt, das heißt, am Rumpf befand sich das Bug- sowie ein doppelt bereiftes Hauptrad und an den Tragflächenenden je ein Stützrad. Weitere Unterschiede zum Vorgänger waren die Mitteldeckeranordnung der Tragflächen am Rumpf sowie die Verwendung des wesentlich stärkeren Ljulka AL-5 Triebwerkes.

Ab Februar 1951 erfolgte die Flugerprobung.[2] Stabilitätsprobleme im hohen Geschwindigkeitsbereich sowie schlechtere Leistungen im Vergleich zur MiG-19 erwirkten eine Einstellung des Programms und Lawotschkin wandte sich seinem letzten Jägerprojekt, dem schweren Abfangjäger La-250, zu.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Hersteller OKB Lawotschkin
Baujahre 1950–1951
Länge 16,35 m
Flügelspannweite 9,90 m
Triebwerk ein Ljulka AL-5
Leistung 5.000 kp Standschub
Höchstgeschwindigkeit 1.190 km/h in 5.000 m Höhe
Steigzeit 1,5 min auf 5.000 m
Dienstgipfelhöhe 15.600 m
Reichweite 1.150 km
Startmasse 9.257 kg
Bewaffnung zwei N-37 37-mm-Kanonen im Bug
Besatzung 1

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aerosport 5/1969, S. 214
  2. Flieger Revue 2/1974 Die Arbeit eines Wegbereiters, S. 71