Lawotschkin La-150

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Lawotschkin La-150
Typ: Jagdflugzeug
Entwurfsland: Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: OKB Lawotschkin
Erstflug: September 1946
Indienststellung:
Produktionszeit: 1946–1947
Stückzahl: ca. 15

Die Lawotschkin La-150 (russisch Лавочкин Ла-150, NATO-Codename Type 3) war eines von mehreren Düsenjagdflugzeugprojekten Lawotschkins, die nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt wurden und von Erfahrungen mit erbeuteter deutscher Technologie profitierten.

Entwicklung[Bearbeiten]

Als Triebwerk bediente man sich eines Jumo 004-Aggregats, das in der Sowjetunion unter der Bezeichnung RD-10 nachgebaut worden war. Weil dieses eher leistungsschwach war, wurde das Flugzeug leicht gehalten und praktisch um das Triebwerk herum konstruiert. Die Maschine wurde erstmals im September 1946 mit Testpilot A. A. Popow am Steuer geflogen. Es wurden noch fünf weitere Prototypen gebaut, mit denen man das Flugverhalten von Düsenflugzeugen bei hohen Geschwindigkeiten testete. Das vermehrte Auftreten von Stabilitätsmängeln während dieser Versuche führte zur Entwicklung der La-150M (La-13) mit einem veränderten Seitenleitwerk, einem stahlblechverkleideten Leitwerksträger sowie um 30° heruntergezogenen Flügelspitzen. Sie erhielt als das erste sowjetische Strahlflugzeug das mit einem Nachbrenner ausgerüstete RD-10F Triebwerk. Die Erprobung erfolgte im April 1947 durch Iwan Fjodorow und Mark Gallai. Sie erreichte dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 950 km/h in 5000 Meter Höhe.

Als Nächstes entstanden die La-152, die La-154 und die La-156 mit verstärkten Rümpfen für Versuche mit verschiedenen Laminar-Tragflächenprofilen. Diese Tests wurden im Sommer 1947 durch die Testpiloten Popow, Fjodorow, Gallai abwechselnd absolviert. Im Gegensatz zur La-150/La-150M waren diese Flugzeuge Mitteldecker. Insgesamt wurden etwa 15 La-150 bis La-156 gebaut. Aufgrund der Ergebnisse bei der Erprobung wurde als Nächstes beschlossen, Typen mit Pfeilflügeln zu entwickeln, was zum Bau der La-160 führte.

Technische Beschreibung[Bearbeiten]

Die La-150/150M war ein freitragender Schulterdecker (La-152/154/56 Mitteldecker) in Ganzmetallbauweise. Der Rumpf besaß einen zentralen Lufteinlauf und war mit einem Leitwerksträger ausgestattet, damit die heißen Abgase ungestört austreten konnten. Das Leitwerk war freitragend und in Normalbauweise ausgeführt. Das Bugradfahrwerk war vollständig einziehbar, die Haupträder wurden seitlich in den Rumpf eingefahren.

Technische Daten[Bearbeiten]

La-150
La-152
Kenngröße La-150 La-152
Konzeption Experimental-Düsenjagdflugzeug
Spannweite 8,20 m
Länge 9,42 m 9,40 m
Höhe 4,10 m
Flügelfläche 12,50 m²
Leermasse 2.059 kg
Startmasse 3.338 kg 3.239 kg
Triebwerk ein RD-10 (Standschub 8,9 kN)
Höchstgeschwindigkeit 805 km/h in 5.000 m Höhe 778 km/h in 5.000 m Höhe
Steigzeit auf 5.000 m 7,2 min (695 m/min) 6,5 min
Gipfelhöhe 12.500 m
Reichweite 500 km (Flugdauer 55 min)
Bewaffnung zwei 23-mm-MK NS-23 (je 150 Schuss)
seitlich neben dem Bugradschacht
drei 23-mm-MK NS-23 (je 150 Schuss)
seitlich am Rumpf
Besatzung 1

Siehe auch[Bearbeiten]