Leith Harbour

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die ehemalige Walfangstation in Südgeorgien - für den Stadtteil von Edinburgh siehe Leith (Schottland)
Leith 1962 noch in Betrieb
Die Ruine von Leith 2007
Die Stromness Bay mit (von links nach rechts) Husvik, Stromness,
und Leith Harbour (NASA-Bild).
Ehemalige und moderne Siedlungen auf Südgeorgien

Leith Harbour war eine Walfangbasis an der nordöstlichen Küste Südgeorgiens, errichtet und betrieben von der Christian Salvesen Ltd., Edinburgh. Die Basis war von 1909 bis 1965 in Gebrauch und die größte von sieben Walfangstation auf Südgeorgien. Sie lag in der Stromness Bay nahe bei der Einfahrt und am Ufer eines Gletscherbaches. Prominent involviert in die Gründung war William Storm Harrison.

Geschichte[Bearbeiten]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Südgeorgien zum weltgrößten Walfangzentrum - es gab Küstenbasen in Grytviken (betrieben von 1904 bis 1964), Leith Harbour (1909 bis 1965), Ocean Harbour (1909 bis 1920), Husvik (1910 bis 1960), Stromness (1912 bis 1961) und Prince Olav Harbour (1917 bis 1934). Unter den beteiligten Gesellschaften waren die Compañía Argentina de Pesca, die Christian Salvesen Ltd. (UK), die Albion Star (South Georgia) Ltd. (Falklandinseln), die norwegischen Walfanggesellschaften Hvalfangerselskap Ocean, Tønsberg Hvalfangeri und Sandefjord Hvalfangerselskap und die Southern Whaling and Sealing Company aus Südafrika. In den letzten Saisons des Walfangs um Südgeorgien wurden Grytviken und Leith Harbour von den japanischen Gesellschaften Kokusai Gyogyo Kabushike Kaisha und Nippon Suisan Kaisha gemietet (1963/64 bzw. 1963-65).

Während des Zweiten Weltkriegs wurden sämtliche Walfangstationen bis auf Grytviken und Leith Harbor geschlossen. Die meisten der britischen und norwegischen Fabriken und Walfangschiffe wurden von den Deutschen zerstört, während die restlichen unter alliiertem Kommando einberufen wurden. Die britischen Magistraten W. Barlas und A.I. Fleuret übernahmen die Verteidigung der Insel während des Krieges. Die Royal Navy bewaffnete das Handelsschiff Queen of Bermuda, um in den Gewässern um Südgeorgien zu patrouillieren. Außerdem wurden zwei 102-mm-Kanonen an Schlüsselstellen aufgestellt, um den Zugang zur Cumberland Bay und zur Stromness Bay, d. h. nach Grytviken und Leith Harbour zu schützen. Diese immer noch präsenten Batterien wurden von Freiwilligen unter den norwegischen Walfängern besetzt, die für diesen Zweck ausgebildet worden waren.

Im März 1982 wurde Südgeorgien in den Falklandkrieg verwickelt, als eine Gruppe von etwa fünfzig Argentiniern die verlassene Walfangstation Leith Harbour unter dem Vorwand besetzte, Schrotthändler zu sein. Am 25. März 1982 folgten 32 Angehörige einer argentinischen Spezialeinheit und landeten in Leith Harbour. In der Folge geriet Südgeorgien unter argentinische De-facto-Kontrolle, Stützpunkte wurden in Grytviken und Leith Harbour eingerichtet.

Am 25. April wurden in einer überstürzten Aktion 72 Briten auf die Insel geschickt, die nach einer Demonstration ihrer Feuerkraft die argentinische Garnison in Grytviken zur kampflosen Aufgabe zwangen. Am nächsten Tag ergaben sich auch die Argentinier in Leith Harbour, ebenfalls kampflos.

Heute[Bearbeiten]

Auf dem Hügel hinter der Station befindet sich eine Geschützstellung, ebenso wie am Hansen Point, wo sich die ursprüngliche 104-mm-Kanone noch immer in Position befindet. Leith Harbour rühmte sich eines Spitals, einer Bücherei, eines Kinos und einer Schmalspureisenbahn. Im Zentrum befindet sich der sogenannte "Portugiesische Friedhof". Dank seiner Verwendung wies der Ort auch eine Fabrik und eine Flensplattform auf.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

-54.133333333333-36.683333333333Koordinaten: 54° 8′ 0″ S, 36° 41′ 0″ W