Lesotho Highlands Water Project

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Staumauer des Katse-Stausees
Lesotho Highlands Water Project
320 m WIRTH 529

Das Lesotho Highlands Water Project (deutsch: Lesotho-Hochland-Wasserprojekt, Sesotho: metsi a lihlaba) ist ein Talsperrenprojekt im Inneren des Königreichs Lesotho, das die südafrikanische Großregion Gauteng um die Stadt Johannesburg mit Wasser versorgt. 1986 unterzeichneten die damaligen Außenminister Lesothos und Südafrikas den Vertrag, der den Bau des Staudammprojektes und den dazugehörigen Wasserexport regeln sollte. Mit den Baumaßnahmen wurde etwa 1989 begonnen.

Hydrologischer Hintergrund[Bearbeiten]

Die aufgestauten Flüsse gehören zum Einzugsgebiet des Oranje, der in Lesotho Senqu heißt. Der Senqu entspringt in den nordöstlichen Bergen Lesothos und fließt in westlicher Richtung durch Südafrika und Namibia zum Atlantik. Obwohl die Bergregion von Lesotho lediglich fünf Prozent des Einzugsgebietes des Oranje-Flusses ausmacht, liefert sie rund 50 Prozent des Wassers. Das Projekt ist deswegen so zweckmäßig, weil die aride Region Gauteng, die wenig Jahresniederschlag erhält, aus den nahegelegenen humiden Lesotho Highlands das Wasser durch natürliches Gefälle beziehen kann.

Projektübersicht[Bearbeiten]

Das Lesotho Highlands Water Project hat primär zum Ziel, die Wasserversorgung von Gauteng zu sichern. Zudem wird das umgeleitete Wasser zur Erzeugung von elektrischer Energie genutzt. Von den ursprünglich geplanten fünf Talsperren sind bisher zwei (Katse-Talsperre und Mohale-Talsperre) erstellt worden.

Die Projektplanung gliedert sich in vier Abschnitte, die den Bau der Einrichtungen für das Projekt beschreiben:

  • Phase 1A: Bau der Katse-Talsperre und des 82 Kilometer langen Transfertunnels durch die Malotiberge in die Region Gauteng. Der Transport des Wassers erfolgt über ein natürliches Gefälle. Das Muela-Wasserkraftwerk im Norden Lesothos erzeugt mit diesem Wasser eine Leistung von 72 Megawatt.
  • Phase 1B: Bau der Mohale-Talsperre und des 32 Kilometer langen Verbindungstunnels zwischen dem Mohalereservoir und Katsereservoir. Das Wasser folgt hier ebenfalls einem natürlichen Gefälle.
  • Phase 2: Mashai-Talsperre und Verbindungstunnels zum Katsereservoir
  • Phase 3: Tsoelike-Talsperre und Verbindungstunnels zur Mashai-Talsperre
  • Phase 4: Ntoahae-Talsperre und Verbindungstunnels zum Fluss Tsoelike

Nur Phase 1 wurde bis dato fertiggestellt, für Phase 2 werden allerdings bereits Studien ausgearbeitet, die eine Umsetzung der Pläne prüfen. Durch die fertiggestellte Phase 1 beträgt die Förderleistung des Projektes 30 Kubikmeter pro Sekunde. Eine Fertigstellung aller Phasen würde die Förderleistung auf etwa 70 Kubikmeter pro Sekunde erhöhen. Mit dem Export des Wassers erwirtschaftet Lesotho monatlich 15 Millionen Maloti, das entspricht 2,08 Millionen Euro. Die Einnahmen machen damit 1,56 % des Bruttoinlandsprodukts aus.

Im März 2014 wurden Verträge für die nächste Phase des Projekts unterzeichnet.[1]

Die Stauseen zeichnen sich durch über 100 Meter hohe Dämme sowie schmale, lang gestreckte Formen aufgrund der tief eingeschnittenen Flusstäler aus.

Auswirkungen auf Mensch und Umwelt[Bearbeiten]

Durch die Errichtung der Staumauern wurden Umsiedlungen nötig. Die umgesiedelten Haushalte der Phase 1A haben immer noch nicht den geplanten Lebensstandard. Das Projekt war in den 1980er Jahren umstritten, da es die wirtschaftliche Abhängigkeit Lesothos von Südafrika, das damals noch das Apartheidssystem aufwies, verstärkte.

Während des Projektes waren Bürger Lesothos und Südafrikaner an den Bauarbeiten beteiligt. Allerdings wurden Südafrikaner besser bezahlt, was 1996 zu einem Arbeiteraufstand führte, der schließlich durch die Regierung Lesothos gewaltsam niedergeschlagen wurde. Dieser Zwischenfall kostete fünf streikenden Arbeitern das Leben.

Um die Bauarbeiten zu ermöglichen, ging mit dem Projekt eine infrastrukturelle Erschließung des Landes einher. Es war nun möglich, auf einigen modernen Straßen die Highlands zu durchqueren.

Eine Gefahr, die grundsätzlich mit Stauprojekten einhergeht, ist die „Reservoir induced seismicity“, also Erdbeben, die mit der Befüllung der Reservoire auftreten. 1995 und 1996 kam es in der Nähe der Katse-Talsperre mehrmals zu kleineren Beben, die unter anderem auch Häuser zerstörten. Durch das Beben entstand ein 1,5 Kilometer langer Riss in der Erde des Dorfes Mapeleng, der mehrere Häuser unbewohnbar machte. Es wurde auch von Wasserquellen berichtet, die nach den Beben versiegten.

Das Projekt aus südafrikanischer Sicht[Bearbeiten]

Südafrika hat im Durchschnitt einen Jahresniederschlag von 497 Millimeter, das ist etwa die Hälfte des weltweiten Durchschnitts. Der Niederschlag verteilt sich auf aride und humide Gebiete, so dass für die meisten Teile Südafrikas Wasserknappheit herrscht. Dies ist der Grund, warum besonders in Südafrika durch viele Talsperren Trinkwasser aufgestaut wird. Allerdings steigt der Wasserbedarf Südafrikas stetig. Betrug er im Jahr 1990 22,4 Milliarden Kubikmeter, so wurde für das Jahr 2010 ein Wasserbedarf von 25,9 Milliarden Kubikmeter prognostiziert. Die maximale Menge nutzbaren Wassers wird auf insgesamt 39 Milliarden Kubikmeter pro Jahr beziffert, so dass immer weitere Talsperren geplant werden.

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Das Jahr 2010 ist vorbei. Wie hat sich der Wasserverbrauch entwickelt? --Flominator 15:46, 31. Jan. 2012 (CET)

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Die Steigerung des Wasserbedarfs in der Region Gauteng beruht aber nicht nur auf dem alltäglich notwendigen Wasserverbrauch, sondern auch auf dem verschwenderischen Umgang mit der Ressource Wasser. In den wohlhabenden Vororten von Johannesburg und Pretoria wird ein Großteil des Wassers für die Befüllung von Schwimmbecken verbraucht. In manchen Straßencafés werden zeitweise Wassersprühanlagen eingesetzt, um das warme Wetter auf der Terrasse für die Gäste erträglich zu machen. Die Wasserleitungen in der Region weisen Lecks auf, aus denen wertvolles Trinkwasser in das Grundwasser entweicht. Durch die Industrie in dem Ballungsraum besitzt das Grundwasser aber keine gute Qualität. Die Bewohner des Johannesburger Stadtteils Alexandra kritisierten Anfang 1998 das aufwändige Projekt aus Angst vor steigenden Wasserpreisen. Der Sinn des Projektes wurde wegen der Lecks in Frage gestellt. Die Bewohner Alexandras sahen mehr Sinn darin, die bestehenden Wasserleitungen zu reparieren, damit ein Import von Wasser unnötig wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gleick: The Lesotho Highlands Water Project, Senqu river Basin, Lesotho. In: The World’s Water – The Biennial report on Freshwater Recources – 1998-1999. S. 93–102, Island Press (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lesotho: Rückkehr nach Putsch. Deutsche Welle vom 3. September 2014, abgerufen am 3. September 2014