Atlantischer Ozean

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Atlantik)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Atlantik ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Atlantik (Begriffsklärung) aufgeführt.

7-31Koordinaten: 7° N, 31° W

Karte des Atlantischen Ozeans

Der Atlantische Ozean, auch Atlantik genannt, ist nach dem Pazifik der zweitgrößte Ozean. Als Grenzen gelten die Polarkreise und die Meridiane durch Kap Agulhas im Osten und Kap Hoorn im Westen. Die von ihm bedeckte Fläche beträgt 79.776.350 km², mit den Nebenmeeren 89.757.830 km² und mit dem Arktischen Ozean 106,2 Millionen km², insgesamt ein Fünftel der Erdoberfläche.[1] Dabei liegt die durchschnittliche Wassertiefe (bei Einschluss aller Nebenmeere) bei 3293 Metern.

Inhaltsverzeichnis

Name [Bearbeiten]

Der Name geht auf den Begriff Atlantis thalassa der altgriechischen Sprache zurück: Ἀτλαντὶς θάλασσα ‚Meer des Atlas‘).

In der Griechischen Mythologie glaubte man, dass die Welt hinter den Säulen des Herakles, westlich der Straße von Gibraltar, endete. Demnach stützte der Titan Atlas (griechisch Ἄτλας, Träger) das Himmelsgewölbe am westlichsten Punkt. Ihm zu Ehren wurde der Ozean benannt.

Geographie [Bearbeiten]

Laurasia und Gondwana im Trias

Der Atlantik entstand durch die Teilung der erdgeschichtlichen Kontinente Laurasia im Norden und Gondwana im Süden. Heute trennt er Europa und Afrika vom amerikanischen Kontinent. Der Mittelatlantische Rücken überragt den Tiefseeboden um bis zu 3000 Meter und trennt die west- von der ostatlantischen Senke des Ozeans.

Der Atlantische Ozean liegt fast ausschließlich auf der Westhalbkugel der Erde. Er ist umgeben von der Arktis im Norden, Europa im Nordosten, Afrika und dem Indischen Ozean im Osten, der Antarktis im Süden, Südamerika im südlichen und Nordamerika im nördlichen Westen. Der Atlantik wird in Nordatlantik, Zentralatlantik und Südatlantik unterteilt.

Der Atlantische Ozean birgt ein Wasservolumen von rund 354,7 Mio. km³. Seine größte Breite beträgt 9.000 km zwischen Senegal und dem Golf von Mexiko, die geringste 1.500 km zwischen Norwegen und Grönland.[1] Die maximale Tiefe wird mit 9.219 Metern im Milwaukeetief, einem Teil des Puerto-Rico-Grabens, erreicht. Der Golfstrom, der aus der Karibik kommt und quer über den Atlantik bis nach Grönland zieht, ist für das relativ milde Klima an den nordeuropäischen Küsten verantwortlich. Der Atlantik ist wegen des intensiven Schiffsverkehrs auf den Nebenmeeren (u. a. Mittelmeer, Nord- und Ostsee) und des Transitverkehrs zwischen Europa und Nordamerika das verkehrsreichste Weltmeer.

Nebenmeere [Bearbeiten]

Der Atlantik hat bedeutende Mittel-, Rand- und Binnenmeere:

Bezeichnung Art Fläche (km²) Tiefe (m)
Europäisches Nordmeer Randmeer 000000001380000.00000000001.380.000 Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „~“Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „~“~1.750
Mittelmeer Randmeer 000000002500000.00000000002.500.000 000000000001720.00000000001.720
Irmingersee Randmeer 000000000800000.0000000000800.000 000000000002800.00000000002.800
Nordsee Randmeer 000000000575000.0000000000575.000 000000000000094.000000000094
Ostsee Binnenmeer 000000000413000.0000000000413.000 000000000000052.000000000052
Amerikanisches Mittelmeer Mittelmeer 000000004354000.00000000004.354.000 000000000002216.00000000002.216
Baffin Bay Randmeer 000000000689000.0000000000689.000 000000000000861.0000000000861
Labradorsee Randmeer 000000000841000.0000000000841.000 000000000001898.00000000001.898
Biskaya Randmeer 000000000223000.0000000000223.000
Ärmelkanal Randmeer 000000000075000.000000000075.000 000000000000063.000000000063
Keltische See Randmeer Expression-Fehler: Unerwarteter Operator <Expression-Fehler: Unerwarteter Operator << 100
Irische See Randmeer 000000000104000.0000000000104.000 Expression-Fehler: Unerwarteter Operator <Expression-Fehler: Unerwarteter Operator << 175
Kattegat Randmeer 000000000022000.000000000022.000 000000000000080.000000000080
Sargassosee Randmeer 000000005300000.00000000005.300.000 000000000005000.00000000005.000
Schottische See Randmeer 000000000900000.0000000000900.000
Golf von Maine Randmeer 000000000093000.000000000093.000
Sankt-Lorenz-Golf Randmeer 000000000240000.0000000000240.000
Golf von Guinea Randmeer

Natürliche Verbindungen zu den anderen Weltmeeren [Bearbeiten]

Hauptartikel: Nordwestpassage

Die Dänemarkstraße zwischen Grönland und Island sowie die Davisstraße mit der Baffin Bay zwischen Kanada und Grönland verbinden den Atlantik mit dem Arktischen Ozean. Östlich von Island geht das Europäische Nordmeer in den Arktischen Ozean über. Die größte zusammenhängende Verbindung des Atlantik mit den übrigen Ozeanen erstreckt sich südlich von Kap Agulhas. Der durch diesen Ort laufende Meridian trennt den Atlantik vom Indischen Ozean. Im Süden bildet der 60. Breitengrad die durch den Antarktisvertrag willkürlich gezogene Grenze zum Südpolarmeer. Natürliche Verbindungen zum Pazifischen Ozean sind die Magellanstraße, der Beagle-Kanal und die Gewässer um Kap Hoorn.

Künstliche Verbindungen [Bearbeiten]

Hauptartikel: Sueskanal und Panamakanal

Anrainerstaaten [Bearbeiten]

Um den Atlantischen Ozean herum und an seinen Nebenmeeren liegen zahlreiche Staaten. Da wären zu nennen (Aufzählung im Uhrzeigersinn) in

Europa [Bearbeiten]

Auf dem Kontinent [Bearbeiten]

Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal, Monaco, Italien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland, Türkei, Rumänien, Russland und die Ukraine

Dem Kontinent zugeordnete Inselstaaten [Bearbeiten]

Island, Großbritannien, Irland und Malta

Asien [Bearbeiten]

Es gibt keinen einzigen Staat in Asien, der direkt am Atlantischen Ozean liegt. Trotzdem gibt es einige wenige, die indirekt über das Europäische Mittelmeer (als dessen Randmeer) mit ihm verbunden sind. Es sind Zypern, die Türkei, Syrien, der Libanon und Israel.

Afrika [Bearbeiten]

Auf dem Kontinent [Bearbeiten]
Staaten mit einer Küste zum Europäischen Mittelmeer [Bearbeiten]

(Randmeer des Atlantiks):

Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien, Marokko

Direkte Anrainerstaaten [Bearbeiten]

Marokko, Westsahara, Mauretanien, Senegal, Gambia, Guinea-Bissau, Guinea, Sierra Leone, Liberia, Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin, Nigeria, Kamerun, Äquatorial-Guinea, Gabun, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Angola, Namibia und Südafrika.

Inselstaaten [Bearbeiten]

An selbständigen Inselstaaten sind nur Kap Verde sowie São Tomé und Príncipe bekannt. Hinzu kommt noch ein britisches Überseegebiet, das die Inseln Ascension, St. Helena und Tristan da Cunha umfasst.

Südamerika [Bearbeiten]

Auch der südamerikanische Kontinent steuert einige Anrainerstaaten des Atlantiks bei. Zu erwähnen sind (von Süden nach Norden):

Argentinien, Uruguay, Brasilien, Suriname, Guyana, Venezuela und Kolumbien. Die Falklandinseln gehören politisch zu Großbritannien und Französisch-Guayana ist eine Region Frankreichs und damit kein Anliegerstaat.

Nordamerika [Bearbeiten]

Kontinentale Anrainerstaaten [Bearbeiten]

Dazu werden gezählt:

Panama, Costa Rica, Nicaragua, Honduras, Guatemala, Belize, Mexiko, USA und Kanada.

Inselstaaten [Bearbeiten]

Besonders im Amerikanischen Mittelmeer liegen sehr viele Inselstaaten (alphabetische Sortierung):

Antigua und Barbuda, Bahamas, Barbados, Dominica, Dominikanische Republik, Grenada, Haiti, Jamaika, Kuba, St. Kitts und Nevis,St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Trinidad und Tobago

Forschungsgeschichte [Bearbeiten]

Die Deutsche Atlantische Expedition erkundete den südlichen Teil des Atlantiks zwischen 1925 und 1927.

Meeresboden [Bearbeiten]

Auf dem Boden des Atlantiks gibt es außer Tiefseebecken, Tiefseerinnen und Meerestiefs und einigen niedrigeren Schwellen als auffälligste Struktur den Mittelatlantischen Rücken. Es ist dies eine zerklüftete Erhebung auf einer divergierenden Plattengrenze, die den Atlantik etwa in der Mitte von Nord nach Süd durchzieht. Hier steigt beständig Lava auf, die die zwei angrenzenden ozeanischen Platten auseinanderschiebt und damit den Atlantik verbreitert und die dahinter liegenden Kontinente immer weiter voneinandertreibt; der Ablauf ist durch Datierung der Gesteine auf dem Ozeanboden nachgewiesen, die je weiter entfernt vom Rücken je älter sind.

Zu den Tiefseerinnen und Meerestiefs gehört der Puerto-Rico-Graben mit dem 9.219 m unter dem Meeresspiegel liegenden Milwaukeetief, der tiefsten Stelle des ganzen Atlantiks.

Salzgehalt [Bearbeiten]

Der Atlantische Ozean hat im Durchschnitt einen Salzgehalt von etwa 3,54 %, während der Wert im Pazifik bei 3,45 % und im Indischen Ozean bei 3,48 % liegt. Im Randmeer Nordsee ist der Salzgehalt mit 3,2–3,5 % schon merklich niedriger. Er fällt in der Nähe von Flussmündungen auf 1,5–2,5 % und erreicht in der Ostsee, die fast vollständig von Festland umgeben ist und nur geringen Wasseraustausch mit dem Atlantik hat, nur noch 0,2–2,0 %.

Inseln [Bearbeiten]

Einige der größten Inseln der Erde liegen im Atlantischen Ozean: Die Britische Inseln, Grönland, Irland, Island und Neufundland. Archipele sind die Azoren, die Bahamas, die Bermudas, die Falklandinseln, die brailianische Inselgruppe Fernando de Noronha, die Große Antillen, die zur Kamerunlinie gehörige Inselgruppe um São Tomé und Príncipe, die Kanaren, die Kleine Antillen, die unbewohnten Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, die Scilly-Inseln und der Inselstaat Kap Verde. Isolierte Inseln sind Annobón, Ascension, Bioko, Bouvetinsel, Gough-Insel, Madeira, St. Helena,Trindade und Tristan da Cunha.

Regatten [Bearbeiten]

Auf dem Atlantik werden berühmte Regatten gesegelt:

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Wiktionary Wiktionary: Atlantik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Atlantischer Ozean – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Atlantischer Ozean – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b Brockhaus 1904
  2. ISAF
Dieser Artikel existiert auch als Audiodatei.
Gesprochene Wikipedia Dieser Artikel ist als Audiodatei verfügbar:
Atlantischer Ozean
Speichern | Informationen | 12:33 min (9 MB)
Mehr Informationen zur gesprochenen Wikipedia