Leukoxen

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Leukoxen, auch Leucoxen oder Arizonit, ist ein Gemenge aus eisen- und titanhaltigen Mineralen, meist aber Anatas, Hämatit, Perowskit, Rutil und Titanit, besonders aber Ilmenit.[1][2]

Leukoxen besteht zu etwa 68 % aus Titandioxid der Rutil- oder Anatas-Modifikation. Die Farbe kann von gelb über braun bis grau variieren.[3]

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Leukoxen bildet sich als Verwitterungsprodukt und ersetzt in der Folge die früher gebildeten Minerale Ilmenit und Titanomagnetit (titanhaltiger Magnetit). Zu finden ist es in einigen Lavagesteinen und eisenhaltigen Erzen.

Leukoxen gehört zu den eher selten vorkommenden Mineralgemengen, das an verschiedenen Fundorten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein kann, insgesamt aber wenig verbreitet ist. Bisher (Stand: 2011) sind etwa 260 Fundorte bekannt.[4]

In Deutschland trat es unter anderem bei Sinsheim und im Odenwald in Baden-Württemberg sowie bei Kropfmühl und Mähring in Bayern auf. In Österreich fand man Leukoxen bisher bei Bernstein im Burgenland, am Biberg bei Saalfelden in Salzburg und am Bohnkogel in der Gemeinde steiermarker Altenberg an der Rax.

Weitere Fundorte liegen unter anderem in der Antarktis, Argentinien, Australien, Bangladesh, Belgien, Bolivien, Brasilien, Chile, China, Frankreich, Ghana, Griechenland, Indien, Indonesien, Irland, Japan, Kanada, der Demokratischen Republik Kongo, Madagaskar, Marokko, Mexiko, Neuseeland, Nordkorea, Norwegen, Russland, Schweden, Simbabwe, Slowakei, Spanien, Südafrika, Tschechien, der Türkei, der Ukraine, Ungarn, Usbekistan, auf der US-amerikanischen Jungferninsel St. John, im Vereinigten Königreich sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika.[5]

Verwendung[Bearbeiten]

Leucoxen wird wie Ilmenit als Rohstoff zur Herstellung von industriellem Titandioxid (Rutil) nach dem Chlorid-Verfahren verwendet. Hierzu wird es durch den Becher-Prozess in synthetischen Rutil überführt und von den eisenhaltigen Bestandteilen getrennt. Dieser Rutil wird dann zur Produktion von Titandioxid-Pigmenten dem Chlorid-Prozess zugeführt wird.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mineralienatlas:Leukoxen
  2.  Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 5. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2008, ISBN 3-921656-17-6.
  3. Rohstoff-Welt.de: Mineralsande
  4. Mindat: Leucoxene
  5. Mindat: Localities for Leucoxene
  6. J. Winkler; Titandioxid; Vincentz Network; Hannover; 2003