Odenwald

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Odenwald
Übersichtskarte Odenwald

Übersichtskarte Odenwald

Blick von Hochheim am Main nach Südosten über die Oberrheinische Tiefebene bis zum Odenwald. Die markanteste Erhebung der Odenwald-Silhouette ist im rechten Bilddrittel der Melibokus an der Bergstraße in 38 km Entfernung. Rechts vom Melibokus setzt sich die Bergstraße nach Süden weiter fort.

Blick von Hochheim am Main nach Südosten über die Oberrheinische Tiefebene bis zum Odenwald. Die markanteste Erhebung der Odenwald-Silhouette ist im rechten Bilddrittel der Melibokus an der Bergstraße in 38 km Entfernung. Rechts vom Melibokus setzt sich die Bergstraße nach Süden weiter fort.

Höchster Gipfel Katzenbuckel (626 m ü. NN)
Lage Hessen, Bayern, Baden-Württemberg
Teil des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes
Koordinaten 49° 35′ N, 9° 1′ O49.5839939.021749626Koordinaten: 49° 35′ N, 9° 1′ O
Typ Mittelgebirge
Gestein Buntsandstein, Gneis, Granit, Vulkanite
Fläche 2.500 km²
Lage des Odenwaldes in Deutschland

Der Odenwald ist ein Mittelgebirge in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Die Westgrenze des Odenwalds an der Bergstraße bietet ein sehr eindrucksvolles Bild und ist ganz klar an der sehr geradlinigen Abbruchkante des Berglandes zur Oberrheinischen Tiefebene zu erkennen. Auf einer Länge von etwa 65 Kilometer zwischen Darmstadt und Wiesloch erheben sich aus einem brettebenen Flachland unvermittelt steile Bergflanken, die mehrere Hundert Meter hoch aufsteigen. Die Nordgrenze ist weniger klar zu definieren und verläuft auch nicht geradlinig. Die Naturraumgrenze nimmt den Nordsaum des Waldlandes als Anhaltspunkt, auch wenn nördlich anschließend im Reinheimer Hügelland noch Berge von beträchtlicher Höhe und markantem Profil wie der Otzberg über die nördlich anschließende Untermainebene aufragen. Im Osten wiederum ist das Maintal auf 33 Kilometer Länge von Großwallstadt bis Bürgstadt eine klare Grenzlinie zum Spessart. Von dort geht die Grenzlinie der Erfa folgend in südöstlicher Richtung weiter bis Hardheim, der östlichsten Ortschaft des Odenwaldes. Von hier an folgt die Begrenzung des Odenwaldes zum Bauland in südwestlicher Richtung über Walldürn und Buchen grob dem Verlauf der Bundesstraße 27 bis Mosbach. Hier beginnt das Odenwälder Durchbruchstal des Neckars mit dem nördlichen Wendepunkt seines Laufs bei Eberbach, der eindrucksvollen doppelten Neckarschleife bei Hirschhorn und dem Austritt in die Oberrheinebene bei Heidelberg. Südlich des Neckars liegt der Kleine Odenwald, der von Mosbach bis Wiesloch an den Kraichgau grenzt. Auch diese Grenze kann, wie die Grenze zum Bauland oder zur Untermainebene, nach unterschiedlichsten Kriterien festgelegt werden. Die naturräumlichen Grenzen sind deutlich enger gezogen als die Grenzen der beiden Naturparke Bergstraße-Odenwald und Neckartal-Odenwald.

Untergliedert ist der Odenwald durch die grob in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Tallandschaften des Weschnitz- und Gersprenztals im Vorderen Odenwald und das Mümlingtal im Hinteren Odenwald. Die wichtigste Wasserscheide im Odenwald ist die zwischen Neckar und Main.

Der Norden und der Westen des Odenwaldes gehören zum südlichen Hessen, im Süden erstreckt er sich nach Baden hinein. Im Nordosten liegt ein kleiner Teil in Unterfranken, in Bayern.

[Bearbeiten] Geologie

Klettersteig im Steinbruch Breuberg-Hainstadt
Charakteristische Sandsteinformation bei Eberbach

Der Odenwald gehört mit vielen Mittelgebirgen Deutschlands zum Variszischen Gebirge, das sich vor mehr als 300 Millionen Jahren im Devon durch große Teile Europas zog. Auslöser der Gebirgsbildung war die Kollision der beiden Kontinente Ur-Europa und Ur-Afrika.

In der Trias vor ca. 200 Millionen Jahren senkte sich das Land wieder, und es bildete sich das so genannte Germanische Becken, in dem sich meterdicke Schichten des roten Buntsandsteins ablagern konnten. Diese wurden später durch die Muschelkalkablagerungen eines großen Binnenmeers überdeckt, gefolgt von den Sedimenten der Keuperzeit. Es bildete sich das süddeutsche Schichtstufenland.

Als sich das Land im Bereich des heutigen Odenwaldes vor etwa 180 Millionen Jahren wieder hob, wurden mehrere 100 m der Sedimentschicht z. T. bis auf das Grundgebirge wieder abgetragen, wie es im Westen des Odenwaldes noch zu sehen ist. Das Grundgebirge ist hier aus bemerkenswert vielen unterschiedlichen Gesteinen aufgebaut, darunter Gneise, Granite, Diorite, dem Gabbro des Frankenbergplutons usw. Im östlichen Odenwald ist von den Sedimentpaketen nur der rote Buntsandstein übrig geblieben. Weiter östlich im Bauland bestehen noch die Muschelkalkablagerungen über dem Buntsandstein. Im Süden bei Heidelberg ist unter dem Buntsandstein auch noch Zechstein erhalten. Das Rotliegend ist nur sehr vereinzelt nördlich des Odenwaldes auszumachen, etwa im Sprendlinger Horst.[1]

Vor ungefähr 60 bis 50 Millionen Jahren bildeten sich Vulkane entlang der großen geologischen Störungszonen. Davon zeugen noch der Otzberg, der Daumberg und der Katzenbuckel. Von Vulkanismus mit sauren Gesteinen zeugen die Rhyolithe bei Dossenheim. Entlang der Störungen haben sich die Flüsschen Gersprenz und Weschnitz teilweise ihr Flussbett gegraben.

Etwa zur gleichen Zeit begann die mitteleuropäische Platte aufzureißen, so dass der Rheintalgraben einbrach und die Hessische Senke entstand. Während sich der Rheintalgraben heute noch mit knapp einem Millimeter pro Jahr absenkt, wurde der Odenwald relativ dazu in seine heutige Höhe emporgehoben.

Der Rheintalgraben ist Teil eines Grabenbruchs, der vom Mittelmeer bis nach Norwegen reicht. Direkt am Odenwaldrand ist er ca. 2.500 m tief, aber bis auf die heutige Höhe aufgefüllt mit jungen Fluss- und Meeressedimenten, denn noch vor etwa 20 Millionen Jahren reichte die Nordsee über die Wetterau-Senke bis herunter in das Rheintal.

[Bearbeiten] Bergbau

Die geologischen Prozesse haben Vorkommen zahlreicher Minerale und Erze begünstigt. Bis in die Neuzeit hinein wurden Marmor (Auerbach) und Porphyr (Dossenheim) abgebaut. Im südwestlichen Odenwald wurden seit dem Mittelalter Silber-, Blei- und Kupfererze gefördert, während im östlichen Teil des Buntsandsteinodenwaldes Bergbau wegen der Eisen- und Manganerze dominierte. Die meisten Betriebe wurden mit dem Aufkommen der Hochöfen unrentabel, weil für diese große Mengen an Steinkohle benötigt wurden. Hinzu kamen bis zum Bau der Odenwaldbahn ungünstige Transportverbindungen, geringer Ertrag und Reinheit der Erze.[2]

[Bearbeiten] Naturräumliche Gliederung

Die Margarethenschlucht liegt im Sandstein-Odenwald

Der Odenwald gehört naturräumlich zur Haupteinheitengruppe D55 (Bundesamt für Naturschutz) bzw. 14 (Meynen) Odenwald, Spessart und Südrhön („Hessisch-Fränkisches Bergland“). Er teilt sich in erster Linie auf in Buntsandstein-Odenwald und den Vorderen Odenwald („Kristalliner Odenwald“):[3]

  • (zu 14) Odenwald
    • 144 Sandstein-Odenwald
      • 144.3 Odenwald-Neckartal
      • 144.6 Zentraler Sandsteinodenwald (Hinterer Odenwald)
        • 144.60 Südlicher zertalter Sandsteinodenwald (Neckarseitentäler)
        • 144.61 Östlicher zertalter Sandsteinodenwald (Mainseitentäler)
        • 144.62 Beerfelder Platte
        • 144.63 Würzberger Platte
        • 144.64 Sellplatte
        • 144.65 Wegscheidekamm
        • 144.66 Mossausenke
        • 144.67 Eichelsberge
        • 144.68 Breuberg-Odenwald
        • 144.69 Mümlingtal
    • 145 Kristalliner Odenwald (Vorderer Odenwald)
      • 145.0 Melibocus-Odenwald
        • 145.00 Melibocusmassiv
        • 145.01 Frankensteinmassiv
        • 145.02 Hochstädter Senke
        • 145.03 Felsbergmassiv
        • 145.04 Neutscher Rücken
        • 145.05 Lautertal
        • 145.06 Oberes Modautal
        • 145.07 Unteres Modautal (Mühltal)
        • 145.08 Trautheimer Wald
        • 145.09 Darmstadt-Bessunger Rücken
      • 145.1 Eichelberg-Odenwald
      • 145.2 Juchhöh-Odenwald
      • 145.3 Weschnitztal
      • 145.4 Tromm-Odenwald
      • 145.5 Krehberg-Odenwald
      • 145.6 Neunkircher-Höh-Odenwald
      • 145.7 Lichtenberger Höhen
      • 145.8 Gersprenztal
      • 145.9 Böllstein-Odenwald

[Bearbeiten] Sandstein-Odenwald

Im Sandstein-Odenwald ist sedimentäre Bedeckung aus der Buntsandstein-Zeit über dem variskischen Grundgebirge noch erhalten geblieben. Vorherrschend sind eine starke Zertalung und die länglichen Höhenrücken in „Sargdeckel-Form“.

[Bearbeiten] Kristalliner Odenwald

In diesem Bereich hat die Abtragung den kristallinen Grundgebirgsstock bereits freigelegt, bedingt durch eine tektonische Höherstellung. Hier wird eine reichhaltige Gesteinsvielfalt angeboten. metamorpher Gneis ist genauso vertreten wie plutonischer Gabbro oder vulkanischer Rhyolith (Quarzporphyr) und Basalt.

[Bearbeiten] Geschichte

Vorgeschichtliche Funde von der Hoffläche der Villa rustica Haselburg: Hinten links Becher vom Ende der Jungsteinzeit (3. Jahrtausend v. Chr., Grabbeigabe zum Hockergrab). Das Gefäß rechts und die Schmuckgegenstände gehören zu Gräbern aus frühkeltischer Zeit (4./3. Jahrhundert v. Chr.).
Kastellbad des Kastell Würzberg.
Römische Villa Haselburg bei Höchst i. Odw.

[Bearbeiten] Urgeschichte

Die früheste Besiedlung des Odenwaldes ist durch archäologische Funde fassbar im Endneolithikum.[4] Ältere Funde der Bandkeramik gibt es nur in den nördlichen (Gersprenz) und südlichen (Neckartal) Randbereichen des Odenwaldes. Zu den ältesten Funden zählt ein Hockergrab, das unter der Hofmauer der späteren römischen Villa Haselburg bei Hummetroth gefunden wurde.[5] Zahlreiche Werkzeugfunde in der Gegend des Kinzigtals belegen eine Besiedlung in dieser Zeit. Sie wurden privat gesammelt und befinden sich heute als Sammlung Schwarz im Breubergmuseum auf der Burg Breuberg. Auch aus der Bronzezeit fehlen Siedlungsfunde. Doch sind entlang der Flusstäler zahlreiche Grabhügel erhalten, besonders im mittleren Mümlingtal. Sie lagen charakteristisch auf den Anhöhen oberhalb der Talkessel.

In der Hallstatt- und Früh-La-Tène-Zeit wurden diese Grabhügel für Nachbestattungen erneut aufgesucht und auch neue angelegt. Eine solche Grabanlage ist wiederum bekannt von der Hoffläche der römischen Villa Haselburg. Der Grabhügel enthielt zwei Bestattungen der frühkeltischen Zeit (4./ 3. Jahrhundert v. Chr.) mit Trachtbestandteilen aus Eisen und Bronze, darunter ein Scheibenhalsring mit Koralleneinlagen. Es gibt aber keine Hinweise darauf, ob der Hügel zur Römerzeit noch sichtbar war.[6] Ein weiterer bedeutender Fund dieser Zeit ist das sogenannte Raibacher Bild, eine anthropomorphe Sandstein-Stele, die 1919 am Obersberg bei Breuberg-Rai-Breitenbach gefunden wurde.[7] Sie befindet sich heute im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, eine Kopie ist im Breubergmuseum ausgestellt.

Funde aus der keltisch geprägten Spät-La-Tène-Zeit fehlen im Odenwald fast völlig.[8] Möglicherweise waren die Kelten zur Zeit der Ankunft der Römer bereits durch Germanen verdrängt worden. Südwestlich des Odenwaldes siedelten sich um Ladenburg im 1. Jahrhundert n. Chr. die Neckarsueben an. Für den Odenwald muss nach derzeitigem Kenntnisstand davon ausgegangen werden, dass die Römer ein relativ unbesiedeltes Land vorfanden.

[Bearbeiten] Römische Kaiserzeit

Mit der Eroberung des rechtsrheinischen Decumatlandes in den Chattenkriegen Kaiser Domitians gelangte das Gebiet unter römische Kontrolle. Im Gegensatz zu anderen Bauten des Obergermanisch-Raetischen Limes wie der Taunusstrecke wurde die ältere Odenwaldlinie des Neckar-Odenwald-Limes erst um das Jahr 100 unter Kaiser Trajan (98-117) errichtet. Dieser Limesabschnitt verläuft vom Kastell Wörth am Main zunächst nach Südwesten über das Kastell Seckmauern zum Kastell Lützelbach. Von dort verläuft er auf dem großen Sandsteinrücken östlich der Mümling nach Süden über das Kleinkastell Windlücke, Kastell Hainhaus, Kastell Eulbach, Kastell Würzberg zum Kastell Hesselbach, wo er das heutige Dreiländereck Hessen/ Bayern/ Baden-Württemberg passiert. Auf baden-württembergischer Seite folgen zunächst die Kleinkastelle Zwing und Seitzenbuche, Kastell Schloßau, Kastell Oberscheidental, die Kleinkastelle Robern und Trienz, die Kastelle von Neckarburken, Uferkastell Duttenberg, Kleinkastell Kochendorf bis er schließlich beim Kastell Wimpfen im Tal den Neckar erreicht.[9]

Die besonders gebirgigen Strecken des Limes wurden zwischen Wörth und Oberscheidental durchgängig von kleineren Einheiten, sogenannten numeri bewacht. Aus zahlreichen Inschriften geht hervor, dass es sich dabei um numeri brittonum handelt, also Hilfstruppeneinheiten, die ursprünglich in Brittannien ausgehoben wurden.[10]

Große Teile des Odenwaldes lagen nun im römisch beherrschten Obergermanien. Um 159 wurde der Limes um ungefähr 30 km nach Osten auf die Linie MiltenbergWalldürnBuchen-Osterburken vorverlegt. Die Odenwaldstrecke erreichte deshalb nicht den letzten Ausbauzustand des Limes mit Wall und Graben, sondern es bestand zu den Wachtürmen und dem Postenweg nur die Palisade. Im Hinterland etablierte sich eine zivile Verwaltung, Deren Hauptorte lagen am Rande des Odenwaldes in Dieburg (Hauptort der Civitas Auderiensium), Ladenburg (Civitas Ulpia Sueborum Nicretum) sowie Bad Wimpfen (Civitas Alisinensium). Im Odenwald entstanden zivile Siedlungen in Form von zahlreichen kleineren Villae rusticae, die sich schwerpunktmäßig an den Flüssen befanden. Neben den zahlreichen kleineren Wirtschaftseinheiten gab es auch wenige größere Villen. Die bedeutendste Fundstelle dieser Art ist die Haselburg bei Höchst i. Odw., die freigelegt und als Freilichtmuseum konserviert wurde.[11]

[Bearbeiten] Völkerwanderung und Frühmittelalter

  • 260: Zerfall der römischen Macht. Die Alemannen drängen auch in den Odenwald und besiedeln das Land zwischen Main und Neckar, danach kommen die Franken.
  • 5. Jahrhundert: Die Franken unter Chlodwig I. teilen das Land in Gaue ein.
  • 7./8. Jahrhundert: Es erfolgt die Christianisierung durch iro-schottische Mönche (Pirminius, Bonifatius). Auf den für die Landwirtschaft günstigen Muschelkalkböden des heutigen Baulandes entsteht ein weitmaschiges Siedlungsnetz. Der Hintere Odenwald mit seinen kargen Buntsandsteinböden bleibt im Gegensatz dazu noch siedlungsfrei. Vier Benediktinerklöstern war von der fränkischen Zentralgewalt (Karolinger) die Aufgabe zugewiesen, das unbesiedelte Waldgebiet Odenwald zu erschließen. Das Kloster Lorsch von Westen her, das Kloster Fulda von Norden, das Kloster Amorbach von Osten und das Kloster Mosbach von Süden. Das Kloster Amorbach hatte die größte Bedeutung für die kirchliche, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung im östlichen Odenwald.
  • 9. Jahrhundert: Im südöstlichen Odenwald nahe des inzwischen dichter besiedelten Baulandes werden Siedlungen angelegt, die Gesteinsgrenze vom Muschelkalk zum Buntsandstein wird überschritten.

[Bearbeiten] Name

Die Herkunft des Namens Odenwald ist offen und wird weiterhin kontrovers diskutiert:

  • Der Name wird von Ode (Mehrzahl: Oden) abgeleitet, was soviel wie Sage bedeutet. D.h. Odenwald bedeutet der Wald der Sagen (Nibelungensage).
  • Eine weitere Namensdeutung sieht einen Zusammenhang zwischen dem Odenwald und der Bezeichnung der ehemaligen römischen Verwaltungseinheit Civitas Auderiensium, die unter anderem den Norden des Gebirges umfasste und nach einem Volksstamm der Auderienser benannt sein könnte.
  • Postuliert wird ein Zusammenhang mit dem Namen des „Euterbaches“, also etwa Waldgebirge des Euterbaches. Diese Erklärung wirft allerdings unmittelbar die Frage nach der Herkunft des Wortes „Euterbach“ auf.
  • Es soll eine Verwandtschaft mit dem Wort öde bestehen – nicht im heutigen Sinne einer Wüstenlandschaft, sondern mit der Bedeutung „dünn besiedelt“.
  • Die Herkunft von Odem (für Atem) soll auf Winde hindeuten, die irgendwelchen Göttern als Atem zugeordnet waren. Dies lässt indessen die Frage offen, wie im allgemeinen Sprachgebrauch zwar Odem zu Atem, Odemwald jedoch zu Odenwald wird.

[Bearbeiten] Legende und Mythologie

Im Nibelungenlied (siehe auch Nibelungensage) wird der Drachentöter Siegfried bei einem Jagdzug (anstelle eines ausgefallenen Feldzugs), der von der Burgundenstadt Worms in den Odenwald führt, von Hagen von Tronje ermordet. Da kein genauer Ort überliefert ist, streiten sich zahlreiche Gemeinden vor allem des hessischen Odenwaldes um das Recht, sich Mordstätte Siegfrieds nennen zu dürfen. Auch Odenheim, eine Gemeinde südlich des Odenwalds, beansprucht dieses Recht, und rechnet sich so schon dem Odenwald zu.

[Bearbeiten] Topographie

[Bearbeiten] Berge

Neunkircher Höhe von Südwesten

Über 600 m:

Über 450 m:

Über 300 m:

[Bearbeiten] Gewässer

[Bearbeiten] Fließgewässer

Im Odenwald entspringen zahlreiche Fließgewässer, davon sind die längsten:

Der Eutersee bei Hesseneck
  • Weschnitz (60 km), ein Zufluss des Rheins
  • Mümling (50 km), ein Zufluss des Mains
  • Gersprenz (47 km), ein Zufluss des Mains
  • Lauter (43 km), ein Zufluss des Rheins
  • Modau (42 km), ein Zufluss des Rheins
  • Erf (40 km), ein Zufluss des Mains
  • Elz (Elzbach) (34 km), ein Zufluss des Neckars
  • Mud (24 km), ein Zufluss des Mains
  • Steinach (22 km), ein Zufluss des Neckars
  • Itterbach (21,2 km), ein Zufluss des Neckars, der in Eberbach mündet und zum Großteil aus dem Eutersee gespeist wird
  • Finkenbach (20,5 km), Zusammenfluss in Hirschhorn mit dem Ulfenbach zum Laxbach, einem kurzen Zufluss des Neckars
  • Ulfenbach (19,1 km), Zusammenfluss in Hirschhorn mit dem Finkenbach zum Laxbach, einem kurzen Zufluss des Neckars
  • Gammelsbach (15 km), fließt von Beerfelden durch Gammelsbach nach Eberbach (Zufluss des Neckars)
  • Grundelbach, (die) (10 km), fließt von Trösel nach Weinheim

[Bearbeiten] Stillgewässer

Im Odenwald gibt es auch einige Stillgewässer, dazu gehören:

  • Marbach-Stausee mit 49 - 22 ha Wasserfläche (je nach Staustand)
  • Der „Große See“ und der „Kleine See“ im Kurpark in Bad König mit 3,3 bzw. 1,1 ha Wasserfläche
  • Eutersee mit 0,9 ha Wasserfläche

[Bearbeiten] Politische Gliederung

[Bearbeiten] Landkreise (mit Kreisstädten)

[Bearbeiten] Kreisfreie Städte

[Bearbeiten] Verkehr und Tourismus

[Bearbeiten] Straßen

Der geplante Weiterbau der Odenwaldautobahn (A 45) wurde nie verwirklicht. Durch den Odenwald laufen mehrere Bundesstraßen:

Außerdem führen durch den Odenwald die Nibelungen- und die Siegfriedstraße, die teils entlang der vorgenannten Straßen verlaufen.

[Bearbeiten] Eisenbahnen

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Im Odenwald liegt eine große Zahl von historischen Burgen und Schlössern.

  • Im hessischen Hainstadt (Stadtteil von Breuberg) im Mümlingtal befindet sich ein Steinbruch, der von den Odenwälder Kletterfreunden zum Klettern eingerichtet worden ist. Es gibt zudem einen kurzen mit Drahtseilen gesicherten Klettersteig. Die Odenwälder Kletterfreunde sorgen dafür, dass die Wege gepflegt werden. Der Steinbruch liegt auch im Einzugsbereich der Sektion Darmstadt des DAV.
  • Unterhalb des 514 m hohen Felsbergs und nördlich von Lautertal-Reichenbach befindet sich ein Felsenmeer, eine weit ausgedehnte Ansammlung von sehr großen Felsbrocken, das schon von den Römern als Steinbruch benutzt wurde.
  • In Eberstadt, einem Stadtteil von Buchen (Odenwald), wurde 1971 eine der bedeutendsten Tropfsteinhöhlen Süddeutschlands entdeckt. Sie ist für Besucher zugänglich.
  • Um den Katzenbuckel führt der Kristall-Lehrpfad, der anschaulich vulkanische Entwicklungen im Odenwald zeigt.
  • Von Höchst im Odenwald aus schlängelt sich die Obrunnschlucht als romantischer Märchenpfad in Richtung Rimhorn mit zahlreichen Modellbauten (Schlössern, Burgen und Mühlen) talaufwärts.
  • Der Odenwald ist durch ein über 10.000 km umfassendes Streckennetz von Wanderwegen erschlossen.
  • Wegen seiner kurvenreichen Landstraßen ist der Odenwald ein beliebtes Ausflugsziel für Motorradfahrer.

[Bearbeiten] Wintersport

Trotz häufigen Schneemangels kommen die Skigebiete des Odenwaldes auf einige Betriebstage im Jahr. Die Abfahrten sind - den topographischen Gegebenheiten entsprechend - relativ klein.

  • Auf der Neunkircher Höhe befinden sich eine Abfahrt und ein Skilift.
  • Beerfelden besitzt mehrere Abfahrten und fünf Loipen mit bis zu sieben Kilometern Länge, die durch einen Skilift und eine Flutlichtanlage erschlossen sind.
  • Im Birkenauer Stadtteil Löhrbach besteht die Möglichkeit, im Sommer Grasski auszuüben, im Winter sind zudem Ski- und Liftbetrieb mit Flutlicht möglich.
  • Auf der Tromm gibt es eine Abfahrt und mehrere Rundloipen. Ein Skilift brannte 2004 aus und ist seitdem nicht mehr in Betrieb.
  • Unterhalb des Aussichtsturms auf dem Katzenbuckel ist eine Skisprungschanze mit Matten in Betrieb.

Weitere Wintersportmöglichkeiten gibt es in Michelstadt und Erbach.

[Bearbeiten] Musik

Über den Odenwald wurden etliche Lieder geschrieben:

  • Es steht ein Baum im Odenwald [12]
  • Tief im Odenwald [13]
  • Der Bauer aus dem Odenwald [14]
  • Es regt sich was im Odenwald [15]

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

Monographien und Anthologien

  • Thomas Biller/Achim Wendt: Burgen und Schlösser im Odenwald. Ein Führer zu Geschichte und Architektur. Schnell & Steiner, Regensburg 2005. ISBN 3-7954-1711-2
  • Heinz Bischof: Odenwald. 3., überarbeitete Auflage. Goldstadtverlag, Pforzheim 2004. ISBN 3-89550-313-4
  • Georg Bungenstab (Hrsg.): Wälder im Odenwald − Wald für die Odenwälder. Dokumente aus 150 Jahren Eberbacher Forstgeschichte. Staatliches Forstamt Eberbach, Eberbach 1999, 288 S.
  • Otmar A. Geiger: Sagenhafter Odenwald. Ein Führer durch das Reich der Nibelungen zwischen Worms und Würzburg. Schimper, Schwetzingen 2000. ISBN 3-87742-152-0
  • Walter Hotz: Odenwald und Spessart (Deutsche Lande - Deutsche Kunst). 2. Auflage, München/Berlin 1974
  • Keller, Dieter/Keller, Uwe/Türk, Rainer: Der Odenwald zwischen Himmel und Erde. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2003. ISBN 978-3-89735-187-5
  • Marco Lichtenberger: Saurier aus dem Odenwald. Jens Seeling Verlag. Frankfurt 2007. ISBN 3-938973-04-8
  • Erwin Nickel: Odenwald. Vorderer Odenwald zwischen Darmstadt und Heidelberg. Bornträger, Berlin/ Stuttgart 1985 (Sammlung geologischer Führer 65)
  • Andreas Stieglitz: Wandern im Odenwald und an der Bergstraße. Aus der Reihe DuMont aktiv. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2005. ISBN 3-7701-5015-5.
  • Seipel, Herbert Stephan: Faszination Odenwald. Eine Bilderreise zur Kulturgeschichte des Odenwaldes. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004. ISBN 978-3-89735-140-0
  • Winfried Wackerfuss (Hrsg.): Zu Kultur und Geschichte des Odenwaldes. 2. unveränderte Auflage 1982. Breuberg-Bund, Breuberg-Neustadt 1982. ISBN 3-922903-01-0

Periodika

  • Breuberg-Bund (Hrsg.): Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften. Breuberg-Bund, Breuberg-Neustadt 1977 ff.
  • Breuberg-Bund (Hrsg.): Der Odenwald. Vierteljahreszeitschrift des Breuberg-Bundes mit Beiträgen zur Geschichte, Volkskunde, Kunstgeschichte und Geographie des Odenwaldes und seiner Randlandschaften. Breuberg-Bund, Breuberg-Neustadt 1953 ff.
  • Kreisarchiv des Odenwaldkreises (Hrsg.:): Gelurt. Odenwälder Jahrbuch für Kultur und Geschichte. Odenwaldkreis, Erbach 1994 ff.
  • Arbeitsgemeinschaft der Geschichts- und Heimatvereine im Kreis Bergstrasse (Hrsg.): Geschichtsblätter Kreis Bergstraße. Laurissa, Lorsch 1971 ff.

Der Odenwald in der Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Erwin Nickel: Odenwald. Vorderer Odenwald zwischen Darmstadt und Heidelberg. Bornträger, Berlin/ Stuttgart 1985 (Sammlung geologischer Führer 65) S. 5 und 9f.
  2. Zum Bergbau im Odenwald siehe Erwin Nickel: Odenwald. Vorderer Odenwald zwischen Darmstadt und Heidelberg. Bornträger, Berlin/ Stuttgart 1985 (Sammlung geologischer Führer 65) S. 56–60; Friedrich Mössinger: Bergwerke und Eisenhämmer im Odenwald. Heppenheim 1957 (Schriften für Heimatkunde und Heimatpflege im Starkenburger Raum 21/22).
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz
  4. Fritz-Rudolf Herrmann u. Albrecht Jockenhövel: Die Vorgeschichte Hessens. Konrad Theiss Verlag Stuttgart, 1990, ISBN 3-8062-0458-6 S. 186f.
  5. R. Wiermann: Getrennt und doch vereint. Archäologie in Deutschland 5/2003 S. 26f.
  6. Zur Bestattung siehe Fritz-Rudolf Herrmann: Die villa rustica „Haselburg“ bei Hummetroth.² Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden 2001. (Archäologische Denkmäler in Hessen, 55), ISBN 3-89822-055-9 S. 13.
  7. Fritz-Rudolf Herrmann u. Albrecht Jockenhövel: Die Vorgeschichte Hessens. Konrad Theiss Verlag Stuttgart, 1990, ISBN 3-8062-0458-6 S. 332.
  8. Zu wenigen Funden aus Südhessen insgesamt siehe W. Jorns: Neue Bodenurkunden aus Starkenburg. Bärenreiter, Kassel 1953, S. 90–97.
  9. Siehe Egon Schallmayer: Der Odenwaldlimes. Theiss, Stuttgart 1984, ISBN 3-8062-0328-8
  10. Z.B. CIL 13, 06511, CIL 13, 06514, CIL 13, 06517, CIL 13, 06518
  11. Zur Haselburg siehe Dietwulf Baatz: Hummetroth. Röm. Gutshof Haselburg. In: Fritz-Rudolf Herrmann und Dietwulf Baatz (Hrsg.): Die Römer in Hessen. Lizenzausgabe der Auflage von 1982, Hamburg 1989, ISBN 3-933203-58-9, S. 360–362 oder Fritz-Rudolf Herrmann: Die villa rustica „Haselburg“ bei Hummetroth. 2. erweiterte und ergänzte Auflage. Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden 2001. (Archäologische Denkmäler in Hessen, 55), ISBN 3-89822-055-9; Zu den zahlreichen kleineren Fundstellen bietet immer noch eine gute Übersicht Friedrich Mössinger: Die Römer im Odenwald. Südhessische Post, Heppenheim 1954. (Schriften für Heimatkunde und Heimatpflege im südhessischen Raum, 13/14).
  12. Text und Melodie auf einer privaten Webseite.
  13. Text und Melodie auf einer privaten Webseite.
  14. Text und Melodie auf einer privaten Webseite.
  15. Text und Melodie auf der Webseite des Katholischen Studentenvereins Markomannia Münster im KV.

[Bearbeiten] Weblinks


Persönliche Werkzeuge