Liniennetzplan
Ein Liniennetzplan ist ein Topogramm von Linien des öffentlichen Verkehrsnetzes. Es gibt unterschiedliche Formen, beispielsweise Gesamtnetz-, Schnellbahn-, Nachtnetz-, Stadt- und Regionalverkehrspläne. Die Linien auf den Plänen können schematisch oder topographisch dargestellt sein, manchmal enthalten sie auch Hinweise zu Sehenswürdigkeiten und Freizeiteinrichtungen. Dargestellt werden teilweise auch Angaben zum Tarif (Tarifwaben, -zonen), die Häufigkeit der Bedienung (Taktfrequenz, Schülerlinien, Verkehrszeiten) oder Verknüpfungspunkte. Zur Unterscheidung einzelner Linien oder Verkehrsträger werden unterschiedliche Farbtöne verwendet.
Aus dem Berliner Sprachgebrauch stammt Bezeichnung Netzspinne oder kurz: Spinne, vor allem für den U- und S-Bahn-Netzplan. Dort wurde der erste Netzplan der Hoch- und Untergrundbahn im Jahre 1914 veröffentlicht.
Revolutionär war der Verzicht auf topografische Genauigkeit zugunsten einer übersichtlicheren und platzsparenden Gestaltung. 1931 wurde für die Berliner S-Bahn ein Streckennetzplan veröffentlicht mit kreisförmiger Darstellung der Ringstrecke und ansonsten waagerecht, senkrecht oder im 45°-Winkel verlaufenden Strecken mit in regelmäßigen Abständen angeordneten Stationen. In den von Harry Beck erstmals 1931 entworfenen und ab 1933 veröffentlichten Liniennetzplänen der Londoner U-Bahn war außerdem jede U-Bahn-Linie durch eine grafische Linie eigener Farbe dargestellt. Dieses Modell wurde zum Vorbild für schematische Liniennetzpläne vieler anderer Städte.
Weblinks [Bearbeiten]
- Aktuelle Netzpläne des Berliner S- und U-Bahn-Netzes: BVG-Version, VBB-Version (PDF-Datei; 129 kB)
- Historische Netzpläne der Berliner U-Bahn
- Netzplan London (U-Bahn, Stadtbahn, S-Bahnen) (PDF-Datei; 21 kB)
- Wiener Linien Schnellverbindungsplan 2008 (S-Bahn, U-Bahn) (PDF-Datei; 1,24 MB)
- „S-, U- und Straßen-Bahn-Netzspinnen – die Netze im Spiegel der Geschichte“
- Netzspinne der Berliner S-Bahn 1940 (Zugläufe und Abfahrzeiten des Werktagfahrplanes)