Liniennetzplan

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Ost-Berliner Netzplan von 1984

Ein Liniennetzplan ist ein Topogramm von Linien des öffentlichen Verkehrsnetzes. Es gibt unterschiedliche Formen, beispielsweise Gesamtnetz-, Schnellbahn-, Nachtnetz-, Stadt- und Regionalverkehrspläne. Die Linien auf den Plänen können schematisch oder topographisch dargestellt sein, manchmal enthalten sie auch Hinweise zu Sehenswürdigkeiten und Freizeiteinrichtungen. Dargestellt werden teilweise auch Angaben zum Tarif (Tarifwaben, -zonen), die Häufigkeit der Bedienung (Taktfrequenz, Schülerlinien, Verkehrszeiten) oder Verknüpfungspunkte. Zur Unterscheidung einzelner Linien oder Verkehrsträger werden unterschiedliche Farbtöne verwendet.

Aus dem Berliner Sprachgebrauch stammt die Bezeichnung Netzspinne oder kurz: Spinne, die dort als Bezeichnung für den U- und S-Bahn-Netzplan ihren Ursprung fand. Der erste Netzplan der Hoch- und Untergrundbahn wurde dort im Jahre 1914 veröffentlicht.

Revolutionär war der Verzicht auf topografische Genauigkeit zugunsten einer übersichtlicheren und platzsparenden Gestaltung. 1931 wurde für die Berliner S-Bahn ein Streckennetzplan veröffentlicht mit kreisförmiger Darstellung der Ringstrecke und ansonsten waagerecht, senkrecht oder im 45°-Winkel verlaufenden Strecken mit in regelmäßigen Abständen angeordneten Stationen. In den von Harry Beck erstmals 1931 entworfenen und ab 1933 veröffentlichten Liniennetzplänen der Londoner U-Bahn war außerdem jede U-Bahn-Linie durch eine grafische Linie eigener Farbe dargestellt. Dieses Modell wurde zum Vorbild für schematische Liniennetzpläne vieler anderer Städte.

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