Lisa del Giocondo

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Mona Lisa (Detail)

Lisa del Giocondo (* 15. Juni 1479 in der Via Maggio in Florenz als Lisa Gherardini; † 15. Juli 1542 im Monastero di Sant'Orsola in Florenz) war die Gattin des florentiner Tuch- und Seidenhändlers Francesco di Bartolomeo di Zanobi del Giocondo.

Sie ist die Person, die im Porträt der Mona Lisa von Leonardo da Vinci dargestellt ist, welches vermutlich zwischen 1502 und 1506 in Florenz entstand, und sie mit ihrem berühmten Lächeln zeigt.[1]

Mona ist die Abkürzung von Madonna, welches wiederum die Abkürzung von Mia Donna ist und wörtlich übersetzt Meine Frau im Sinne von Ehefrau bedeutet.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Lisa del Giocondo wurde als Lisa di Noldo Gherardini am 15. Juni 1479 in der Via Maggio in Florenz als Tochter des Grundbesitzers Antonmaria di Noldo Gherardini und seiner dritten Gattin Lucrezia del Caccia geboren. Sie wurde nach ihrer Großmutter väterlicherseits benannt, die ebenfalls Lisa hieß.[2]

Herkunft[Bearbeiten]

Karte von Florenz mit Farbmarkierungen.
Francesco und Lisa wohnten in der Via della Stufa (Roter Punkt).
Lisas Eltern wohnten näher am Fluss Arno, zuerst nördlich, dann südlich davon (Blaue Punkte).

Lisas Vater Antonmaria di Noldo Gherardini entstammte einer begüterten alten aristokratischen Familie. Antonmaria gehörten zu einem Zeitpunkt sechs Bauernhöfe im Chianti, die Weizen, Wein, Olivenöl und Vieh zeugten.[2]

Antonmaria di Noldo Gherardini war zuvor schon zweimal verheiratet gewesen. 1465 heiratete er Lisa di Giovanni Filippo de Carducci und 1473 Caterina di Mariotto Rucellai. Beide Ehefrauen verstarben im Wochenbett. 1476 heiratete dann Antonmaria di Noldo Gherardini in dritter Ehe Lucrezia del Caccia, Tochter des Piera Spinelli. Das erste Kind dieser Ehe war Lisa di Noldo Gherardini. Lisa war die älteste von sieben Kindern aus dieser Ehe. Sie hatte drei Schwestern, wovon eine Ginevra hieß, und drei Brüder, Giovangualberto, Francesco und Noldo.[2]

Ehe[Bearbeiten]

Lisa di Noldo Gherardini heiratete am 5. März 1495 im Alter von 15 Jahren den Tuch- und Seidenhändler Francesco di Bartolomeo di Zanobi del Giocondo (1465 - 1538) im Alter von 30 Jahren. Lisa war Francescos dritte Ehefrau. 1491 hatte er Camilla di Mariotto Rucellai geheiratet und 1493 Tommasa di Mariotto Villani. Beide Ehefrauen verstarben. Die zweite Ehefrau von Lisas Vater Antonmaria, Caterina di Mariotto Rucellai, und die erste Ehefrau von Lisas Ehemann Francesco, Camilla di Mariotto Rucellai, waren Schwestern. Lisas Aussteuer betrug 170 Florin und den Bauernhof San Silvestro, der zwischen Castellina in Chianti and San Donato in Poggio lag. Dort hatte später auch Michelangelo Buonarroti zwei Bauernhöfe.[2]

Francesco kaufte am 5. März 1503 ein Haus neben dem alten Familienanwesen in der Via della Stufa.[3] Dies war möglicherweise auch der Anlass für die Anfertigung des Porträts der Mona Lisa.

Lisa und Francesco hatten fünf namentlich bekannte Kinder: Piero, Camilla, Andrea, Giocondo und Marietta, die zwischen 1496 und 1507 geboren wurden. Eine weitere (namentlich nicht bekannte) Tochter verstarb kurz nach der Geburt. Außerdem erzog Lisa noch Bartholomeo, den Sohn Francescos aus seiner zweiten Ehe mit Camilla di Mariotto Rucellai, der 1490 geboren, also zum Zeitpunkt der Heirat von Francesco und Lisa 5 Jahre alt war.[2]

Tod[Bearbeiten]

Kloster Sant'Orsola in Florenz

Francesco verstarb 1538 im Alter von 73 Jahren an der Pest.[4] Im Jahr zuvor, Juni 1537, gab er ihr die Aussteuer zum weiteren Lebensunterhalt zurück. Nach dem Tod ihres Ehemannes zog Lisa ins Kloster Monastero di Sant'Orsola, welches der Heiligen Ursula von Köln gewidmet war, wo ihre Tochter Marietta seit 1521 als Schwester Ludovica als Nonne lebte.[3] Dort verstarb sie laut Eintrag am 15. Juli 1542 im Alter von 63 Jahren. Der diesbezügliche Eintrag lautet: "Donna fu di Francesco del Giocondo morì addì 15 di luglio 1542 sotterrossi in Sant'Orsola tolse tutto il capitolo".[5]

Porträts zu Lebzeiten[Bearbeiten]

Leonardo da Vinci fertigte in seinem Leben vermutlich zwei Porträts von Lisa del Giocondo an, nämlich zuerst die Isleworth Mona Lisa und später die Mona Lisa im Louvre.

Letztere malte er zeitgleich mit einem Schüler, der die Mona Lisa im Museo del Prado malte, wie die übereinstimmenden Korrekturen an beiden Porträts und die etwas geringere Kunstfertigkeit des Schülers im Pinselstrich zeigen.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mona Lisa – Heidelberger Fund klärt Identität. Universität Heidelberg, 13. April 2011, abgerufen am 9. August 2013.
  2. a b c d e Pallanti, Giuseppe (2006): Mona Lisa Revealed: The True Identity of Leonardo's Model. Skira, Florenz 2006, Italien: ISBN 88-7624-659-2.
  3. a b Zöllner, Frank (1993): "Leonardo's Portrait of Mona Lisa del Giocondo" (PDF). Gazette des Beaux-Arts 121, Seiten: 115–138. ISSN 0016-5530.
  4. Rossella Lorenzi: "Mona Lisa Grave Found" im «Discovery Channel».
  5. Rossella Lorenzi: "Mona Lisa's Identity Revealed?" im «Discovery Channel».

Weblinks[Bearbeiten]