Liste von Birnensorten

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Birnen der Sorte Conference

Ursprung, Erhaltung und Bestimmung der Birnensorten[Bearbeiten]

Die europäischen Kultursorten der Birne stammen wahrscheinlich aus dem Kaukasus und aus Kleinasien. Als Pyrus communis wird die Ausgangsform unserer Kulturbirne bezeichnet. Sie soll unter hauptsächlicher Beteiligung von Holzbirne (Pyrus pyraster) und Schnee-Birne (Pyrus nivalis) aus vielen Hybridisierungen entstanden sein.

Wissen zu Birnensorten stellt die Genbank National Clonal Germplasm Repository in Corvallis, Oregon, USA, zur Verfügung.[1] In Europa ist die Malus/Pyrus Working Group des European Cooperative Programme for Crop Genetic Resources Networks (ECP/GR) mit der Erhaltung von Birnensorten befasst. Die europäische Pyrus-Datenbank (EPyDB) wird vom Centre de Recherches Agronomiques, Gembloux, Belgien betrieben.[2]

Die Sortenbestimmung bei Birnen wird anhand phänologischer, morphologischer oder physiologischer Merkmale durchgeführt. Birnensorten werden mittels bestimmter Merkmale beschrieben. Eine Liste der Merkmale von Birnen ist von der ECP/GR erarbeitet worden. Mittlerweile hat sich die RAPD-PCR-Methode zur exakten Sortenbestimmung bei Birnen im Labor etabliert. Die Abkürzung RAPD-PCR bedeutet Random Amplified Polymorphic DNA-Polymerase Chain Reaction (dt. „zufällig vervielfältigte polymorphe DNA-Polymerase-Kettenreaktion“). Die RAPD-PCR-Methode erlaubt es, Polymorphismen bei eng verwandten Organismen zu entdecken.[3]

Wichtige Birnensorten[Bearbeiten]

Seit dem Mittelalter wurde die Birne über ganz Europa verbreitet. Ab dem 18. Jahrhundert setzte eine umfangreiche Selektionsarbeit und Neuzüchtung ein. Das heutige im Anbau befindliche Birnensortiment beschränkt sich auf wenige Sorten. Alle diese Sorten stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Erst in jüngster Zeit hat sich die Züchtung, wenn auch nicht so intensiv wie beim Apfel, der Birne zugewandt.

Alexander Lucas, Conference und Williams Christ sind unverändert die in dieser Reihenfolge wichtigsten Sorten im deutschen Anbau.[4] Auch bei Neupflanzungen stellen sie den höchsten Anteil. Nur die Neuzüchtung Concorde, eine Kreuzung aus Conference und Vereinsdechantsbirne, konnte einen kleinen Anteil an der Birnenanbaufläche in Deutschland gewinnen. Je nach Region werden in Deutschland noch Köstliche aus Charneux, Clapps Liebling, Vereinsdechantsbirne, Boscs Flaschenbirne oder Gute Luise angebaut.

Die wichtigsten Birnensorten nach Größe der Anbaufläche in der EU-27 im Jahr 2007[5]
Conférence 29.177,70 ha 26,1 %
Abbé Fétel (Abate Fetel) 12.567,90 ha 11,3 %
Williams Bon Chrétien (Bartlett, Williams Christ) 10.332,10 ha 9,2 %
Rocha 8.728,07 ha 7,8 %
Blanca de Aranjuez (Blanquilla) 5.782,69 ha 5,2 %
Vereinsdechantsbirne (Doyenne de Comice) 4.387,44 ha 3,9 %
Jules Guyot (Limonera) 3.520,37 ha 3,1 %
Coscia 3.387,49 ha 3,0 %
Kaiser Alexander (Boscs Flaschenbirne) 3.051,39 ha 2,7 %
Clapps Liebling 2.162,13 ha 1,9 %

Birnensorten für den Garten[Bearbeiten]

Birnen der Sorte Clapps Liebling
Petersbirne

nach Reifezeit geordnet:

Mostbirnen:

Dörrbirnen:

Umfassendes Verzeichnis von Tafelbirnensorten[Bearbeiten]

Für die Liste wurde das Illustrirte Handbuch der Obstkunde von 1860[6] ausgewertet. Diese in der deutschen Obstbaugeschichte unübertroffene Darstellung enthält über 260 Birnensorten. Jede Sorte wird mit einer Zeichnung und einer detaillierten Sortenbeschreibung von etwa zwei Seiten vorgestellt. Enthalten sind vor allem viele alte und lokale Sorten, auf welche die heutige Naturschutzarbeit besonderen Wert legt. Daneben finden sich auch einige inzwischen vergessene „Modesorten“ und experimentelle Sorten des 19. Jahrhunderts.

Bei den im Handbuch beschriebenen Sorten sind Nummer und Fundstelle hinzugefügt. Das Handbuch unterteilt in Sommer-, Herbst- und Winterbirnen. Dieser Einteilung folgt auch die vorliegende Liste. Die Literaturangaben beziehen sich auf das Handbuch,[6] soweit nicht anders angegeben.

Sommerbirnen[Bearbeiten]

Birne der Sorte Butirra Precoce Morettini

Herbstbirnen[Bearbeiten]

Bürgermeister-Birne

Winterbirnen[Bearbeiten]

Clairgeaus Butterbirne

Liste der häufigsten Mostbirnensorten[Bearbeiten]

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Früchte der Oberösterreicher Weinbirne

Die folgende Liste enthält die wichtigsten und am meisten verbreiteten Mostbirnensorten. Es handelt sich bei dieser Auflistung ausschließlich um Sorten, die vor 1900 entstanden sind und in den Streuobstgebieten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz vorkommen. Die Namen richten sich nach den am häufigsten gebräuchlichen Bezeichnungen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Korbinian Aigner: Äpfel und Birnen. Spangenberg, München 1993, ISBN 3-89409-077-4
  • Walter Hartmann (Hrsg.): Farbatlas Alte Obstsorten. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3173-0
  • Friedrich Jahn: Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. 2. Band: Birnen. Ebner & Seubert, Stuttgart 1860 – PDF online in der Google-Buchsuche
  • Wilhelm Lauche: Deutsche Pomologie. Birnen. Berlin 1882. Online-Ausgabe der Special Collections der Universitätsbibliothek Wageningen
  • Wilhelm Lauche: Ergänzungsband zu Lucas und Oberdiecks Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Parey, Berlin 1883
  • Herbert Petzold: Birnensorten. Neumann, Leipzig 1982
  • Willi Votteler: Lexikon der Obstsorten. München 1996. – Birne: S. 359–535
  • Eckart Fritz, Walter Hartmann: Farbatlas alte Obstsorten, Ulmer-Verlag, 4. Auflage 2011, ISBN 978-3-8001-7634-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsche Pomologie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Special Collections. Historic Fruit. Wageningen Digital Library, 25. September 2012, abgerufen am 30. November 2012 (englisch, zu finden unter Horticulture & Botany).
  • Wilhelm Lauche: Deutsche Pomologie. Birnen (1882). Wageningen Digital Library, 12. November 2002, abgerufen am 30. November 2012 (CD-ROM-Ausgabe von C.M. Ballintijn).
  • Pomologische Bibliothek. Bücherei des Deutschen Gartenbaues e. V., 28. Januar 2010, abgerufen am 30. November 2012 (digitalisierte Pomologien, z. B. Gustav Pfau-Schellenberg: Schweizerische Obstsorten, 1863–1872).
  • BUND-Lemgo Obstsortendatenbank. Förderverein der Ortsgruppe Lemgo im BUND NW e.V., abgerufen am 30. November 2012 (Sortenempfehlungen, alte Bestimmungsbücher und zahlreiche Apfel- und Kirschsortenzeichnungen).
  • Obst – Sortenblätter. Obstsorten aus Niederösterreich – Bestimmen, Erhalten, Genießen. Verein Arche Noah in Zusammenarbeit mit dem Amt der NÖ-Landesregierung, Abt. Naturschutz, 2012, abgerufen am 30. November 2012.
  • NCGR-Corvallis Pyrus Catalog. European Cultivars. USDA, ARS, National Genetic Resources Program, 2. April 2009, abgerufen am 30. November 2012 (englisch, Online-Datenbank europäischer Birnensorten des USDA).
  • Birnensortensuche. Obstbau und Weinbau-Zentrum Kärnten, abgerufen am 30. November 2012 (Datenbank von 78 Birnensorten).
  • Birnensorten für den Garten. Merkblatt 3152. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, 2007, abgerufen am 30. November 2012 (PDF (90 kB), Hinweise zu Standorten und Reifezeit bewährter Sorten).
  • Alte Obstsorten – Birne. Bundessortenamt, abgerufen am 30. November 2012: „Obstsorten, die nach § 6 Abs. 4 der „Verordnung über das Inverkehrbringen von Anbaumaterial von Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenarten (Anbaumaterialverordnung – AGOZV)“ anerkannt werden können, ohne geschützt oder zugelassen zu sein“
  • Bernhard Arnold: Kurzbeschreibungen alter Obstsorten: Birnen. Biologische Station Bonn e.V., 18. März 2005, abgerufen am 30. November 2012 (PDF (184 kB)).
  • Erhaltung alter Kernobstsorten. Ein Interreg IIIA-Projekt der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz. Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee Bavendorf, abgerufen am 30. November 2012.
  • Birnen und Quitten. Verband der Bediensteten für Obstbau, Garten und Landschaft e.V., 22. September 2012, abgerufen am 30. November 2012 (Sortenbeschreibungen).
  • The ECP/GR Pyrus Database. Walloon Agricultural Research Centre, 11. Juni 2007, abgerufen am 30. November 2012 (englisch).
  • ECPGR Malus/Pyrus Working Group. European Cooperative Programme for Plant Genetic Resources, abgerufen am 23. September 2012 (englisch).
  • Belgian Pear (Pyrus communis L.) Genetic Resources Collection. In: CRA Gx Fruit Tree Genetic Resources Collections. Centre wallon de Recherches Agronomiques, 12. August 2004, abgerufen am 30. November 2012 (englisch, Projekt beendet, kein Zugriff auf Datenbank).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pyrus Genetic Resources (Pear)
  2. European Pyrus Database (EPyDB)
  3. RAPD-Marker zur Sortenidentifizierung
  4. Franz Rueß: Erfahrungen mit neuen Birnensorten, -unterlagen und bränden. Dienstleistungszentren Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz, 30. April 2007, abgerufen am 30. November 2012 (PDF; 79 kB).
  5. Eurostat: Birnbäume mit Tafelbirnen seit 2002
  6. a b Friedrich Jahn, Eduard Lucas, Johann Georg Oberdieck: Illustrirtes Handbuch der Obstkunde – Zweiter Band: Birnen, Ebner & Seubert, Stuttgart 1860
  7. Aigner, Nr. B 185 http://www.weihenstephan.de/ob/deutsch/aigner/birnen/b185.htm (Version vom 26. April 2005 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt