Lotuspflaume

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Lotuspflaume
Lotuspflaume (Diospyros lotus)

Lotuspflaume (Diospyros lotus)

Systematik
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Ebenholzgewächse (Ebenaceae)
Unterfamilie: Ebenoideae
Gattung: Ebenholzbäume (Diospyros)
Art: Lotuspflaume
Wissenschaftlicher Name
Diospyros lotus
L.

Die Lotuspflaume (Diospyros lotus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Dattelpflaumen (Diospyros). Sie ist in Ost- und Westchina beheimatet und im Mittelmeerraum seit der Antike eingebürgert.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Lotuspflaume ist ein laubabwerfender Baum, der in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet Wuchshöhen von bis zu 30 Meter und Stammdurchmesser von 1,3 Meter [1] erreichen kann. Die Borke ist grauschwarz bis graubraun. Die wechselständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattstiele weisen eine Länge 0,7 bis 1,5 cm auf. Die einfache, elliptische bis eiförmig-längliche Blattspreite ist 5 bis 13 cm lang und 2,5 bis 6 cm breit. Es sind auf jeder Seite des Hauptnerves sieben bis zehn Seitennerven vorhanden.

Diospyros lotus ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die männlichen Blüten sitzen auf einem höchstens 6 mm langen Blütenstiel einzeln oder zu zweit bis dritt in einem zymösen Blütenstand zusammen. Sie haben vier bis fünf Kelchzipfel. Die rötliche bis blass gelbe, urnenförmige Krone ist etwa 4 mm groß. Die 16 Staubblätter besitzen sehr kurze Staubfäden und 3 mm lange Staubbeutel. Die annähernd stiellosen, einzeln stehenden weiblichen Blüten sind blass grün bis rötlich. Sie haben vier Kelchzipfel, die auch auf den reifen Früchten gut erkennbar sind. Die vier oder selten fünf Kronblätter sind zu einer urnenförmigen, etwa 6 mm großen Blütenkrone verwachsen. Es sind acht Staminodien und ein achtfächriger Fruchtknoten mit vier Griffeln vorhanden. Die kugeligen, gelben oder purpurfarbenen Beeren weisen einen Durchmesser von 1 bis 2 cm auf, sind blau bereift und schmecken fade. Die Samen sind braun, zusammengedrückt und etwa 10 mm lang und 6 mm breit. Die Blüten erscheinen von Mai bis Juni und die Früchte reifen im Oktober und November.

Systematik[Bearbeiten]

Der Name Diospyros lotus 1753 wurde von Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 1057-1058 erstveröffentlicht. Es werden zwei Varietäten unterschieden:

  • Diospyros lotus var. lotus: Bäume bis 30 m Höhe mit kahlen Blättern oder nur behaarten Blattunterseiten. Die Varietät wächst in Dickichten an Böschungen und in Schluchten in Höhenlagen von 500 bis 2500 Meter.[1]
  • Diospyros lotus var. mollisimma: Bäume bis 13 m Höhe mit dicht zotteligen behaarten Zweigen und Blättern. Die Varietät wächst in Höhenlagen zwischen 1000 und 2500 Meter in den Provinzen Gansu und Shaanxi, Sichuan.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Plinius nannte verschiedene Pflanzenarten mit Namen Lotus: drei baumartige, zwei krautarige und einen stängelartigen Lotus.[3] Mit dem Lotusbaum könnte entweder die Lotuspflaume, der Zürgelbaum (Celtis australis L.) oder die Lotus-Brustbeere (Ziziphus lotus (L.) Lam.) gemeint sein, denn alle drei Arten kommen in Italien vor. Von einer Art bemerkte Plinius, dass das Holz schwarz und für die Anfertigung von Flöten sehr gesucht sei. Das spricht für die Lotuspflaume, deren Holz dunkel wie Ebenholz ist.

Seit dem 17. Jahrhundert sind für Diospyros lotus verschiedene Namen bekannt, wie z. B. Lotusbaum, Lotusboom, Lotus arbor [4].

Quellen[Bearbeiten]

  • Maba J. R. Forster & G. Forster: Diospyros, in der Flora of China, Volume 15, S. 224: Diospyros lotus – Online. (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik, abgerufen im März 2010)
  • Shahina A. Ghazanfar: Ebenaceae, in der Flora of Pakistan: Diospyros lotus – Online. (Abschnitt Beschreibung und Systematik, abgerufen im März 2010)
  • Dericks-Tan, Vollbrecht: „Auf den Spuren der Wildfrüchte in Europa“, Abadi-Verlag 2009, ISBN 978-3-00-021129-4, S. 142-144
  • Andreas Bärtels: „Enzyklopädie der Gartengehölze“, Ulmer Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3198-6, S. 256

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDiospyros lotus var. lotus. In: Flora of China Vol. 15. www.eFloras.org, S. 224, abgerufen am 17. März 2010 (englisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDiospyros lotus var. mollisimma. In: Flora of China Vol. 15. www.eFloras.org, S. 224, abgerufen am 17. März 2010 (englisch).
  3. Plinius XIII, 72 und XVI, 53
  4. Munting: Naauwkeeurige beschrijving der aardgewassen, 1696

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lotuspflaume – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Leesmaar.nl: Plantaadigheden: Lotusboom (niederländisch)
  • Diospyros lotus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Participants of the FFI/IUCN SSC Central Asian regional tree Red Listing workshop, Bishkek, Kyrgyzstan (11-13 July 2006), 2007. Abgerufen am 11. Mai 2014