Louis Ratisbonne

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Louis Ratisbonne, gemalt von Ary Scheffer

Louis Ratisbonne (* 29. Juli 1827 in Straßburg; † 24. September 1900 in Paris) war ein französischer Schriftsteller und Übersetzer.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Ratisbonne stammte aus einer wohlhabenden elsässischen Familie; mit den Gründern des Ordens Schwestern Unserer Lieben Frau von Sion, Alphonse und Théodore Ratisbonne war er verwandt.

Nach dem Schulbesuch in seiner Vaterstadt begann Ratisbonne u. a. Rechtswissenschaften am Collège Henri IV. (Paris) zu studieren. Bereits während seines Studiums lernte er die Familie Bertin kennen, die die Zeitschrift Journal des débats publizierte. Zwischen 1856 und 1876 schrieb Ratisbonne hauptberuflich für diese Zeitschrift; unterbrochen nur während des Krieges 1870/71.

Sofort nach Kriegsende berief man Ratisbonne als Bibliothekar auf das Schloss Fontainebleau und 1874 wechselte er in gleicher Position in die Senatsbibliothek. In letzterer Stellung wurde er ein Kollege von François Coppée.

Als sein Hauptwerk gilt die Übersetzung der Göttlichen Komödie von Dante. Für diese Leistung wurde er auch von der Académie française ausgezeichnet.

Alfred de Vigny bestimmte Ratisbonne testamentarisch zu seinem literarischen Nachlassverwalter. Alphonse Lemerre nahm einige Gedichte Ratisbonnes in die später berühmt geworden Anthologie Le Parnasse contemporain auf. Spätestens ab dann wurde er offiziell zu den Parnassiens gezählt.

Acht Wochen nach seinem 73. Geburtstag starb Louis Ratisbonne am 24. September 1900 in Paris.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

als Übersetzer
  • Dante: Die göttliche Komödie
  • Heinrich Hoffmann: Der Struwelpeter (Pierre l'Ébouriffé: Joyeuses Histoires et Images drolatiques)
als Autor
  • La comedie enfantine. 1860
  • Les figures jeunes. 1865

Literatur[Bearbeiten]

  • Alphonse Lemerre: Le Parnasse contemporain

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Louis Ratisbonne – Quellen und Volltexte (französisch)