Ludwig Joseph von Hartig

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Ludwig Joseph von Hartig, ab 1707 Freiherr von Hartig, ab 1719 Graf von Hartig (* 1685; † 17. Januar 1735 in Prag) war ein österreichischer Diplomat, Landrechtsbeisitzer und kaiserlicher Gouverneur von Böhmen.

Leben[Bearbeiten]

Hartig, der Sohn des erst am 1. September 1707 in den Reichsfreiherrnstand erhobenen Johann Esaias von Hartig (1632–1708) und der Anna Katharina Walderode von Eckhausen, wurde am 20. Februar 1719 in den böhmischen, am 10. März 1732 in den Reichsgrafenstand erhoben.

Hartig lebte um 1719 in Prag als Landrechtsbeisitzer im Königreich Böhmen und war später kaiserlicher Gouverneur von Böhmen.

Er war ein großer Musikliebhaber, galt in Prag als einer der besten Spieler von Tasteninstrumenten und war ein engagierter Sammler von Musikliteratur.[1][2] Er beschäftigte seine eigene Musikkapelle, zu deren Mitgliedern im Jahr 1709 auch der spätere Kirchenmusiker und Komponist Jan Dismas Zelenka (1679–1745) gehörte.

Hartig heiratete am 24. November 1705 in Fronsprugg Maria Theresia Esther Putz von Adlersthurn (* 13. September 1686 in Schrattenthal, Niederösterreich; † 27. April 1740 in Prag), die Tochter des Johann Marcus Maximilian Putz von Adlersthurn und der Johanna Franziska von Kunitz. Sie wurde auf seinem Besitz Niemes begraben. Er hatte aus der (nach anderen Quellen 1707 geschlossenen) Ehe zwei Söhne und fünf Töchter, darunter den späteren österreichischen Diplomaten Adam Franz Graf von Hartig (1724-1783).[3]

Am 26. Januar 1728 kaufte er das Gut Domaslowitz in der Nähe von Liberec. Er wurde am 22. Januar in der neuerbauten Familiengruft in Wartenberg beigesetzt [4].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul Nettl: Zur Geschichte des Konzertwesens in Prag, in: „Zeitschrift für Musikwissenschaft“, Seite 159-164, 1922-1923
  2. "Der neue Inhaber Graf Ludwig Joseph von Hartig baute um 1720 den Palast um und im Garten ließ er einen mehrgeschossigen Barockmusikpavillon mit einer einzigartigen Stuckverzierung bauen. Joseph Hartig war ein hervorragender Klavierspieler und veranstaltete hier bedeutende Musikakademien." : Gärten der Prager Burg bei praguewelcome.cz
  3. Graf Ludwig Joseph (1685-1736), auf Seite 397 im Biographischen Lexikon des Kaisertums Österreich - SiebenterTeil (1861)
  4.  Mitteilungen des Vereines für Heimatkunde des Jeschken-Iser-Gaues, Band 25–26. 1931 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten]