Ludwig Zehnder

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Ludwig Louis Albert Zehnder (* 4. Mai 1854 in Illnau; † 24. März 1949 in Oberhofen am Thunersee) war ein Schweizer Physiker.[1]

Leben[Bearbeiten]

Er studierte 1873-1875 Maschinenbau in Zürich. Danach wurde er Assistent von Wilhelm Conrad Röntgen, dem er 1879 an die Universität Gießen folgte,[2] und mit dem er zeitlebens befreundet war.

Ab 1885 studierte er Physik in Berlin und Gießen, promovierte 1887 und wurde wieder Assistent Röntgens, der im August 1888 von Gießen nach Würzburg wechselte.

Nach seiner Habilitation für Physik in Basel im Jahr 1890 wurde er 1893 a.o. Professor in Freiburg i.Br, 1901 in München und 1919–45 wieder a.o. Professor in Basel.

Er machte eine zweijährige Untersuchung det Brechungsindizes von verschiedenen Körpern in verschiedenen Aggregatzuständen mit dem Jamin-Interferometer. Um aber die beiden interferierenden Strahlen beliebig weit auseinanderrücken zu können, konstruierte er einen neuen Interferenzrefraktor, das im August 1891 vorgestellte Mach-Zehnder-Interferometer. Ludwig Mach hatte unabhängig davon einen ähnlichen konstruiert, den er sieben Monate später ankündigte.[3]

== Nachruf == Friedrich Dessauer  :Verhandlungen der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft (SNG) 129, S. 413 - 416 (1949) :http://retro.seals.ch/digbib/view?pid=sng-005:1949:129::422

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Die Entstehung des Lebens aus mechanischen Grundlagen entwickelt, Freiburg i. B.
  • Ueber die Entwicklung des Weltalls und den ewigen Kreislauf der Materie; Basel, 1885
  • Ein neuer Interferenzrefraktor; In: Zeitschrift für Instrumentenkunde; 11, S. 275–285, August 1891
  • Ueber das Wesen der Kathodenstrahlen und der Röntgenstrahlen : Nach einem Vortrage, gehalten in der naturf. Gesellschaft Freiburg i. Br. am 8. Juli 1896; München, 1896
  • Die Mechanik des Weltalls in ihren Grundzügen dargestellt; Freiburg, 1897
  • Das Leben im Weltall; Tübingen, 1904
  • Über das Wesen der Kometen; 1910
  • Grundriss der Physik; Tübingen, Laupp, 1907
  • Der Aufbau der Atome aus Uratomen : Vortrag geh. 1921; Tübingen, Laupp, 1922
  • Folgerungen aus der Kugelform der einfachsten Atome; 1922
  • Die Synthese des Stoffs nach den neuesten physikalischen, chemischen und biologischen Ergebnissen; Halle, Hofstetter, 1924
  • Die zyklische Sonnenbahn als Ursache der Sonnenfleckenperioden; 1928
  • Ein neuer elektrischer Effekt; 1929
  • Röntgen, Wilhelm Conrad : Professor der Physik 1845-1923; Würzburg, 1930
  • Die Wandlungen der physikalischen Grundbegriffe in den letzten 50 Jahren ; Zürich, Frey, 1932
  • Radiation des espaces interstellaires et processus cosmiques; Neuchatel, Guébhard-Séverine, 1932
  • Der Äther im Lichte der klassischen Zeit und der Neuzeit; Tübingen, Laupp, 1933
  • Persönliche Erinnerungen an W. C. Röntgen und über die Entwicklung der Röntgenröhren; Sonderabdr., Basel, ca. 1933
  • Briefe an Ludwig Zehnder : mit den Beiträgen Geschichte seiner Entwicklung der Röntgenstrahlen und Röntgens Einstellung zur Renaissance der klassischen Physik von Ludwig Zehnder; Zürich, Rascher, 1935
  • Eine neue unsichtbare Strahlung; Basel, 1937
  • Die tiefsten Grundlagen der Physik und Chemie: aus Universitätsvorlesungen, 1935-38; Zürich, Rascher, 1938

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzportrait auf bernensia.ch
  2. Electrosuisse: Wilhelm Conrad Röntgen (Version vom 28. März 2008 im Internet Archive)
  3. fu-berlin.de: Das Mach-Zehnder-Interferometer (Diss.)