Luigi Ferrari Bravo

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Luigi Ferrari Bravo (* 5. August 1933 in Neapel) ist ein italienischer Jurist. Er war von 1995 bis 1997 als Richter am Internationalen Gerichtshof sowie von 1998 bis 2001 am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte tätig und gehörte von 1997 bis 1998 der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen an.

Leben[Bearbeiten]

Luigi Ferrari Bravo wurde 1933 in Neapel geboren und schloss 1956 an der dortigen Universität ein Studium der Rechtswissenschaften mit dem Doktorat ab. Anschließend wirkte er an der Universität seiner Heimatstadt als Assistenzprofessor im Bereich des internationalen Rechts. Ab 1961 war er dann Professor an der Universität Bari, an der der 1968 zum ordentlichen Professor und Direktor des Instituts für internationales Recht ernannt wurde. Im Jahr 1974 wechselte er als Professor für internationale Organisationen an das Istituto Universitario Orientale der Universität Neapel, an der er von 1975 bis 1976 auch Dekan der politikwissenschaftlichen Fakultät war. 1979 wurde er Professor für Europarecht an der politikwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rom, an der er ab 1982 internationales Recht lehrte, bevor er 1991 den Bereich des Europarechts an der juristischen Fakultät übernahm. In den Jahren 1975 und 1982 wirkte er als Dozent an der Haager Akademie für Völkerrecht.

Luigi Ferrari Bravo war Delegierter Italiens bei verschiedenen internationalen Konferenzen, so unter anderem 1968 bei der Weltmenschenrechtskonferenz in Teheran und von 1975 bis 1977 bei der diplomatischen Konferenz in Genf zur Ausarbeitung der Zusatzprotokolle zu den Genfer Konventionen, und vertrat sein Heimatland vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH), dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) sowie dem Internationalen Gerichtshof (IGH). 1995 wurde er als Nachfolger seines im Amt verstorbenen Landmanns Roberto Ago zum Richter an den IGH in Den Haag gewählt, an dem er von Juni 1995 bis zum turnusmäßigen Ende von Agos Amtszeit im Februar 1997 tätig war. Von 1998 bis 2001 wirkte er als Vertreter San Marinos als Richter am EGMR in Straßburg. Er gehört darüber hinaus dem Ständigen Schiedshof an und war von 1997 bis 1998 Mitglied der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen. Im Jahr 1991 wurde er in das Institut de Droit international aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Luigi Ferrari Bravo. In: Arthur Eyffinger, Arthur Witteveen, Mohammed Bedjaoui: La Cour internationale de Justice 1946–1996. Martinus Nijhoff Publishers, Den Haag und London 1999, ISBN 9-04-110468-2, S. 281
  • Curricula vitae of candidates nominated by national groups. Luigi Ferrari Bravo. In: Elections to fill Vacancies in Pricipal Organs: Election of a Member of the International Court of Justice. Dokument A/49/911-S/1995/450 der Vereinten Nationen. Übermittelt vom UN-Generalsekretär an die UN-Vollversammlung und den UN-Sicherheitsrat, 1. Juni 1995, S. 3−11