Lygia Fagundes Telles

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Lygia Fagundes Telles in 2011.
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Lygia Fagundes Telles (* 19. April 1923 in São Paulo, SP) ist eine brasilianische Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten]

Fagundes Telles (richtiger Name: Lygia de Azevedo Fagundes) ist die Tochter des Juristen Durval de Azevedo Fagundes und dessen Ehefrau Maria do Rósario, einer Pianistin.

Zwischen 1940 und 1945 studierte Fagundes Telles Rechtswissenschaften und konnte dieses Studium auch sehr erfolgreich abschließen. Da sie aber als Frau keinerlei Möglichkeiten hatte, als Juristin zu arbeiten, verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt als Journalistin.

1954 erschien ihr erster Roman Ciranda de Pedra. 1955 unternahm sie eine längere Reise nach und durch Frankreich und Italien. 1960 bereiste sie ebenfalls ausgiebig die UdSSR und die VR China. In ihrem bekanntesten Roman As Meninas (1973) erzählt die Autorin die Geschichte dreier junger Frauen in den 1970er Jahren unter der Militärdiktatur. 1976 unterzeichnete sie gemeinsam mit anderen das Manifest gegen die Diktatur (Manifesto dos Mil).

Lygia Fagundes Telles versteht sich als politisch engagierte Schriftstellerin und Stimme der dritten Welt. Seit 1982 ist sie Mitglied der Academia Paulista de Letras (Sitz 28).[1] Neben Ana Maria Machado und Zélia Gattai wurde Fagundes Telles 1985 als dritte Frau überhaupt von der Academia Brasileira de Letras (Sitz 16) als Mitglied aufgenommen, 1987 erfolgte die Aufnahme in die Academia das Ciências de Lisboa, der portugiesischen Wissenschaftsakademie. Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Preise und Ehrungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • As meninas, 1970, Nachdruck: Ed. Nova Fronteira, Rio de Janeiro 1985 [3]
    • deutsch: Mädchen am blauen Fenster. Roman, übersetzt von Gudrun Hohl, Verlag Volk & Welt, Berlin 1984.
  • Mistérios, 1981
    • deutsch: Die Struktur der Seifenblase. Unheimliche Erzählungen, übersetzt von Alfred Opitz, Suhrkamp, Frankfurt/M. 1983, ISBN 3-518-37432-X (Phantastische Bibliothek; 105).
  • As horas nudas, 1984
    • deutsch: Nackte Stunden. Roman, übersetzt von Mechthild Blumberg, Rütten & Loening, Berlin 1994, ISBN 3-352-00482-X.
  • Antes do baile verde, Ed. Livros do Brasil, Lissabon, ca. 1985
  • La noite oscura e mais eu, Erzählungen, Ed. Nova Fronteira, Rio de Janeiro 1995, ISBN 85-209-0690-7

Die darin enthaltene Erzählung Papoulas em feltre negro.

    • deutsch: Mohnblumen auf schwarzem Filz, übersetzt von Guy Ferse, im Sammelband Mohnblumen auf schwarzem Filz. Autorinnen aus vier Kontinenten, Regina Keil und Tobias Brücker (Hrsg.), Unionsverlag, Zürich 1998, ISBN 3-293-20108-3.
  • Capitu. Paulo Emílio Sales Gomes. CosacNaify, São Paulo, S.P., Brasilien 2008, ISBN 978-85-7503715-7.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Briesemeister u.a. (Hrsg.): Moderne Mythen in den Literaturen Portugals, Brasiliens und Angolas. TFM, Frankfurt/M. 1998, ISBN 3-925203-63-X.
  • Elza Carrozza: Esse incrível jogo do amor. A configuração do relacionamento 'homem-mulher' na obra de Maria Judite de Carvalho e Lygia Fagundes Telles. Edicio Hucitec, São Paulo 1992, ISBN 85-271-0197-1.
  • Dieter Reichardt: Lateinamerikanische Autoren. Literaturlexikon und Bibliographie der deutschen Übersetzungen. Erdmann, Tübingen 1972, ISBN 3-7711-0152-2, S. 284–285.
  • Irwin Stern (Hrsg.): Dictionary of Brazilian literature. Greenwood Press, New York 1988, ISBN 0-313-24932-6, S. 337–338.
  • Klaus Küpper: Bibliographie der brasilianischen Literatur. Prosa, Lyrik, Essay und Drama in deutscher Übersetzung. Küpper, Köln / Ferrer de Mesquita, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-939455-09-7, S. 391–393.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzbiografie Lygia Fagundes Telles auf der Website der Academia Paulista, portugiesisch, abgerufen am 11. Dezember 2012.
  2. Kurzbiografie in Mohnblumen auf schwarzem Filz, S. 332
  3. 1995 verfilmt von Emiliano Ribeiro, vgl. http://www.imdb.de/title/tt0130108/