Mamie Smith

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Mamie Smith (* 26. Mai 1883 in Cincinnati, Ohio als Mamie Robinson; † 30. Oktober 1946[1] in New York) war eine US-amerikanische Vaudeville-Sängerin, Tänzerin, Pianistin und Schauspielerin. Sie war die erste, die 1920 einen gesungenen Blues aufnahm.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[2]
Crazy Blues
  US Black 3 1920 (11 Wo.)
Fare Thee Honey Blues
  US Black 9 1921 ( 2 Wo.)
Royal Garden Blues
  US Black 13 1921 ( 1 Wo.)
You Can’t Keep a Good Man Down
  US Black 4 1921 ( 5 Wo.)
Dangerous Blues
  US Black 6 1921 ( 3 Wo.)
Lonesome Mama Blues
  US Black 6 1922 ( 4 Wo.)
You Can’t Have Him, I Don’t Want Him, Didn’t Love Him Anyhow Blues
  US Black 13 1923 ( 1 Wo.)
You’ve Got to See Mama Ev’ry Night
  US Black 13 1923 ( 1 Wo.)

Mamie Smith zog mit afroamerikanischen Vaudeville- und Minstrel-Shows umher, bis sie sich 1913 in New York niederließ, wo sie als Kabarett-Sängerin arbeitete. 1918 trat sie in Perry Bradfords Musical Made in Harlem auf.

1920 sprang Smith bei Okeh Records für die erkrankte Sophie Tucker ein und nahm die Stücke That Thing Called Love und You Can’t Keep A Good Man Down auf. Sie wurde zu einer zweiten Sitzung eingeladen, bei der mit ihren Jazz Hounds am 10. August 1920 die Titel Crazy Blues und It’s Right Here For You, If You Don’t Get It, ’Tain’t No Fault of Mine aufgenommen wurden. Die Jazz Hounds waren zu diesem Zeitpunkt Johnny Dunn auf dem Kornett, Dope Andrews auf der Posaune, Leroy Parker auf der Violine und Willie „The Lion“ Smith am Piano.[3] Den Jazz Hounds gehörten auch Buster Bailey, Coleman Hawkins, Cecil Carpenter, Elmer Snowden und Bubber Miley an.

Crazy Blues verkaufte sich zur Überraschung aller als erste Blues-Aufnahme eines schwarzen Künstlers mehr als eine Million Mal innerhalb eines Jahres. Viele Käufer waren Afroamerikaner, ein bisher eher unbeachteter Markt. Dieser unerwartete Erfolg veranlasste die Plattenfirmen, weitere Bluessängerinnen aufzunehmen und so die Ära des klassischen Frauenblues einzuläuten.

Es folgten weitere Blues-Aufnahmen und Tourneen in den Staaten und Europa mit Mamie Smith & Her Jazz Hounds als Teil der Revue Mamie Smith’s Struttin’ Along Review. Mamie Smith erhielt den Beinamen „Königin des Blues“ (Queen of the Blues).

1929 spielte Smith eine Rolle in einem frühen Tonfilm, Jail House Blues. 1931 zog sie sich aus dem Musik- und Filmgeschäft zurück. Ab 1939 spielte sie wieder in mehreren Filmen mit.

Mamie Smith starb 1946 nach längerer Krankheit in New York.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Nach New Grove Dictionary of Jazz, aber dort mit einem Fragezeichen versehen. Geburtsdatum aber dort auch 26. Mai 1883.
  2. Alle Platten 78er. Einzelnachweise für US Billboard Black: Gerhard Klußmeier: Jazz in the Charts. Another view on jazz history. Liner notes und Begleitbuch der 100-CD-Edition. Membran International, ISBN 978-3-86735-062-4
  3. Blues Online