Margo Lion

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Margo Lion (* 28. Februar 1899 in Konstantinopel; † 25. Februar 1989 in Paris; gebürtig Marguerite Hélène Constantine Barbe Elisabeth Lion) war eine französische Diseuse und Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Sie kam nach Berlin, um die russische Ballettschule zu besuchen, doch 1921 führte ein parodistischer Auftritt von Gussy Holl an der „Wilden Bühne“ des Tingel-Tangel-Theaters von Trude Hesterberg zu ihrem Entschluss, sich dem Kabarett zuzuwenden. Im November 1923 gab sie hier ihr Debüt mit dem Chanson Die Linie der Mode.

Geschrieben hatte das Lied der Autor Marcellus Schiffer, der weiterhin für sie textete und schließlich ihr Ehemann wurde. Sie wurde schnell bekannt, und als 1923 die Wilde Bühne schließen musste, machte sie auf anderen Bühnen weiter. Margo Lion, die meist in einem engen schwarzen Kleid auftrat, wirkte durch ihre extravagant-mondäne Darstellungsweise als Diseuse stilbildend und beeinflusste auch die junge Marlene Dietrich.

Sie wirkte auch 1927/28 in der Revue Bei uns um die Gedächtniskirche ’rum von Friedrich Hollaender mit, ebenso bei der Premiere von Es liegt in der Luft von Marcellus Schiffer und Mischa Spoliansky am 15. Mai 1928 in der Berliner Komödie. Hier machte sie Furore durch das Chanson Wenn die beste Freundin mit der besten Freundin, das sie zusammen mit Marlene Dietrich vortrug.

Neben anderen berühmten Persönlichkeiten wie der russischen Tänzerin Anna Pawlowna Pawlowa oder dem Schauspieler Emil Jannings ließ sich Margo Lion in Berlin von der bekannten Gesellschaftsfotografin Frieda Riess ablichten.

Im Herbst 1930 sang sie unter anderem als Nofretete in der Revue Quick am Theater von Rudolf Nelson. Im Jahr 1931 trat sie als Jenny in der französischen Fassung der Dreigroschenoper von G. W. Pabst auf. Zwischen 1926 und 1932 war Margo Lion auch in zehn Spielfilmen zu sehen.[1] Nach dem Selbstmord Schiffers 1932 und der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wechselte sie nach Paris.

Dort machte sie sich als Brecht-Interpretin einen Namen und wirkte in französischen Filmen mit. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie ihre Karriere als Sängerin und Schauspielerin erfolgreich fortsetzen. Am 7. September 1977 trat sie im Rahmen der Berliner Festwochen wieder in Berlin am Renaissance-Theater auf, begleitet von Mischa Spoliansky am Klavier.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1947: Eine Nacht im Tabarin (Une nuit à Tabarin)
  • 1950: Dein Weg ist Dir bestimmt (Quai de Grenelle)
  • 1951: Verträumte Tage
  • 1953: Die Liebe endet im Morgengrauen (Les amours finissent à l'aube)
  • 1954: Die letzte Etappe (Le grand jeu)
  • 1954: Frl. Nitouche (Mam'zelle Nitouche)
  • 1959: Das Raubtier rechnet ab (Le fauve est lâché)
  • 1959: Katja, die ungekrönte Kaiserin (Katia)
  • 1960: Opfergang einer Nonne (Le dialogue des Carmélites)
  • 1961: Lola, das Mädchen aus dem Hafen (Lola)
  • 1964: Nick Carter schlägt alles zusammen (Nick Carter va tout casser)
  • 1964: FBI-Agent Cooper - Der Fall Tex (Coplan prend des risques)
  • 1966: Paris ist eine Reise wert
  • 1976: Dr. med. Françoise Gailland (Docteur Françoise Gailland)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Historisches Museum Berlin, ebd.