Marie-Anne Collot

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Marie Anne Collot (* 1748 in Paris; † 24. Februar 1821 in Nancy) war eine französische Bildhauerin.

Leben[Bearbeiten]

Über Marie-Anne Collots Herkunft und Kindheit ist nicht viel bekannt. Denis Diderot gab im Jahre 1769 an, herausgefunden zu haben, dass Marie Anne Collot ein Waisenkind sei. Im Jahre 1763, bereits mit 15 Jahren, wurde Collot Schülerin des bekannten Bildhauers Etienne Maurice Falconet, der damals mit 47 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Karriere stand.

Mit 17 Jahren hatte sie in seinem Atelier in der Rue d´Anjou in Paris bereits eine Serie von Büsten geschaffen, die die Zeitgenossen sehr bewunderten.

1766 begleitete sie ihren Meister nach Sankt Petersburg, um dort einen Auftrag der Zarin Katharina II., eine überlebensgroße Statue Peters des Großen, auszuführen, den "ehernen Reiter". Collot führte den Kopf der Statue aus.

Am 27. Juli 1777 heiratete sie, noch immer in Russland, den aus England angereisten Sohn Falconets, den Maler Pierre Falconet (1741-1791), Schüler des Porträtmalers Joshua Reynolds, einen Menschen, dessen Äusseres von Zeitgenossen so drastisch beschrieben wird, dass er vermutlich behindert war. Er war aber berechnend genug, sich die Honorare und großzügige Mitgift Marie Anne Collots zu sichern. Die Ehe verlief wegen der fortgesetzten Brutalität und Untreue Falconets unglücklich.

1778 kehrte Marie Anne Collot mit ihrer Tochter nach Paris zurück. Dann im Jahre 1779 reichte sie Klage gegen ihren Mann ein, den sie beschuldigte, sie geschlagen, hintergangen und mit einer anderen Frau betrogen zu haben. Sie trennten sich. Etienne Falconet kehrte 1781 aus La Haye zurück nach Paris und stand seiner Schwiegertochter gegen den gewalttätigen Sohn bei. Er erkrankte und wurde von Marie Anne Collot bis zu seinem Tod 1791 gepflegt.[1]

Durch die Heirat ihrer Tochter zog Collot nach Nancy, wo sie 1821 starb.[2]

Werke[Bearbeiten]

Dellac nennt in ihrem Werkverzeichnis 28 Werke von Marie Anne Collot, die aber größtenteils verschollen sind. Ein Teil ihrer Skulpturen, u. a. die Büste von Diderot, befindet sich im Museum der Eremitage, Sankt Petersburg, und im Louvre, Paris.

Im Museum von Nancy befindet sich ein Selbstporträt, das lange für eine Büste der jungen Zarin Katharina gehalten wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • A. Valabreque: Madame Falconet. Paris 1898.
  • Christiane Dellac: Marie-Anna Collot. Paris 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Category:Marie-Anne Collot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. JocondePortail des collections des musées de France. Biographische Daten über Marie-Anne Collot; in französischer Sprache
  2. Christiane Dellac; Marie-Anne Collot: Une sculptrice française à la cour de Catherine II, 1748-1821. L’Harmattan, 2005 ISBN 2-7475-8833-5.