Marie Antoinette von Ahlefeldt

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Marie Antoinette Reichsgräfin von Ahlefeldt (* 25. April 1711; † 12. März 1764 in Uetersen) war eine deutsche Reichsgräfin und Priorin des Klosters Uetersen.

Leben[Bearbeiten]

Sie war die Tochter des Landrates auf Langeland Carl von Ahlefeldt (1670–1722), Reichsgraf zu Langeland und Rixingen, Freiherr zu Mörsberg und dessen Frau Ulrica Amalie Antoinette geb. Danneskiold-Laurvig (1686–1755), Tochter des Landgrafen Ulrich Friedrich Gyldenlöwe (1638–1704), dänischer Statthalter in Norwegen und dessen dritten Ehefrau Antoinette Augusta von Aldenburg (1666–1701). Marie Antoinette von Ahlefeldt war von 1753 bis 1764 Priörin des Klosters Uetersen. Sie war die Nachfolgerin von Anna Emerentia von Reventlow (1680–1753) und wurde am 12. April 1753 zur Vorsteherin des Klosters erwählt und führte es mit eiserner Härte. Ab 1754 hatte sie dauernd Streitigkeiten mit dem Klosterpropst Benedikt von Ahlefeldt (1678–1757), weil sie ungefragt Entscheidungen bei der Wahl und der Einsetzung verschiedener Klosterbedienten traf, für die zuvor der Klosterpropst zu befragen war. Nach dessen Tod war sie in endlosen Zwist mit seinem Nachfolger Henning von Qualen (1703–1785) verwickelt, mit dem sie mehrere Prozesse führte, der aber ihren Querelen widerstand und sein Amt bis zu seinem Tode ausführte.

Sie verstarb am 12. März 1764 in Uetersen und wurde hinter dem Altar der Klosterkirche Uetersen beigesetzt. Ihre Grabplatte wurde mit großartigen Bildhauerarbeiten verziert. 1785 folgte ihr Henning von Qualen, der ebenfalls hinter dem Altar neben ihr beigesetzt wurde. Weshalb die ehemaligen Kontrahenten direkt nebeneinander in der Kirche beigesetzt wurden ist bis heute ungeklärt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Friedrich Camerer: Vermischte historisch-politische Nachrichten in Briefen von einigen merkwürdigen Gegenden der Herzogthümer Schleßwig und Hollstein, ihrer natürlichen Geschichte und andern seltenen Alterthümern (Flensburg und Leipzig 1758-1762)
  • Johann Friedrich Wennen: Allgemeines genealogisches und Staats-Handbuch, Erster Band, Seite 414-416 (Frankfurt a. Main 1811)
  • Schleswig-Holsteinische Ritterschaft: Beitrag zur Adelsgeschichte Deutschlands und Dänemarks, Schleswig 1869, S. 11.
  • Wilhelm Ehlers: Geschichte und Volkskunde des Kreises Pinneberg (Verlag J. W. Groth Elmshorn 1922)
  • Hans Ferdinand Bubbe Versuch einer Chronik der Stadt und des Klosters Uetersen Band 1 Kapitel I Seite 39 und 56 (C.D.C. Heydorns Verlag Uetersen 1932)
  • Erwin Freytag: Liste der Pröbste und Priörinen an dem Zisterzienser Nonnenkloster und späteren Adliden Kloster zu Uetersen, Jahrbuch für den Kreis Pinneberg (Beig Verlag Pinneberg 1970)
  • Doris Meyn: Liste der Pröbste und Priörinen des Klosters Uetersen bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts (ZSHG 1976)
  • Elsa Plath-Langheinrich: Das Kloster am Uetersten End (C.D.C. Heydorns Verlag 2008)
  • Elsa Plath-Langheinrich: Kloster Uetersen in Holstein (Wachholtz Verlag 2009)