Matthäus Aurogallus

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Szene mit Matthäus Aurogallus, Martin Luther, Philipp Melanchthon und anderen; Relief am Berliner Dom

Matthäus Aurogallus (auch Matthäus Goldhahn; * um 1490 in Komotau; † 10. November 1543 in Wittenberg) war ein deutscher Historiker, Sprachwissenschaftler und Hebraist.

Leben[Bearbeiten]

In seiner Heimat war Aurogallus zunächst Lehrer. Dabei wurde er um den Kreis Bohuslaus Lobkowicz von Hassensteins für den Humanismus gewonnen. 1512 ging er nach Leipzig, um dort ein Studium aufzunehmen und erwarb 1515 den Baccalaureus Artium. Seit 1519 weilte er in Wittenberg, wo er sich Philipp Melanchthon aufgrund seiner hebräischen, lateinischen und griechischen Studien annäherte. Dabei kamen ihm seine gute Allgemeinbildung und ein außergewöhnliches pädagogisches Geschick zugute. Er beschäftigte sich auch mit Geschichte und wird in diesem Zusammenhang als Verfasser einer Chronik der Könige von Böhmen genannt.

Aurogallus wurde als ruhiger und verträglicher Mensch geschildert. Melanchthon war es auch, der Georg Spalatin vorschlug, er solle 1521 als Magister eine Professur des Hebräischen als Nachfolger Matthäus Adrianis antreten. Man betrachtete diesen Schritt als sehr glücklich, da Aurogallus zwei Jahrzehnte lang eine stattliche Anzahl an Schülern betreute, von denen besonders der spätere Dozent Jakob Jonas und Ambrosius Moibanus hervorgehoben seien. Er arbeitete auch an der Übersetzung des alten Testaments mit, wobei sein sprachwissenschaftlicher Zugang zur Bibelforschung einer „reineren Theologie“ dienen sollte. Dabei beschäftigte er sich zunehmend mit dem Chaldäischen. 1542 wurde er Rektor der Universität Wittenberg.

Schriften[Bearbeiten]

  • „Compendium Hebraeae Grammatices“ 1523
  • „de Hebraeis urbium locorumque nominibus“ 1526
  • Chronik der Herzöge und Könige von Böhmen

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]