Matthieu Ricard

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Matthieu Ricard in Tibet (2003)

Matthieu Ricard (* 15. Februar 1946 in Frankreich) ist ein buddhistischer Mönch und studierter Molekularbiologe mit Abschluss in Zellulargenetik und Promotion bei dem Nobelpreisträger Francois Jacob am Institut Pasteur.

Leben[Bearbeiten]

Matthieu Ricard wuchs im Umfeld Frankreichs Intellektueller auf. Seine Mutter, die Künstlerin Yahne Le Toumelin, und sein Vater, der unter dem Pseudonym Jean-François Revel einer der einflussreichsten lebenden Philosophen und politischen Theoretiker Frankreichs war, ermöglichten ihm den Umgang mit großen Denkern und Schöpfern dieser Zeit.

Nach eigener Darstellung begann sein „eigentliches“ Leben am 2. Juni 1967, als er Kangyur Rinpoche begegnete. Als Kangyur starb, wurde Matthieu Mönch und persönlicher Assistent von Dilgo Khyentse Rinpoche, mit dem er zwölf Jahre lang Tag und Nacht verbrachte. Nach dem Tod seines Lehrers schrieb er das Buch „Journey to Enlightenment: The Life and World of Khyentse Rinpoche, Spiritual Teacher from Tibet“ über dessen Leben und Wirken.

Seit 1989 ist er offizieller Französisch-Übersetzer für den Dalai Lama. Zusammen mit seinem Vater veröffentlichte er das international erfolgreiche Buch „Der Mönch und der Philosoph“. Darin werden – zu Themen von allgemeinem philosophischem, spirituellem und gesellschaftlichem Interesse – die Perspektiven der westlichen Welt und des Buddhismus gegenübergestellt, Unterschiede aufgezeigt und Gemeinsamkeiten hervorgehoben.

Er ist Board Member des Mind and Life Institute, das die Kommunikation zwischen westlicher Wissenschaft und Buddhismus und ihre Zusammenarbeit fördert. Er arbeitet gegenwärtig gemeinsam mit Hirnforschern über die Wirkung von Meditation und Geistestraining auf das Gehirn (Madison-Wisconsin, Princeton und Berkeley).

Ricard lebt aktuell im Kloster Shechen in Nepal.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Schriften
  • mit Antoine Lutz, Lawrence L. Greischar , Nancy B. Rawlings und Richard J. Davidson: Long-term meditators self-induce high-amplitude gamma synchrony during mental practice. PNAS 2004: 101, no. 46[1]
  • mit Paul Ekman, Richard J. Davidson und B. A. Wallace: Buddhist and psychological perspectives on emotions and well-Being. Current Directions in Psychological Science 2005: 14, 59-63.
Weitere Werke (Auswahl)
Fotobände

Literatur[Bearbeiten]

Daniel Goleman: Dialog mit dem Dalai Lama – Wie wir destruktive Emotionen überwinden können. dtv, München 2005 ISBN 3-423-34207-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Antoine Lutz, Richard Davidson et.al.:Long-term meditators self-induce high-amplitude gamma synchrony during mental practice [1], published November 8, 2004