Maya-Codices
Die Maya-Codices sind Bilderhandschriften, in denen Informationen über das Leben der Maya, aber auch über Astronomie und Mathematik, aufgezeichnet wurden. Sie waren wahrscheinlich Handbücher von Kalenderpriestern. Die Maya hatten ein hoch entwickeltes Schriftsystem aus Bildern, Schrift- und Zahlenzeichen.
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Erhaltene Maya-Codices[Bearbeiten]
Durch die Zeit der Conquistadoren und die Zerstörungen aller „heidnischen“ Objekte (vor allem durch Diego de Landa im Jahr 1562) existieren heute nur noch drei mit Sicherheit authentische Maya-Bücher. Sie wurden alle zur Unterscheidung nach ihrem späteren Aufbewahrungsort in Europa benannt:
- Madrider Codex (auch Codex Tro-Cortesianus, 112 Seiten, 6,82 Meter)
- Dresdner Codex (auch Codex Dresdensis, 74 Seiten, 3,56 Meter)
- Pariser Codex (auch Codex Peresianus, 22 Seiten, 1,45 Meter)
Ein vierter 11-seitiger Maya-Codex, der 1971 erstmals im New Yorker „Grolier Club“ ausgestellt wurde, der Grolier Codex, gilt heute unter Fachleuten als Fälschung.[1][2]
Inhalt und Entstehung[Bearbeiten]
Die Codices beinhalten Ritual- und Deutungskalender, astronomische Berechnungen und mythologische Kalender. Aufgrund ihres Inhaltes waren die drei erhaltenen Maya-Handschriften vermutlich Handbücher von Kalenderpriestern.[3]
Die drei Codices entstanden wahrscheinlich in den letzten Jahrhunderten vor der spanischen Eroberung, der Postklassik. Aufgrund sprachlicher und künstlerischer Übereinstimmungen mit lokalen Inschriften wird angenommen, dass die drei erhaltenen Bücher aus der gleichen Region, dem nördlichen Teil der Halbinsel Yucatán, stammen.[1] Wie sie von Yucatán bis nach Europa gelangten, ist trotz intensiver Nachforschungen nicht bekannt.
Bedeutung[Bearbeiten]
Der Großteil dessen, was wir heute über die Maya wissen, stammt aus diesen Codices. Weitere Aufzeichnungen finden sich nur als Inschriften an Gebäuden und Skulpturen der Maya. Später, zu Zeiten der spanischen Herrschaft, entstand das Popol Vuh, jedoch bereits in lateinischer Schrift. Man vermutet, dass die Maya über eine ausgefeilte Literatur verfügt haben, die jedoch die Zeit der Kolonialherrschaft nicht überstanden hat.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ a b Nikolai Grube: Der Dresdner Maya-Kalender: Der vollständige Codex. Verlag Herder, Freiburg, 2012, ISBN 978-3-451-33332-3, S. 21-22
- ↑ Milbrath, Susan: New Questions Concerning the Authenticity of the Grolier Codex, Latin American Indian Literatures Journal, Vol. 18 (1), 2002, S. 50–83
- ↑ Nikolai Grube: Der Dresdner Maya-Kalender: Der vollständige Codex. Verlag Herder, Freiburg, 2012, ISBN 978-3-451-33332-3, S. 32