Mérida (Mexiko)

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Mérida
20.981111111111-89.6163888888899Koordinaten: 20° 59′ N, 89° 37′ W
Karte: Yucatán
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Mérida

Mérida auf der Karte von Yucatán

Location Merida.png
Lage von Mérida in Mexiko
Basisdaten
Staat Mexiko
Bundesstaat Yucatán
Stadtgründung 1542
Einwohner 734.153 (2005)
   – im Ballungsraum 954.813
Stadtinsignien
Escudo de Merida Yucatan.svg
Flag of Yucatan.svg
Detaildaten
Bevölkerungsdichte 858.41 Ew./km²
Höhe m
Postleitzahl 97000
Vorwahl (+52) 999
Zeitzone UTC-6
Stadtvorsitz Manuel Fuentes Alcocer
Website Merida.gob.mx www.merida.gob.mx/ Merida.gob.mx
Paseo De Montejo
Paseo De Montejo
Rathaus von Mérida
Rathaus von Mérida
Mérida en Domingo
Mérida en Domingo

Mérida (im modernen Mayathan Ho, von ho’ „fünf“) ist die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán in Mexiko. Touristisch gilt Mérida als Tor zur Welt der Maya (Puerta al Mundo Maya).

Vorspanische Stadt[Bearbeiten]

Rekonstruktion der großen vorspanischen Bauten im Zentrum von Mérida

An Stelle des heutigen Mérida bestand seit dem Mittleren Präklassikum eine große Siedlung, die ihren Höhepunkt im und nach dem Mittleren Klassikum erreichte. Sie war gekennzeichnet durch große und hohe pyramidenartige Plattformen, auf deren oberer Fläche Bauten vermutlich der späten klassischen Zeit standen. Der Franziskaner Diego de Landa und spätere Bischof beschrieb die Bauten als großartig und fügte auch eine Zeichnung bei. Das größte Bauwerk, die Tempelpyramide Baklu'mchan mit einer Seitenlänge von ungefähr 120 m und rund 10 m Höhe wurde später zu einem Franziskanerkloster und dann zur Festung San Benito umgebaut. Auf deren Gelände liegt heute der zentrale Markt "Mercado Municipal Lucas de Gálvez". Moderne Untersuchungen [1] konnten die Lage weiterer vorspanischen Bauten genauer präzisieren. So wurde der vermutlich größte Bau gegenüber der Kathedrale lokalisiert, ein weiterer, der in der Kolonialzeit "Cerro de San Antón" genannt wurde, mit den Ausmaßen 180 x 120 m, lag östlich von San Benito. Weitere kleinere Komplexe wurden auf Grund von alten Quellenangaben, Höhenmessungen und Geo-Radar-Untersuchungen nachgewiesen. Insgesamt war das vorspanische Ti’ho’ ähnlich bedeutend wie Chichén Itzá, Uxmal und Izamal. Letzterer Ort mit seinen zahlreichen großen und kleineren Pyramidenplattformen kann einen Eindruck geben, wie Ti’ho’ ausgesehen haben dürfte.

Kolonialzeitliche Stadt[Bearbeiten]

„Cathedral de San Ildefonso“
Haus des Conquistadors Montejo

Die alte Maya-Stadt Ti’ho’ („zu fünf“) wurde am 6. Januar 1542 durch Francisco de Montejo den Jüngeren in Mérida umbenannt. Der Name der Stadt bezieht sich auf die spanische Stadt Mérida, wegen deren gewaltigen römischen Überresten, an die die Spanier angesichts der ebenfalls großartigen vorspanischen Bauten erinnert wurden. Hier wie dort wurden die alten Bauten jedoch gerne als Steinbrüche für die Errichtung der spanischen Stadt genutzt, was in Mérida bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zu ihrem völligen Verschwinden geführt hat. Montejo siedelte in Mérida eine kleinere Anzahl spanischer Familien an. Bereits 1618 hatte die Stadt das erste eigene Theater und 1735 entstand das heutige Rathaus.

Moderne Stadt[Bearbeiten]

Mérida hat rund 1.200 000 Einwohner. Die Orientierung fällt durch das für lateinamerikanische Städte typische gitterartige Straßensystem leicht. Straßen mit geraden Zahlen laufen von Nord nach Süd, die ungeraden von Ost nach West, die Nummerierung wächst von Norden nach Süden bzw. von Osten nach Westen. Nördlich bzw. westlich der Kathedrale verlaufen die Straßen 61 und 60.

Wichtige Plätze und Straßen[Bearbeiten]

Der ehemalige Zócalo heißt heute Plaza de la Independencia (Plaza Grande) und ist der lebendige Mittelpunkt Meridas. An der Ostseite steht die doppeltürmige Kathedrale, die zwischen 1561 und 1598 entstand. Sie wurde durch hunderte von Maya-Arbeitern errichtet, wichtigstes Baumaterial waren Steine der zuvor zerstörten Tempel der alten Maya-Stadt Ti'ho'. Im Inneren befindet sich der Cristo de la Unidad (Christus der Einheit). Die riesige Figur des gekreuzigten Christus ist das Symbol für die Aussöhnung zwischen den Nachfahren der Spanier und der Maya. Südlich der Kathedrale befindet sich in dem ehemaligen Bischofspalast das Museo de Arte Contemporáneo Ateneo de Yucatan. Es enthält wichtige Werke einheimischer Künstler und festigt den Ruf Méridas als kulturell reichster Stadt der Halbinsel Yucatáns. An der Südseite der Plaza de la Independencia liegt die Casa de Montejo aus dem Jahre 1549. Der ehemalige Palast der Familie Montejo mit seinem figurengeschmückten Portal ist heute Sitz einer Bank.

An der Westseite der Plaza befindet sich das weiße Palacio Municipal (Rathaus). Es entstand 1735. 1821 wurde von der Veranda im ersten Stock die Unabhängigkeit des Bundesstaates Yucatán proklamiert. Die nördliche Seite des Platzes nimmt der Palacio de Gobierno (Gouverneurspalast) ein, dessen Innenhof mit Wandgemälden Fernando Castro Pacheco zur Geschichte Yucatáns geschmückt ist.

Nördlich der Plaza de la Independencia (Plaza Grande) liegt der Parque Hidalgo, an den die Iglesia de Jesus, 1618 von den Jesuiten als Teil eines Klosters errichtet, angrenzt. Auch diese Kirche wurde im Wesentlichen aus dem Material abgebrochener Tempel errichtet. Die spanischen Besatzer achteten zwar genau darauf, dass keine Ornamente aus Maya-Zeit erhalten blieben. An zwei Steinen der Außenfassade lassen sich aber Reste der ursprünglichen Verzierungen erkennen.

Die breite Prachtstrasse Paseo Montejo im Norden der Innenstadt mit ihren zahlreichen Villen aus dem 19. Jahrhundert erinnert nach Wunsch der Stadtplaner an den Paseo de la Reforma in Mexiko-Stadt oder den Champs Élysées in Paris. Hier befindet sich der Palacio Cantón, die herrschaftliche Residenz des Generals Francisco Cantón Rosados, das heute des Museo de Antropología e Historia beherbergt.

Erzbistum Yucatán[Bearbeiten]

Kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Jeden Sonntag findet im Bereich der Plaza de la Independencia das Straßenfest Mérida en Domingo (Mérida am Sonntag) statt. Die Innenstadt wird dabei zur großen Fußgängerzone mit Kleinkunst, Live-Musik und Imbissbuden.
  • Ende September bis Mitte Oktober Cristo de las Ampollas, bei dem Gremios in einer täglichen Prozession dem Christus der Brandblasen feiern.
  • Carnaval, welcher als größter und prächtigster der Halbinsel Yucatán gilt.
  • Teatro Peón Contreras, das größte Theater der Halbinsel Yucatán mit fast täglichen Aufführungen und Konzerten.

Besonderheiten[Bearbeiten]

In einigen Geschäften und Märkten in und um Mérida werden Maquech angeboten: lebende Käfer, die von Einheimischen als Kleiderschmuck getragen werden.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten]

Merida
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
38
 
31
17
 
 
32
 
32
17
 
 
25
 
34
18
 
 
25
 
35
20
 
 
72
 
36
21
 
 
143
 
35
21
 
 
171
 
35
21
 
 
139
 
35
21
 
 
174
 
34
21
 
 
123
 
33
21
 
 
61
 
32
19
 
 
48
 
31
17
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: WMO; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Merida
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 31,3 31,8 34,1 35,3 36,1 35,0 34,8 34,7 34,1 32,9 31,9 30,9 Ø 33,6
Min. Temperatur (°C) 17,0 17,1 18,2 19,6 21,3 21,0 20,8 20,8 21,1 20,5 19,3 17,3 Ø 19,5
Niederschlag (mm) 38,2 31,8 25,0 25,4 71,9 143,1 171,1 138,7 173,7 122,8 61,2 47,5 Σ 1.050,4
Sonnenstunden (h/d) 6,7 7,3 7,8 8,5 8,8 7,7 7,9 8,0 7,0 7,0 7,1 6,5 Ø 7,5
Regentage (d) 3,8 3,0 2,6 1,7 4,5 10,4 12,9 12,6 13,5 9,7 5,8 4,6 Σ 85,1
Wassertemperatur (°C) 25 25 25 26 27 28 28 29 28 27 27 26 Ø 26,8
Luftfeuchtigkeit (%) 73 69 66 65 67 74 76 76 80 79 76 74 Ø 72,9
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
31,3
17,0
31,8
17,1
34,1
18,2
35,3
19,6
36,1
21,3
35,0
21,0
34,8
20,8
34,7
20,8
34,1
21,1
32,9
20,5
31,9
19,3
30,9
17,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
38,2
31,8
25,0
25,4
71,9
143,1
171,1
138,7
173,7
122,8
61,2
47,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mérida, Yucatán – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josef Ligorred, Luis Barba: Reencuentro con la Mérida ancestral. In: Arqueología Mexicana 99 (2009) S. 64-69