Menschenschmuggel

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Dieser Artikel beschreibt die illegale Verbringung von Menschen über nationale Grenzen hinweg. Für den gleichnamigen Spielfilm von 1950 siehe Menschenschmuggel (Film)

Menschenschmuggel bezeichnet die illegale Verbringung von Menschen über internationale Grenzen hinweg. Er ähnelt dem Drogen- oder Waffenschmuggel.

Wesen[Bearbeiten]

Der Schmuggel von Menschen steht zumeist im Zusammenhang mit der illegalen Migration. Die Schmuggler erhalten von den geschmuggelten Menschen in der Regel hohe Summen als "Transportgeld", für das sich die Geschmuggelten oft verschulden und ihr gesamtes Hab und Gut sowie das der Familie veräußern mussten. Oft – wie etwa bei der Seeroute von Afrika nach Spanien oder Italien – ist die Reise für die Geschmuggelten mit einer hohen Lebensgefahr verbunden.

Der Menschenschmuggel ist dabei nicht zu verwechseln mit dem Menschenhandel. Zwar kann der Menschenschmuggel ein Mittel des Menschenhandels sein. Der Menschenschmuggel bezieht sich aber lediglich auf den Transport von Menschen. Der Menschenhandel dagegen beinhaltet die ausbeuterische Verwendung von Menschen als Ware.

Tote in Dover[Bearbeiten]

Tragisch endete kurz vor dem Ziel ein versuchter Menschenschmuggel nach Großbritannien. Am 19. Juni 2000 entdeckten britische Zollbeamte im Fährhafen von Dover in einem Lastkraftwagen hinter Tomatenkisten die Leichen von 58 Menschen. Wie sich später bei polizeilichen Nachforschungen herausstellte, waren 54 Männer und vier Frauen aus der chinesischen Provinz Fujian aufgebrochen, um im Vereinigten Königreich illegal einzuwandern und dort Arbeit zu finden. Ihr langer Weg über Russland, die Ukraine, Tschechien, Deutschland und die Niederlande fand ein jähes Ende, als bei der Überfahrt auf einer Fähre über dem Ärmelkanal die Belüftung des Containers ausfiel und die Gruppe im Laderaum erstickte.[1][2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Markus Pfau: Schleusungskriminalität – Eine Analyse von Phänomen und polizeilichen Interventionsstrategien. tectum-Wissenschaftsverlag, Marburg 2012. ISBN 978-3-8288-3009-7
  • Ernesto Kiza: Tödliche Grenzen - die fatalen Auswirkungen europäischer Zuwandererpolitik. Eine theoretisch-empirische Untersuchung von Todesfällen illegalisierter Migranten im Kontext neuer Migrationsdynamiken und restriktiver Migrationspolitiken. Lit-Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-8258-1305-5 (Studien zu Migration und Minderheiten; 18).
  • Matthias Neske: Menschenschmuggel. Deutschland als Transit- und Zielland irregulärer Migration. Lucius & Lucius, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8282-0397-6 (Dissertation, Universität Bamberg 2007).
  • Sophie Westermann: Irreguläre Migration - ist der Nationalstaat überfordert? Staatliches Regieren auf dem Prüfstand. Tectum-Verlag, Marburg 2009, ISBN 978-3-8288-9863-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutschlandradio-Kalenderblatt vom 19. Juni 2010: Schreckensfund im LKW, abgefragt am 18. Juni 2011
  2. Die Zeit, Ausgabe 27/2000: Endstation Dover, abgefragt am 18. Juni 2011