Mersalyl

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Strukturformel
Mersalyl acid.svg
Allgemeines
Name Mersalyl
Andere Namen
  • Salyrgan
  • Mercusal
  • Mersalylsäure (selten)
  • Mersalin
  • Salurin
Summenformel C13H17HgNO6
CAS-Nummer
PubChem 443130
ATC-Code

C03BC01

Kurzbeschreibung

weißes Pulver[1]

Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Diuretikum

Eigenschaften
Molare Masse 483,87 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,043[1]

Schmelzpunkt

192–193 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit

löslich in Ammoniak[2]
nicht mischbar mit Wasser[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​310​‐​330​‐​373​‐​410
P: 260​‐​264​‐​273​‐​280​‐​284​‐​301+310Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]

T+
Sehr giftig

N
Umwelt-
gefährlich
R- und S-Sätze R: 26/27/28​‐​33​‐​50/53
S: 13​‐​28​‐​36​‐​45​‐​60​‐​61Vorlage:S-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Mersalyl (eigentlich Mersalylsäure) ist eine Organoquecksilberverbindung mit diuretischer Wirkung. Mersalyl wird heute nicht mehr als Medikament verwendet, da es von anderen Diuretika verdrängt wurde, die kein Quecksilber enthalten und dadurch weniger toxisch sind.

Mersalyl wird seit den 1960er Jahren bei biochemischen Experimenten als wasserlöslicher, nicht membranpermeabler Inhibitor zur reversiblen Blockierung von Sulfhydrylgruppen in Proteinen verwendet.

Synthese[Bearbeiten]

Die Erstsynthese von Mersalyl (Natriumsalz, 505,87 g/mol) wurde von Otto Diels und Erich Beccard veröffentlicht.[5] Der Geschmack wird als bitter beschrieben. Wenn Mersalyl dem Tageslicht ausgesetzt wird oder sich in Lösung befindet, zersetzt sich die Verbindung langsam und setzt Quecksilber frei; aus diesem Grund werden der Substanz oft geringe Mengen an Theophyllin beigesetzt, die diesen Prozess verlangsamen.

Bockmühl und Schwarz meldeten Mersalyl 1925 für Hoechst zum Patent an.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt Mersalyl acid (PDF; 274 kB) bei Santa Cruz Biotechnology, abgerufen am 13. April 2012.
  2. a b c d e Datenblatt Mersalyl acid, analytical standard bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 9. April 2012 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. a b  E. Brown Robbins, K. K Chen: A new mercurial diuretic. In: Journal of the American Pharmaceutical Association. 40, Nr. 5, 1951, S. 249–251, doi:10.1002/jps.3030400509.
  5.  Otto Diels, Erich Beccard: Zur Kenntniss acylirter Allylamine. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 39, Nr. 4, 1906, S. 4125–4132, doi:10.1002/cber.190603904108.
  6. Patent DE423031: Veröffentlicht am 6. Januar 1926.

Literatur[Bearbeiten]

  • The Merck Index (1983), Nr. 5750 (S. 843)
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