Metabolisches Äquivalent

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Das Metabolische Äquivalent (engl. metabolic equivalent of task; MET) wird verwendet, um den Energieverbrauch verschiedener Aktivitäten zu vergleichen. Es ist die Beschreibung des Stoffwechselumsatzes eines Menschen bezogen auf den Ruheumsatz im Verhältnis zu seinem Körpergewicht.

Das metabolische Äquivalent wurde von Ainsworth wie folgt definiert [1][2]: 1 MET entspricht dem Umsatz von 3,5 ml Sauerstoff pro Kilogramm Körpergewicht pro Minute bei Männern, bei Frauen sind es 3,15 ml/kg/min. Eine andere Definition bezeichnet als 1 MET einen Energieverbrauch von 4,2 kJ (1 kcal) je Kilogramm Körpergewicht pro Stunde, beides entspricht in etwa dem Ruheumsatz des Körpers. Moderate körperliche Aktivität hat etwa einen Energieverbrauch von 3 bis 6 METs, intensive Anstrengungen hingegen über 6 METs.[3]

Da der Energieumsatz individuell unterschiedlich ist, eignet sich der Vergleich von Aktivitäten mittels MET nur für den relativen Vergleich des Energieverbrauches einer Person. METs werden als Maß in der Ergometrie genutzt.[4]

Körperliche Belastbarkeit[Bearbeiten]

Bei Menschen bzw. Patienten, die eine eingeschränkte Belastbarkeit aufweisen (< 4 MET), sollten bei Operationen mit mittlerem oder auch hohem kardialen Risiko weitere sogenannte nicht-invasive Belastungstests durchgeführt werden (etwa Belastungs-EKG, Dobutamin-Stressechokardiographie oder Adenosin-Myokardszintigraphie).[5]

MET gibt die Möglichkeit zum Vergleich des Energieverbrauchs bei unterschiedlichen Aktivitäten. Als Referenzpunkt gilt der Grundumsatz.
Belastbarkeit Definition in Watt
Ausreichend; gut größer gleich 4 MET > 100 W
Unzureichend; schlecht kleiner 4 MET < 100 W

Literatur[Bearbeiten]

  1. Ainsworth BE, Haskell WL, Leon AS et al: Compendium of physical activities: classification of energy costs of human physical activities. Med Sci Sports Exerc. 1993 Jan;25(1):71-80. PMID 8292105
  2. Ainsworth BE, Haskell WL, Whitt MC et al: Compendium of physical activities: an update of activity codes and MET intensities. Med Sci Sports Exerc. 2000 Sep;32(9 Suppl):S498-504. PMID 10993420
  3. Österreichisches Bundesministerium für soziale Sicherheit und Gesundheit: Sport und Gesundheit. Die Auswirkungen des Sports auf die Gesundheit – eine sozio-ökonomische Analyse PDF
  4. Löllgen, Erdamm, Gitt.: Ergometrie: Belastungsuntersuchungen in Klinik und Praxis Springer 2010, 3. Auflage, ISBN 978-3-540-92729-7
  5. Poldermans, D.; Bax, J.J.; Boersma, E.; et al.: Guidelines for pre-operative cardiac risk assessment and perioperative cardiac management in non-cardiac surgery: the Task Force for Preoperative Cardiac Risk Assessment and Perioperative Cardiac Management in Non-cardiac Surgery of the European Society of Cardiology (ESC) and endorsed by the European Society of Anaesthesiology (ESA). Eur Heart J 2009; 30:2769-2812