Metacritic

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Metacritic
Metacritic logo.png
Metacritic.com
Motto Keeping score of Entertainment.
Beschreibung Reviews / Bewertungen
Registrierung Optional
Sprachen Englisch
Eigentümer CBS Interactive Inc.
Urheber Jason Dietz, Marc Doyle, Julie Roberts
Erschienen 2001
Status online

Metacritic ist eine Website, die Bewertungen für Filme, DVDs, Musik, Computerspiele, Bücher und Fernsehsendungen aggregiert. Jedes einzelne Produkt wird in Form einer Zahl von 0 bis 100 bewertet. Dabei werden zu jeder der aufgeführten Bewertungen ein Auszug und einschlägiger Link bereitgestellt. Metacritic ist seit 2001 online.[1]

Dabei berechnet sie den sogenannten Metascore nach einer geheimen Formel aus verschiedenen gewichteten Bewertungen von einschlägigen Medien. Die Einstufungen der Seite haben vor allem bei Herstellern von Computerspielen großes Gewicht, so enthalten Verträge einiger Publisher Klauseln, nach denen ein guter Metascore von Metacritic zu einer Bonuszahlung an den Entwickler führt. Selbst auf die Aktienkurse beteiligter Unternehmen haben die Bewertungen dieser Seite Einfluss.[2]

Neben den Bewertungen von großen Medien, können auch die Nutzer eigene Bewertungen abgeben. Diese werden auf einer Skala von 0 bis 10 eingeordnet.

Metascore[Bearbeiten]

Metascore ist die von der Website Metacritic.com in den USA rechtlich geschützte Bezeichnung für eine Zusammenfassung mehrerer bereits vorhandener Kritiken über eine mediale Veröffentlichung zu einer ganzzahligen Bewertungszahl zwischen 0 und 100. Diese ermöglicht auf einen Blick eine, wenn auch stark reduzierte, qualitative Einschätzung eines Titels. Dabei bezeichnet ein Metascore von 100 einen Titel von ausgesprochen guter Qualität, und ein Score von 0 einen Titel von sehr niedriger Qualität.

Andere Websites, die auf dem gleichen Prinzip basieren (Rotten Tomatoes, GameRankings, GameStats), besitzen eigene Bezeichnungen und benutzen den Begriff Metascore nicht. Andere Publikationen verwenden den Begriff jedoch oftmals synonym für jegliche Wertungsaggregation.

Ermittlung der Bewertungszahl[Bearbeiten]

In die Bewertung fließen in der Regel mehrere Dutzend Testberichte verschiedenster Publikationen ein, darunter die großen Printmedien aus der jeweiligen Branche, aber auch – insbesondere bei Konsolen- und PC-Spielen – renommierte Internetpublikationen.

Das von der Kritik vergebene Urteil wird auf die Metascore-Skala von 0 bis 100 Punkten umgerechnet und dann als gewichteter Durchschnitt mit den anderen, zum Titel gehörenden Urteilen zusammengezogen. Erfolgt keine Bewertung in Form eines skalierten Zahlenwertes (beispielsweise „6 von 10 Punkte“ oder „83 %“), so ordnet die Metascore-Redaktion dem Bericht  - anhand verschiedener Anhaltspunkte im Artikel und dem Gesamteindruck, den der Artikel wiedergibt - selbst einen Score zu.

Die Wichtung der einzelnen Urteile basiert auf dem Renommee und dem Spezialisierungsgrad der Publikation. So erhält ein anerkanntes Fachmagazin für Computerspiele für den Metascore eines Computerspiels eine große Wichtung, für den Score eines Buches dagegen eine geringere als ein Magazin über Bücherneuerscheinungen.

Die verwendeten Einzelurteile finden sich in der Diskussion des jeweiligen Titels wieder.

Kritik[Bearbeiten]

Die beiden größten Schwachstellen dieses Bewertungssystems finden sich in der Gewichtung der einzelnen Publikationen und der manuellen Zuordnung eines Metascores bei reinen Worturteilen. Hinter beiden Entscheidungen steht eine menschliche Redaktion, deren Einschätzung der Relevanz einer Publikation oder des Tenors eines Testberichts nicht immer objektiv sein muss. So kann der Metascore durch geschickte Wahl der Gewichtung und der Einzel-Score-Zuordnung in eine gewisse Richtung verschoben werden, ohne dass dies offensichtlich wird.

Da heutzutage aber in vielen Publikationen schon zu Skalen-Bewertungen übergegangen wurde, kann der MetaScore als guter Hinweis auf die Qualität eines Titels verwendet werden. Im Zweifelsfall sollten aber die verwendeten Einzelurteile selbst überprüft werden, um den O-Ton der Publikationen selbst zu bewerten.

Einsatz des Metascore-Bewertungssystems[Bearbeiten]

Metascore in einem Steam-Konto

Metascore-Bewertungen finden sich beispielsweise im Online-Katalog der Computerspiel-Vertriebsplattform Steam und der zugehörigen Benutzerkonten-Verwaltung wieder. Sofern vorhanden, wird für jedes Spiel der Metascore auf der entsprechenden Produktseite, in der Spieleliste oder ähnlichen Unterseiten eingeblendet. Die gleiche technische Systematik verwendet die deutsche Firma SpieleRadar, dort wird das Verfahren auch auf Nutzerkommentare und unter dem Label Hype-O-Meter auch auf die Messung des Umfanges angewendet, in dem über ein noch nicht erschienenes Spiel berichtet wird.[3]

Innerhalb der Spielebranche wirkt sich der Metascore vielfach auch auf die Vertragsbedingungen zwischen Entwicklern und Publishern aus, was auf mitunter kontroverse Ansichten stößt. Größere Aufmerksamkeit erregte eine Aussage des Game Designers Chris Avellone im März 2012 auf Twitter, wonach sein Entwicklungsstudio Obsidian Entertainment eine Bonuszahlung für die Entwicklung von Fallout: New Vegas verpasst habe, da der Metascore statt 85 nur 84 Punkte betragen habe.[4][5] In Summe soll dem Entwicklerstudio dadurch ein Erfolgsbonus in Höhe von einer Million US-Dollar entgangen sein. Nach einer Aussage der Game Designerin Kim Swift vom April 2013 dient der Metascore der vorherigen Arbeiten zudem oftmals als Grundlage für Vertragsverhandlungen zwischen Publisher / Finanziers und Entwicklern. Von Befürworterseite dieses Verfahrens wird angeführt, dass dies gerade bei hohen Finanzierungssummen als Sicherheit und Vertrauensbasis für den Geldgeber diene. Kritiker bemängeln, dass dies von Geldgeberseite lediglich als Rechtfertigung genutzt werde, um die Erfolgsbeteiligung der Entwickler unabhängig vom Verkaufserfolg deutlich reduzieren zu können. Das hat mitunter zur Folge, dass begleitend zur Entwicklung Maßnahmen ergriffen werden, die nicht zur Verbesserung des Spiels sondern zur potentiellen Erhöhung des Metascores dienen, etwa die Ausschaltung oder Einschränkung besonders kritischer Journalisten und Tester.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carsten Görig: Die unheimliche Macht des Durchschnitts. Abgerufen am 2. Oktober 2012 (deutsch).
  2. Heise online: "Ein hässliches Spiel" und die Entlassung eines Gamespot-Redakteurs. Abgerufen am 2. Oktober 2012 (deutsch).
  3. SpieleRadar. Abgerufen am 2. Oktober 2012 (deutsch).
  4. Ben Gilbert: Obsidian missed Fallout: New Vegas Metacritic bonus by one point (englisch) In: Joystiq. AOL. 15. März 2012. Abgerufen am 13. April 2013.
  5. Jason Schreier: Why Are Game Developer Bonuses Based On Review Scores? (englisch) In: Kotaku. 15. März 2012. Abgerufen am 13. April 2013.
  6. Jason Schreier: Metacritic Matters: How Review Scores Hurt Video Games (englisch) In: Kotaku. 11. April 2013. Abgerufen am 13. April 2013.