Metaplasie

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Unter Metaplasie versteht man eine Umwandlung einer differenzierten Gewebeart (epithelial oder mesenchymal) oder Zellart in eine andere.[1][2] Metaplasie ist zum Teil reversibel;[3] wenn sich der Reizzustand beseitigen lässt.[4] Es handelt sich dabei um eine qualitative Änderung von Körperzellen, die zunächst keine Veränderung der Zellzahl nach sich zieht.

Grundsätzlich kann die Metaplasie in allen Geweben vorkommen, hat in der praktischen Medizin aber vor allem für die Epithelien besondere Bedeutung.[5]

Eine irreversible Zellumwandlung wird als Anaplasie bezeichnet; Übergang höher differenzierter Zellen in weniger differenzierte Zellen.

Ursachen[Bearbeiten]

Unter normalen Umständen befinden sich alle Bestandteile eines Gewebes in einem Gleichgewicht zwischen Erneuerung und Verbrauch ihrer Zellen (Zelluntergang) und ihrer Interzellularsubstanzen.

Die Metaplasie ist eine besondere Form der zellulären Anpassung auf die Umgebung. Durch andauernde mechanische, chemische oder entzündliche Reize häufig in Verbindung mit der Änderung der Umgebungsbedingungen bzw. des zellulären Milieus, kommt es zum Ersatz eines Oberflächenepithels durch ein anderes, meist minderwertiges Epithel;[3] bzw. zu einer veränderten, meist minderwertigeren Zellleistung.

Eine direkte Metaplasie (Transdifferenzierung) ist nicht möglich, sondern ausgehend von den Stammzellen (Basal- oder Reservezellen) eines Epithels wird eine andere, unterschiedlich differenzierte Zelle gebildet.[1]

Arten[Bearbeiten]

Eine Mikrographie von Barrett-Ösophagus

Es werden verschiedene Formen unterschieden: Plattenepithelmetaplasie, Glanduläre Metaplasie, Intestinale Metaplasie, Gastrale Metaplasie.

  • myeloide Metaplasie

Unter pathologischen Bedingungen (wie bei Leukämie) kann die Milz die Produktion von Granulozyten und Erythrozyten wieder aufnehmen, die während der Embryonalentwicklung in ihr stattfindet. Dieser Prozess wird als myeloide Metaplasie bezeichnet.[6]

Als Barrett-Ösophagus bezeichnet man eine metaplastische Umwandlung des Epithels der Speiseröhre.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b 1.4 Metaplasie – Artikel im Pathologie-Skript der uni-heidelberg.de
  2. Karl Zilles, Bernhard Tillmann: Anatomie. Springer Berlin Heidelberg; Auflage: 1. Aufl. (10. August 2010), ISBN 3540694811, Seite 30
  3. a b Theodor H. Schiebler, Horst-W. Korf: Anatomie: Histologie, Entwicklungsgeschichte, makroskopische und mikroskopische Anatomie, Topographie. Steinkopff; Auflage: 10., vollst. überarb. Aufl. (21. September 2007), ISBN 3798517703, Seite 6
  4. Metaplasie – im Brockhaus Gesundheits-Lexikon bei www.apotheken-umschau.de
  5. Renate Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie. Thieme, Stuttgart; Auflage: 3., vollständig überarbeitete Auflage. (12. August 2009), ISBN 3131292431, Seite 104
  6. Luiz Carlos Junqueira (Autor), José Carneiro (Autor), Manfred Gratzl (Herausgeber): Histologie: Neue Approbationsordnung. Springer, Berlin; Auflage: 6., neu übers. überarb.A. (15. September 2004). ISBN 354021965X, Seite , Seite 239

Weblinks[Bearbeiten]