Michael Burawoy

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Michael Burawoy (* 15. Juni 1947) ist ein britischer Soziologe und Professor an der University of California, Berkeley.

Leben[Bearbeiten]

Seine Studienabschlüsse waren der B.A. in Mathematik an der University of Cambridge, England (1968), der M.A. in Soziologie an der University of Zambia (1972) und der Ph.D. in Soziologie an der University of Chicago (1976).

Ab 1976 lehrte er als Assistant Professor am Department of Sociology, University of California, Berkeley, ab 1982 als Associate Professor am Department of Sociology, University of Wisconsin, (Madison/USA) sowie am Department of Sociology, University of California, Berkeley. Seit 1988 ist er Full Professor am Department of Sociology in der University of California, Berkeley.

Er war 95. Präsident der American Sociological Association (2004) und wurde für die Periode 2010-14 zum Präsidenten der International Sociological Association gewählt.

Werk[Bearbeiten]

Mit seinem Buch Manufacturing Consent stimulierte er die von Harry Braverman angestoßene Labor Process Debate,[1] weil er der Interpretation Bravermans, dass der kapitalistische Arbeitsprozess einseitig vom Management strukturiert werde, die auf empirischen Untersuchungen gestützte These entgegensetzte, dass die „Produktionspolitik“, von der Gestaltung und Ergebnis des Arbeitsprozesses abhängt, wechselseitig durch „Machtspiele“ zwischen Management und Arbeiterschaft bestimmt werde. Im marxistischen Verständnis hat das Management der Arbeit das Problem, die gekaufte Arbeitskraft in geleistete Arbeit zu transformieren. Da dieser Transformationsprozess eine (stillschweigende oder explizite) Zustimmung der Arbeitnehmer zu den Anordnungen des Managements erfordert,[2] kommt es zu offenen oder verdeckten Aushandlungsprozessen, die Burawoy mit „Machtspielen“ und „Produktionspolitik“ bezeichnet.

Weblink[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • The Colour of Class on the Copper Mines: From African Advancement to Zambianization (1972)
  • Manufacturing Consent: Changes in the Labor Process under Monopoly Capitalism (1979)
  • The Politics of Production: Factory Regimes Under Capitalism and Socialism (1985)
  • The Radiant Past: Ideology and Reality in Hungary's Road to Capitalism (1992) With János Lukács.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe Labour process theory
  2. Johannes Berger: Warum arbeiten die Arbeiter? Neomarxistische und neodurkheimianische Erklärungen. In: Zeitschrift für Soziologe 24. Jg./1995, 407-421.