Mittlerer arterieller Druck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Der Mittlere arterielle Druck, abgekürzt MAD oder MAP (von engl.: mean arterial pressure), beschreibt in der Medizin den Mittelwert der Blutdruckkurve über die Zeit und gilt als zuverlässigster Parameter für die Organdurchblutung. Normwerte liegen im Bereich von 70 bis 105 mmHg.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der mittlere arterielle Druck (MAD, rot) weicht vom arithmetischen Mittel aus sytolischem (sys) und diastolischem (dia) Druck (hier 100 mmHg) ab.

Der mittlere arterielle Druck liegt zwischen dem systolischen und dem diastolischen arteriellen Druck. Da die Blutdruckkurve in peripheren Gefäßen ein schmales Maximum und eine breite Basis aufweist, repräsentiert das arithmetischen Mittel von systolischem und diastolischem Druck nur schlecht die tatsächlichen Druckverhältnisse über die Zeit.[1] Der MAD wird daher in der Therapie als Messgröße herangezogen, um die Organperfusion abzuschätzen und sicherzustellen. Dies spielt besonders in der Intensivmedizin bei der Versorgung kritisch kranker Patienten eine Rolle, z. B. bei Katecholamintherapie oder Sepsis. Auch zur Berechnung des Cerebralen Perfusionsdrucks (CPP), der als Maß für die Hirndurchblutung verwendet wird, wird der MAD herangezogen:

 \mathrm{CPP} = \mathrm{MAD} - \mathrm{ICP}

oder

 \mathrm{CPP} = \mathrm{MAD} - \mathrm{CVP},

wobei ICP der intracranielle Druck und CVP der zentralvenöse Druck ist. Der jeweils höhere Wert der beiden wird subtrahiert.

Bestimmung[Bearbeiten]

  • invasive Messung: Die direkte Bestimmung des Mitteldrucks durch invasive Blutdruckmessung stellt die genaueste Methode dar. Hierzu wird der Mittelwert der abgeleiteten arteriellen Druckkurve berechnet. Dieses Verfahren wird vor allem in der Intensivmedizin und zur intraoperativen Blutdruckmessung eingesetzt[2].
  • Oszillometrische Messtechnik: Dieses Verfahren kommt bei automatischen Blutdruckmessgeräten zum Einsatz. Dazu wird der Manschettendruck in festgelegten Intervallen abgelassen. Im Bereich zwischen systolischem und diastolischem Druck kommt es zu einer Schwingung der Gefäßwand (Oszillation), die sich auf die Manschette überträgt. Dabei erreichen die Oszillationen ihr Maximum bei dem Blutdruck, der dem arteriellen Mitteldruck entspricht. Das Oszillationsmaximum und damit der MAD können dabei mit weit höherer Genauigkeit bestimmt werden als das Ende der Oszillation, das dem diastolischen Druck entspricht[2].
  • auskultatorische Messung nach Riva-Rocci: während der manuellen Blutdruckmessung werden die oben genannten Oszillationen als Korotkow-Geräusch vom Untersucher wahrgenommen. Dadurch können der systolische und diastolische Blutdruckwert ermittelt werden. Der mittelere arterielle Druck kann daraus nach folgender Formel[3] für periphere Gefäße grob geschätzt werden:
 \mathrm{MAD} = \mathrm{BD}_\text{diast} + \frac{1}{3} \cdot \left( \mathrm{BD}_\text{syst} - \mathrm{BD}_\text{diast}\right)

Ebenso wird der MAD sehr vom Füllungsgrad der Gefäße beeinflusst und das Verhältnis zum diastolischen und systolischen arteriellen Druck schwankt beim gleichen Patienten im Verlauf. Daher ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich beim MAD tatsächlich um das Integral des arteriellen Drucks über die Zeit oder ob es sich nur um einen angenähert aus den gemessenen systolischen und diastolischen Werten kalkulierten Druck handelt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erwin-Josef Speckmann et al. Physiologie. 5. Auflage, 2008. Elsevier Verlag, München. S. 420
  2. a b Schulte am Esch et al. Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie. 3. Auflage, 2007. Georg Thieme Verlag, Stuttgart. S. 437-439.
  3. W. Wilhelm et al. Praxisbuch Intensivmedizin. 2011. Springer Verlag, Heidelberg. S. 21