Mock-up

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Mock-up des Innenraumes eines Airbus A 380
Mock-up einer Ariane 5 in Originalgröße in der Cité de l’espace in Toulouse

Der aus dem Englischen stammende Begriff Mock-up (in der Schweiz auch Maquette) bezeichnet im Deutschen beispielsweise eine Attrappe. Er wird heute aber meist für ein maßstäblich gefertigtes Modell bzw. eine Nachbildung zu Präsentationzwecken benutzt.[1] Erste Verwendungen des Begriffes sind in der Luftfahrtindustrie belegt. Später wurde er auch von anderen Bereichen, wie beispielsweise dem Industriedesign, übernommen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Etymologie

Im Englischen wurde der Begriff mockup erstmalig um 1920 mit der Bedeutung von Simulation bzw. Modell nachgewiesen.[1][2] Dabei dient das Modell zur augenscheinlichen Nachbildung des Originals, es muss also so aussehen (eventuell skaliert), aber nicht unbedingt genauso funktionieren; tatsächlich hatte das Stammwort mock schon seit Mitte des achtzehnten Jahrhunderts die Konnotation einer höhnischen Nachahmung bekommen (mock turtle 1763; vgl. Mockturtlesuppe). Ursprünglich bezog sich das Wort nicht auf die Imitation, sondern nur auf das Verhöhnen: schon im Mittelalter bedeutete es Verspotten in Anlehnung an franz. mocquer, eben verhöhnen, verspotten.[3] Häufig wird das Wort Mock-up jedoch mit dem Wort Prototyp verwechselt, was stattdessen ein funktionsfähiges Modell darstellt (siehe engl. Version), wie auch vom englischen Wörterbuch Merriam-Webster belegt (siehe Einzelnachweise).

[Bearbeiten] Mock-up in der Investitions- und Konsumgüterindustrie

Hier steht Mock-up für die Fertigung von Prototypen, speziell in der Luftfahrt, bzw. einen nicht funktionsfähigen (nicht flugfähigen) Prototyp. Dabei handelt es sich oft um Testobjekte für verschiedene Funktionstests oder die Innenausstattung, oder auch Anschauungsmodelle für Messen, die den zukünftigen Kunden bereits einen Eindruck vom Aussehen des Fluggeräts geben sollen.

Eine Weiterentwicklung stellt Digital Mock-up dar. Die Volumenmodelle verschiedenster 3D-CAD-Programme werden zusammengefügt und als digitaler Prototyp untersucht. Die Phase des Prototypenbaus wird somit reduziert.

[Bearbeiten] Mock-up in der Softwareentwicklung

Ein Mock-up in der Softwareentwicklung bezeichnet einen rudimentären Wegwerfprototypen der Benutzerschnittstelle einer zu erstellenden Software. Mock-ups werden insbesondere in frühen Entwicklungsphasen eingesetzt, um Anforderungen an die Benutzeroberfläche in Zusammenarbeit mit Auftraggeber und Anwendern besser ermitteln zu können. Es handelt sich meist um ein reines Grundgerüst der Bedienelemente ohne weitere Funktionalität.

Sogenannte Mock-Objekte werden beim Testen verwendet, was insbesondere beim Unittest genutzt wird. Zu Beginn der Entwicklung werden sie als Platzhalter für noch nicht vorhandene Objekte eingesetzt, wenn die noch nicht vorhandenen Komponenten für das Testen eines anderen Moduls nötig sind (s. auch Test Driven Development). In späteren Phasen kommen Mock-Objekte zur Anwendung, weil zum Beispiel die Initialisierung des (vorhandenen, funktionsfähigen) Objekts zu aufwendig oder in einer Testumgebung mangels Verbindung zu produktiven Backend-Systemen gar nicht möglich ist. Ein weiterer häufiger Grund für den Einsatz eines Mock-Objektes ist ein nichtvorhersehbares Verhalten der eigentlichen Klasse, zum Beispiel die Rückgabe des aktuellen Wechselkurses, oder aber Verhalten, das aufgrund des objektorientierten Prinzips der Kapselung vor dem Aufrufer der Methode abgeschirmt wird; dies ist bei neueren Umgebungen wie J2EE vor allem bei Containerfunktionen der Fall.

[Bearbeiten] Mock-up im Projektmanagement

Ein Mock-up im Projektmanagement ist eine Sammlung von A4/A3-Skizzen der zu erstellenden A0-Pläne und wird zu Beginn des Planungsprozesses angelegt. Der Projektleiter antizipiert damit die Planung.

[Bearbeiten] Mock-up in der Zahntechnik

Bei der Herstellung von qualitativ hochwertigem Zahnersatz liefert ein Mock-up eine Art „Vorschau“ auf das geplante Endprodukt und somit wertvolle Informationen für die Herstellung des definitiven Zahnersatzes. Es handelt sich dabei um provisorische Kunststoffschalen in Zahnfarbe, die auf die vorhandenen Zähne lediglich aufgesteckt werden, ohne dass diese beschliffen werden müssen. Der Patient hat so die Möglichkeit, ein Gefühl für seinen zukünftigen Zahnersatz zu bekommen, sowohl für die Ästhetik als auch für die Funktionalität. Mithilfe eines Wax-up (Wachsmodellierung) werden diese „Probierzähne“ erstellt und anschließend in Zusammenarbeit zwischen Patient, Zahntechniker und Zahnarzt perfekt justiert.

Ein Mock-up in der Zahntechnik ist somit eine optimale Lösung, die als Grundlage für den festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz dient und den Patienten vor bösen Überraschungen schützt.

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: mockup – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Bernd-Burkhard Borys: Ein Cockpit-Mockup zur Evaluierung auditiver Flugführungsanzeigen. i-com: Zeitschrift für interaktive und kooperative Medien, ISSN 1618-162X, Band 7, Heft 1, April 2008; S. 30–33. doi:10.1524/icom.2008.0006

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b mock-up. In: Merriam-Webster. Abgerufen am 8. September 2011 (englisch).
  2. mockup. In: Online Etymology Dictionary. Abgerufen am 8. September 2011 (englisch).
  3. mock (v.). In: Online Etymology Dictionary. Abgerufen am 8. September 2011 (englisch).
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