Monokratie

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Monokratie (griechisch: mono "allein, einzeln", krateîn "herrschen") ist der Oberbegriff für Organisationsformen der Alleinherrschaft "innerhalb einer sozialen oder politischen Einheit (Gruppe, Organisation, Staat)" [1], bei denen die tatsächliche oder formelle letzte Entscheidungsgewalt bei lediglich einem Menschen liegt. Sie "bezeichnet ein Organisations- und Zuständigkeitsprinzip, bei dem die Führungs- und Entscheidungsgewalt nur von einer Person ausgeübt wird, die auch die Verantwortung für die getroffenen Entscheidungen trägt (monokratische Führung)". [2] Zu unterscheiden ist dabei nach Hartfiel die "legitime oder illegitime Einherrschaft" in Form der Monarchie einerseits sowie der Tyrannis und Diktatur andererseits.

Politik[Bearbeiten]

Abgesehen von zahlreichen Monarchien und Diktaturen der Geschichte sind die meisten Demokratien durch ein mit besonderen Rechten ausgestattetes persönliches und gewähltes Staatsoberhaupt heute noch zu einem Teil im monokratischen Sinn geführt, doch gibt es dabei zahlreiche Kontrollmöglichkeiten. Zu den seltenen kollegial geführten Regierungen zählt die der Schweiz. Politisch-ideengeschichtlich werden zwei monokratische Herrschaftsformen unterschieden: die (für das Gemeinwohl förderliche) Monarchie und die (ihm abträgliche) Tyrannis.

Organisationen[Bearbeiten]

Auch wenn nahezu alle Unternehmen, Parteien, Behörden und so weiter in Demokratien vom Prinzip her nicht monokratisch strukturiert sind, kann eine starke Spitze dazu führen, dass der Eindruck einer Alleinherrschaft entsteht. Das kann sogar einen Personenkult bis hin zu einem Star- und Führerkult zur Folge haben. Das geschieht vor allem dann, wenn die Öffentlichkeit - oft aufgrund der Medienberichterstattung und der dafür maßgebenden Nachrichtenfaktoren Prominenz und Personalisierung - selbst große Organisationen wie Regierungen, Ministerien, Firmen, Verbände und Sportvereine praktisch nur noch mit einer sehr dominierenden Person in Verbindung bringt und die Ebenen, Personen, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten darunter kaum noch wahrnimmt.[3]

In Österreich werden bestimmte Behörden monokratisch geführt, wie beispielsweise die Landespolizeidirektionen oder das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hartfiel, Günter: Wörterbuch der Soziologie. 2. Auflage. Stuttgart: Kröner 1976. S. 463
  2. Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 4. Auflage. Bonn: Dietz 2006.
  3. Eckart Roloff: Personenkult statt Demokratie. In: Neues Deutschland, 26./27. Februar 2011, S. W 10.