Morvern

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Die Kiel-Kirche und das Morvern-Kreuz bei Lochaline; Kiel kommt von Cille Choluimchille, Kirche von St. Columba

Morvern ist eine Halbinsel im südwestlichen Lochaber, Westschottland. Der Name kommt vom gälischen A’ Mhorbhairne (die Meereslücke), da die Halbinsel bis auf den Norden, wo sie an Sunart grenzt, vollständig vom Meer umgeben ist. Der höchste Punkt ist der Creach Bheinn, der 850 Meter erreicht.

Morvern ist etwa 650 km² groß und hat eine Bevölkerung von rund 320.

Geschichte[Bearbeiten]

Morvern war früher als Kinelvadon bekannt, was William J. Watson auf Cineal Bhaodain zurückführt, entsprechend der Regionalbezeichnung Cenél Báetáin, benannt nach Báetán, einem möglichen Nachfahren Loarn mac Eircs, einem legendären schottischen König. Der mittelalterliche Text Senchus fer n-Alban gibt an: "Baotan hat zwanzig Häuser".

Das zerstörte Ardtornish Castle befand sich im 12. Jahrhundert im Besitz des MacDonald-Stammvaters Somerled und später des Lord of the Isles, was in einem gleichnamigen Gedicht von Walter Scott Erwähnung findet. Kinlochaline Castle war einst der Sitz des MacInnes-Clans. Es wurde von der Armee Oliver Cromwells weitgehend zerstört 1890 wieder aufgebaut.

Vor den Highland Clearances betrug die Bevölkerung Morverns etwa 2500.

Die Geschichte der Gemeinde Morvern im 19. Jahrhundert wird im Buch Morvern Transformed von Philip Gaskell beleuchtet.

Einige Bewohner St. Kildas wurden nach Lochaline gebracht, dem Hauptort Morverns, als die Insel 1930 evakuiert wurde.

Heute[Bearbeiten]

Von Lochaline aus fahren Fähren zur Isle of Mull. In Rahoy gibt es eine Rotwildfarm, die von der schottischen Regierungsagentur für wirtschaftliche Entwicklung in den dünnerbesiedelten Gebieten unterstützt wird. Die Morvern Community Development Company, der lokale Development Trust, wurde 1999 gegründet. Sie will bessere Arbeitsmöglichkeiten bereitstellen, besonders für junge Menschen, und ein Windenergieprojekt schaffen.

Im Dezember 2008 wurde die Schließung der Siliciumdioxidmine in Lochaline angekündigt, bei der elf Arbeitsplätze verloren gehen.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. "Highland community faces up to future after mine closure" Local People Leading, 28. Januar 2009. Eingesehen am 5. Februar 2009.

Literatur[Bearbeiten]

  • Philip Gaskell: Morvern Transformed: A Highland Parish in the Nineteenth Century. Cambridge University Press, 1968.
  • Charles Maclean: Island on the Edge of the World. Canongate, Edinburgh 1972.
  • W. H. Murray: The Companion Guide to the West Highlands of Scotland. Collins, London 1977.

56.53925-5.77862Koordinaten: 56° 32′ 21″ N, 5° 46′ 43″ W