Musonoi Mine

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Musonoi Mine
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Cuprosklodowskite-Guilleminite-181021.jpg
Radialstrahlige Büschel von Cuprosklodowskit von ca 1 cm Größe, überzogen mit gelbem Guilleminit aus der Musonoi Mine
Abbautechnik Tagebau
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Betriebsbeginn 1940
Betriebsende 1988
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Kupfer-Cobalt-Mangan-Uran Lagerstätte, reich an Palladium und Selen
Geographische Lage
Koordinaten 10° 42′ 39″ S, 25° 23′ 56″ O-10.71087625.399017Koordinaten: 10° 42′ 39″ S, 25° 23′ 56″ O
Musonoi Mine (Demokratische Republik Kongo)
Musonoi Mine
Lage Musonoi Mine
Standort Musonoi
Provinz Katanga (Provinz)
Staat Demokratische Republik Kongo

p0

Die Musonoi Mine war ein Tagebau im Kupfergürtel 2 km nordwestlich der Stadt Kolwezi in der Provinz Katanga in der Demokratischen Republik Kongo. Der Tagebau ist besonders bekannt für seine Vielfalt an sekundären Uranmineralen,[1] sowie für seinen Reichtum an Selen und Palladium. Die Lagerstätte wurde seit den 1940er Jahren abgebaut und ist seit 1988 erschöpft.[2]

Geologie[Bearbeiten]

Die Region Kolwezi enthält mehr als 50 % des Cobalt und Kupfers der gesamten Provinz Katanga. Die Ausdehnung des Erzkörpers beträgt etwas 25 x 12 km. Der Erzkörper besteht aus Schichten von Chalkolith (Cu(UO2)2(PO4)2·10-12H2O), Digenit (Cu9S5), Bornit (Cu5FeS4), Chalkopyrit (CuFeS2) und Carrolit (Cu(Co,Ni)2S4) unter einer grünen Oxidationszone. Der untere Erzkörper besteht aus silikatischem Dolomit auf rotem Sandstein. Der obere Erzkörper besteht aus dolomitischem Schiefer.[3]

Typlokalitäten[Bearbeiten]

Die Musonoi Mine brachte sieben Minerale hervor, die hier ihre Typlokalität haben:[4]

Derriksit ist von diesen Mineralen das einzige, das ausschließlich aus Musonoi bekannt ist.

Weitere Minerale[Bearbeiten]

Durch metasomatische Umwandlungen ist die Musonoi Mine neben Kupfer und Cobalt vor allem reich an Uran, Vanadium, Selen, Blei, Chrom und Molybdän. Unter anderem sind daher in Musonoi selenreiche Digenite (Cu9S5), selenreiche Covelline (CuS), kupfer- und palladiumreiche Trogtalite (CoSe2), Oosterboschite und Verbeekite gefunden worden.[5]

Insgesamt wurden in Musonoi 62 Minerale gefunden, unter anderem Berzelianit (Cu2Se), Cobaltomenit (CoSeO3·2H2O), Merenskyit (PdTe2), Mottramit (Pb(Cu,Zn)[OH|VO4]), Palladseit (Pd17Se15) und Sengierit (Cu2(UO2)2V2O8·6H2O).[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Musonoi Mine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. V. D. C. Daltry: The type mineralogy of Africa : Zaire, In: Annales de la Société Géologique de Belgique. T. 115 (fascicule 1) 1992, S. 33–62 (PDF 2,2 MB; S. 3)
  2. Musonoi im Mineralienatlas
  3. Peter Laznicka: Giant Metallic Deposits: Future Sources of Industrial Metals. Springer, Heidelberg 2010, S. 442. (online verfügbar in der Google-Buchsuche)
  4. a b Mindat
  5. Cassian Pirard, Frédéric Hatert, The Sulfides and Selenides Of The Musonoï Mine, Kolwezi, Katanga, Democratic Republic of Congo, In: The Canadian Mineralogist, 2008, Vol. 46, S. 219-231 (2008) doi:10.3749/canmin.46.1.219