Katanga (Provinz)

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Katanga
Democratic Republic of the Congo - Katanga.svg
Land Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo
Status Provinz
Koordinaten 9° S, 26° O-9.33416826.4294431360Koordinaten: 9° S, 26° O
Hauptort Lubumbashi
Gouverneur Moïse Katumbi Chapwe
Nationalsprache Swahili
Fläche: 496.871 km²
Einwohner: 4.125.000 (1998)
Bevölkerungsdichte: 8 Einw./km²

Katanga (1971–1997 Shaba) ist eine Provinz der Demokratischen Republik Kongo mit der Hauptstadt Lubumbashi.

Geographie[Bearbeiten]

Die Provinz liegt im Südosten des Landes und grenzt im Nordwesten an die Provinzen Kasai-Occidental und Kasai-Oriental, im Nordosten an die Provinzen Maniema und Sud-Kivu, im Süden an Sambia, im Westen an Angola und im Osten an den Tanganjikasee (Tansania).

Regierung[Bearbeiten]

Seit dem 24. Februar 2007 ist Moïse Katumbi Chapwe der erste demokratisch gewählte Gouverneur der Provinz Katanga. Er hat einen gesetzlichen Mindestlohn von 100 Dollar im Monat eingeführt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Hauptvolksgruppen Katangas sind die Baluba im Nordwesten und in der Mitte, die Hemba im Norden, die Tabwa im Nordosten, die Lunda im Westen, sowie die Bemba und Lala im Südosten.

Territoriale Gliederung[Bearbeiten]

Katanga ist weiter unterteilt in die Distrikte Tanganjika, Ober-Lomami, Ober-Katanga, Kolwezi und Lualaba, die wiederum in separate Territorien unterteilt sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur alten Geschichte siehe Msidis Reich, zur Geschichte des 1960–63 de facto unabhängigen Staates Katanga (Staat).

1891 wurden die Gebiete Katangas vom belgischen Kongo-Freistaat der Compagnie du Katanga und 1900 dem Comité Spécial du Katanga anvertraut und wurden völlig separat vom restlichen Kongo verwaltet. Erst 1910 wurde Katanga autonomes Gebiet des Belgisch-Kongo. 1933 verlor die Provinz ihre Autonomie und wurde nach ihrer Hauptstadt in Elisabethville (französisch) bzw. Elisabethstad (niederländisch), heute: Lubumbashi, umbenannt.

1960, als die Dekolonisation von Belgisch-Kongo im Gange war, rief Moïse Tshombé die Unabhängigkeit Katangas aus. Die UNO versuchte durch Verhandlungen Katanga zur Rückkehr zu bewegen, besetzte 1963 das damalige Elisabethville und beendete die Unabhängigkeit mit militärischen Mitteln. Katanga wurde erst in drei Provinzen geteilt, 1966 jedoch wiedervereinigt.

Im gleichen Jahr 1966 wurde die Minengesellschaft Union Minière du Haut Katanga unter dem Namen Gécamines verstaatlicht. 1971 wurde Katanga in Shaba umbenannt. Während der 1970er Jahre konnten Rebellionen von der zaïrischen Zentralgewalt nur mit ausländischer Militärhilfe unterdrückt werden, beispielsweise 1978, als am 13. Mai bei der sogenannten Shaba-Invasion 4000 Rebellen die wichtigste Bergbaustadt der Provinz, Kolwezi besetzten. Nur durch massive Unterstützung durch die Vereinigten Staaten von Amerika, Belgien und Frankreich gelang es schließlich den Fallschirmjägern der französischen Fremdenlegion, die Stadt zurückzuerobern, wobei 700 Afrikaner und 280 Europäer den Tod fanden. Französische Fremdenlegionäre (2e régiment étranger de parachutistes) befreiten dabei in der Schlacht um Kolwezi am 19. Mai 1978 mehr als 2000 europäische Geiseln aus der Hand von Rebellen.

Nachdem Mobutu Sese Seko 1997 ins Exil ging, nahm die Provinz wieder den früheren Namen Katanga an.

Bodenschätze[Bearbeiten]

Katanga hat reiche Erzvorkommen von Kupfer, Kobalt (etwa bei Kolwezi) und Uran (siehe auch: Copperbelt). Dies führte nach der Unabhängigkeit des Kongo von Belgien zu erheblichen politischen Konflikten, die als Kongo-Wirren oder Kongo-Krise bekannt wurden. Im Verlauf dieser Krise starb der um Vermittlung bemühte UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld bei einem bis heute ungeklärten Flugzeugabsturz während einer Friedensmission.

Geplante, nie umgesetzte Auflösung[Bearbeiten]

Mit der Verabschiedung einer neuen Verfassung im Mai 2005 sollte eine Neugliederung der Demokratischen Republik Kongo erfolgen und Katanga dabei in vier neue Provinzen aufgeteilt werden:

Nachdem der Termin der Verwaltungsänderung zuvor mehrmals verschoben wurde, machte Präsident Joseph Kabila diese im Januar 2011 komplett rückgängig. Damit wird Katanga weiterhin in der jetzigen Form existieren.[1]

Film[Bearbeiten]

  • China im Kongo. Dokumentation, Deutschland, 2008, 29 Min., Regie: Wiltrud Kremer, Produktion: SWR, arte, Erstsendung: 27. Januar 2009, Inhaltsangabe von arte

Weblinks[Bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. taz.de: Kabila sichert sich nächsten Wahlsieg aufgerufen am 17. Januar 2011