Mutterkreuz

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Die Gestaltung des Mutterkreuzes in Gold lehnte sich stark an das Deutschordenskreuz an
Mutterkreuz 3. Stufe mit Urkunde

Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter, kurz Mutterkreuz diente in der Zeit des Nationalsozialismus als Auszeichnung für kinderreiche Mütter, die nach der Rassenideologie der Nationalsozialisten eine „arische“ Abstammung nachweisen konnten. Nach der Wiedereinführung des Muttertages wurde das Mutterkreuz am 16. Dezember 1938 von der Parteileitung der NSDAP als neuer Orden eingeführt. Er wurde in drei Stufen verliehen: Stufe 3 in Bronze ab vier, Stufe 2 in Silber ab sechs und Stufe 1 in Gold ab acht lebend geborenen Kindern. Im Jahre 1939 erhielten drei Millionen Frauen das Mutterkreuz. „Stifter“ des Mutterkreuzes war Adolf Hitler.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Voraussetzungen

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Frauen aus dem öffentlichen Leben verdrängt und nach dem nationalsozialistischen Frauenbild wurde ihre Rolle auf die Gebärende und Mutter reduziert. [1] Um diese Benachteiligung auszugleichen, die Gebärfreudigkeit zu steigern und aufzuzeigen „wie wichtig ihr Beitrag, den sie in Form von Kindern erbrachten, für das Reich war“ [1] wurde dieser Orden im Jahre 1938 in der Vorbereitungsphase des Krieges von Hitler selbst eingerichtet. Voraussetzung für die Verleihung war, dass die Frau „deutsch-blütig“ (Ariernachweis), „erbgesund“, „anständig“ und „sittlich einwandfrei“ war. [1]

Das Abzeichen trug die Aufschrift Der Deutschen Mutter, sowie anfangs auch Das Kind adelt die Mutter. Die Verleihung erfolgte seit 1939 durch den Ortsgruppenleiter am Muttertag. Das Kreuz wurde an einem Band getragen und brachte der Trägerin verschiedene Vorteile. So musste Mutterkreuzträgerinnen in den öffentlichen Verkehrsmitteln ein Sitzplatz angeboten werden. Auf Ämtern und Behörden wurden sie bevorzugt behandelt. Die Hitler-Jugend des Ortes war angehalten, die ausgezeichneten Mütter mit dem Hitlergruß auf der Straße zu grüßen. Das Kreuz sollte nicht während der täglichen Arbeit getragen werden, sondern nur zu feierlichen Anlässen.

Wegen der bei der anfänglichen Planung nicht erwarteten hohen Anzahl von 5,5 Millionen Ehrenkreuzen wurden bei der ersten Verleihung am 21. Mai 1939 nur solche Mütter ausgezeichnet, die älter als 60 Jahre waren. Den übrigen Müttern wurde das Mutterkreuz beim Erntedankfest desselben Jahres übergeben. Die erste Empfängerin des Mutterkreuzes war die 61-jährige Louise Weidenfeller († 1948) aus München, die insgesamt acht Kinder gebar.

Nach dem Ende der NS-Diktatur wurde das Mutterkreuz bisweilen auch (zumeist spottend) als „Mütterverdienstkreuz“ bezeichnet.

[Bearbeiten] Sonstiges

Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter gehört zu den nationalsozialistischen Auszeichnungen, deren Führung in Deutschland nach dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 in keiner Form zulässig ist.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c Carolin Brendel, Die deutsche Frau und ihre Rolle im Nationalsozialismus auf Shoa.de

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Irmgard Weyrather (1993): Mutterkreuz und Muttertag. Der Kult um die „deutsche Mutter“ im Nationalsozialismus, Frankfurt/Main
  • Anna Maria Sigmund: Die Frauen der Nazis, Band 1-3

[Bearbeiten] Weblinks

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