Faksimile

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Faksimile eines Manuskriptes von Friedrich Nietzsche (Schluss der Vorrede zur zweiten Auflage von Menschliches Allzumenschliches, zweiter Band).

Das Faksimile (lat. fac simile „mache es ähnlich“; Plural: Faksimiles) ist eine originalgetreue Kopie oder Reproduktion einer Vorlage, häufig im Falle historisch wertvoller Dokumente. Früher kamen überwiegend drucktechnische Verfahren wie der Anastatische Druck und heute vor allem fotografische Verfahren zur Anwendung. Ein gutes Faksimile entspricht der Vorlage in Größe, Farbe und Erhaltungszustand. Handwerklich werden Faksimile in Stichdruckverfahren wie Holzstich gearbeitet. Der technisch aufwändige, rasterlose Lichtdruck ergibt die besten Ergebnisse.

Der Begriff Faksimile wird darüber hinaus als Bezeichnung für die elektronischen Abbilder von Dokumenten benutzt, die in Dokumentenmanagement-, Archiv- oder Enterprise-Content-Management-Systemen eingescannt worden sind. Der Begriff Fax für eine Fax-Übermittlung leitet sich ebenfalls von Faksimile ab.

Eine Abbildung des reinen Textes im nicht originalgetreuen Layout bezeichnet man hingegen als Nachdruck.

Historische Dokumente[Bearbeiten]

Falls das Original zu wertvoll ist, um ausgestellt zu werden oder verloren ging, bietet das Faksimile die Möglichkeit, ein historisch bedeutendes Dokument der Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich zu machen. Dabei streben die darauf spezialisierten Buchdruckereien den maximal möglichen Perfektionsgrad an, um das Faksimile dem Original so ähnlich wie möglich zu machen. Nicht nur der Einsatz von altem Handwerkszeug und Techniken sorgt für eine möglichst originalgetreue Nachbildung, sondern auch modernste Scan- und Fototechnik wird dafür eingesetzt. So stellen diese Bücher damals wie heute ein Zeichen der Fertigungskünste ihrer Zeit dar. Ihnen sind meist Kommentarbände mit Erläuterungen beigegeben.

Postwertzeichen[Bearbeiten]

Faksimiles von seltenen Briefmarken Guatemalas, mit vorderseitiger Kennzeichnung 'Facsimile'

In der Philatelie bezeichnet man Nachahmungen seltener Briefmarken von privater Seite als Faksimile. Diese Nachahmung muss jedoch vom Original abweichen, da es sich sonst um illegale Fälschungen handeln würde. Eine einfache rückseitige Kennzeichnung als Faksimile reicht dafür nicht aus. Die Abweichung kann beim verwendeten Briefmarkenpapier, in der Farbe, in der Perforierung oder beim Druckverfahren stattfinden. Ein Faksimile ist eine dem Original nur ähnliche Briefmarke.

Findet die Herstellung von Faksimiles von Briefmarken unter staatlichem Auftrag statt, nennt man dies Nachdruck. Diese werden nicht mit dem Originaldruckstock hergestellt. Briefmarken, die nach ihrer Frankaturgültigkeit mit den Originaldruckstöcken oder Druckplatten hergestellt werden, bezeichnet der Philatelist als Neudrucke.

Herstellung[Bearbeiten]

Bevorzugte Faksimile-Techniken sind Holzstich, Lichtdruck und fotomechanischer Nachdruck. Mittels Retrodigitalisierung werden zunehmend Faksimiles in elektronischer Form erstellt. Die Granolithographie liefert besonders gute Ergebnisse.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Faksimile – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen