Natriumoxalat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Struktur von Natriumoxalat
Allgemeines
Name Natriumoxalat
Andere Namen
Summenformel Na2C2O4
CAS-Nummer 62-76-0
PubChem 6125
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 134,01 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,34 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

250 °C(Zersetzung)[1]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​312
P: 262 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 21/22
S: (2)​‐​24/25
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Natriumoxalat ist ein Natriumsalz der Oxalsäure mit der Summenformel Na2C2O4. Es gehört zur Gruppe der Oxalate.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Natriumoxalat ist ein farbloses als Pulver gut rieselfähiges Salz, das nicht hygroskopisch wirkt und sich nur mäßig in Wasser löst. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe P21/a.[4]

Bei 290 °C beginnt die Zersetzung von Natriumoxalat in Natriumcarbonat und Kohlenmonoxid.[5]

\mathrm{ Na_2C_2O_4 \ \xrightarrow {\ 290^{o} \ C\ } \ Na_2CO_3 + CO}

Die Lösungsenthalpie von Natriumoxalat bei 298,15 K beträgt 13,86 kJ·mol−1.[6]

In der Natur kommt Natriumoxalat als das sehr seltene Mineral Natroxalat vor.

Herstellung[Bearbeiten]

Natriumoxalat kann durch die Umsetzung von Oxalsäure mit Natronlauge gewonnen werden.

\mathrm{ H_2C_2O_4 + 2 \ NaOH \longrightarrow \ Na_2C_2O_4 + 2 \ H_2O}

Großtechnisch wird es aus Natriumformiat bei einer Temperatur von 360 °C hergestellt.

\mathrm{ 2 \ HCO_2Na \longrightarrow \ Na_2C_2O_4 + \ H_2}

Außerdem fällt es in großen Mengen als Abfallstoff beim Bayer-Verfahren (Herstellung von Aluminiumhydroxid "Tonerdehydrat") an.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Es kann in Verbindung mit Mangan(II)-sulfid zur Einstellung von Kaliumpermanganat-Maßlösungen (Urtitersubstanz) eingesetzt werden (siehe auch Manganometrie). Bei der Galvanisierung findet eine Lösung namens Natrium-Eisen(III)-oxalat Anwendung, die unter anderem aus Natriumoxalat gewonnen wird. Des Weiteren kann es als Farbgeber (gelb/orange) in der Pyrotechnik verwendet werden. In der Metallurgie findet es Verwendung z.B. bei der Röstung von Vanadiumerzen im Drehofen (Umsetzung von Vanadium(V)-oxid zu Natriummetavanadat). Weitere Anwendungen findet es als Hilfsmittel in der Textilindustrie und als Inhaltsstoff bei Spezialzementen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu CAS-Nr. 62-76-0 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 20. April 2011 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Natriumoxalat. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 29. September 2014.
  3. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. J. Lowe, M. Ogden, A. McKinnon, G. Parkinson: "Crystal growth of sodium oxalate from aqueous solution" in Journal of Crystal Growth 2002, 237-239, S. 408-413. doi:10.1016/S0022-0248(01)01864-4
  5. T. Yoshimori, Y. Asano, Y. Toriumi and T. Shiota: "Investigation on the drying and decomposition of sodium oxalate" in Talanta 1978, 25(10), S. 603-605. doi:10.1016/0039-9140(78)80158-1
  6. M. Z. H. Rozaini, P. Brimblecombe: "The solubility measurements of sodium dicarboxylate salts; sodium oxalate, malonate, succinate, glutarate, and adipate in water from T = (279.15 to 358.15) K" in The Journal of Chemical Thermodynamics 2009, 41(9), S. 980-983. doi:10.1016/j.jct.2009.03.017