Natriumperiodat

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Strukturformel
Natriumion Periodation
Allgemeines
Name Natriumperiodat
Andere Namen
  • Natriummetaperiodat
  • Natriumperjodat
Summenformel NaIO4
CAS-Nummer 7790-28-5
PubChem 23667635
Kurzbeschreibung

farb- und geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 213,89 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,87 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

~ 300 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

mäßig in Wasser (91 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
03 – Brandfördernd 06 – Giftig oder sehr giftig

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​301​‐​315​‐​319​‐​335
P: 220​‐​261​‐​301+310​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Brandfördernd Gesundheitsschädlich
Brand-
fördernd
Gesundheits-
schädlich
(O) (Xn)
R- und S-Sätze R: 8​‐​22​‐​36/37/38
S: 26
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Natriumperiodat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Periodate (genauer das Natriumsalz der Metaperiodsäure). Es liegt in Form eines sehr reaktionsfähigen, brandfördernden, geruch- und farblosen Pulvers vor.

Vorkommen[Bearbeiten]

Natriumperiodat kommt natürlich in geringen Mengen als Beimengung von Chilesalpeter vor.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Natriumperiodat kann aus Natriumiodat dargestellt werden.[4]

\mathrm{NaIO_3 + 4\ NaOH + Cl_2 \longrightarrow Na_3H_2IO_6 + 2\ NaCl + H_2O}
\mathrm{Na_3H_2IO_6 + 2\ HNO_3 \longrightarrow NaIO_4 + 2\ NaNO_3 + 2\ H_2O}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Bei Erhitzung über 300 °C zersetzt sich Natriumperiodat, wobei Natriumoxid und Iod (oder bei Anwesenheit von Feuchtigkeit Iodwasserstoff) entstehen.

Verwendung[Bearbeiten]

Natriumperiodat wird als Maßlösung eingesetzt. Sie kann auch zur Herstellung von 1-Pyrrolin und als Oxidationsmittel (z.B. bei Dihydroxylierungen als Cooxidans) verwendet werden. In der Bioorganischen Chemie dient es zur selektiven Oxidation von aminoterminalen Serinen in Peptiden oder Proteinen. Auf diese Weise werden Glyoxalfunktionen erzeugt. Diese Aldehydischen Gruppen können mit primären Aminen in Schiff'sche Base Reaktionen zur Biokonjugation verwendet werden. Aldehydfunktionen können auch mittels Natriumperiodat vermittelter Oxidation aus 1,2-Diolen, welche in Zuckerresten glycosilierter Biomoleküle vorkommen, erzeugt werden.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Natriumperiodat selbst brennt nicht, aber es kann bestehendene Brände erheblich fördern und reagiert heftig mit brennbaren Stoffen, so dass es bei Kontakt mit solchen zu einer Selbstentzündung kommen kann.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag zu CAS-Nr. 7790-28-5 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 11. November 2008 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Datenblatt Sodium periodate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 14. April 2011 (PDF).
  3. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Georg Bauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. ISBN 3-432-02328-6