Neoselachii

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Neoselachii
Sägerochen (Pristis perotteti)

Sägerochen (Pristis perotteti)

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Unterklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
Teilklasse: Euselachii
ohne Rang: Neoselachii
Wissenschaftlicher Name
Neoselachii
Compagno, 1977

Als Neoselachii werden die rezenten Haie und Rochen, sowie ihre unmittelbaren Vorfahren bezeichnet. Sie unterscheiden sich u. a. durch die starke Einengung der Chorda dorsalis, durch die Verkalkung der Wirbel, die Verschmelzung von Teilen der Gürtelskelette und dem Typ der Hautzähne von den verschiedenen mesozoischen Knorpelfischgruppen. Übereinstimmungen im Bau der Flossenstacheln lassen auf eine Abstammung von den Ctenacanthiformes schließen. Der älteste Hai, der nachweislich zu den Neoselachii gehört, ist Paleospinax priscus aus dem unteren Jura.[1]

Zu den Neoselachii wurden 2006 178 Gattungen und 937 Arten, davon 403 Haie und 534 Rochen, gezählt. Durch Neuentdeckungen nimmt die Anzahl der Arten ständig zu. 28 Arten leben vor allem im Süßwasser, der Rest ist marin.[2]

Innere Systematik[Bearbeiten]

Die Neoselachii wurden traditionell nach der äußeren Erscheinung in Haie und Rochen gegliedert. 1996 wurden die Neoselachi von de Carvalho und Shirai unabhängig voneinander nach morphologische Merkmalen in zwei monophyletische Taxa gegliedert, die Galeomorphii (Galea bei Shirai), zu denen vor allem große, das Freiwasser bewohnende Haie gehören und die Squalea, zu denen viele bodenbewohnende Haie, Tiefseehaie und die Rochen gehören. Die Haie sind damit lediglich ein paraphyletisches Formtaxon.[1][2]

Inzwischen gibt es allerdings mehrere molekularbiologische Untersuchungen, die eine basale Dichotomie von Haien und Rochen bestätigen. Die morphologischen Übereinstimmungen der squalomorphen Haie mit den Rochen sind danach konvergent entstanden. Da sich die Rochen, genau so wie die modernen Haie, schon seit dem frühen Jura in der fossilen Überlieferung nachweisen lassen, wird eine Abstammung der Rochen am Endpunkt einer langen Evolutionslinie der Squalea auch nicht von paläontologischen Daten gestützt.[3][4][2]

In den folgenden Tabellen werden je eine Version der beiden verschiedenen Konzepte der inneren Systematik der Neoselachii dargestellt.

Goldschmid, 2004 [1]
Rochen sind ein Taxon der squalomorphen Haie
Nelson, 2006 [2]
Rochen und Haie stehen gleichrangig nebeneinander

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Alfred Goldschmid: Chondrichthyes. in: W. Westheide und R. Rieger: Spezielle Zoologie. Teil 2. Wirbel- oder Schädeltiere. Spektrum, München 2004. ISBN 3-8274-0307-3
  2. a b c d Joseph S. Nelson, Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7
  3. C. J. Winchell, A. P. Martin, J. Mallatt: Phylogeny of elasmobranchs based on LSU and SSU ribosomal RNA genes. Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 31, Issue 1, April 2004, Pages 214-224 Abstract
  4. C. J. Underwood: Diversification of the Neoselachii (Chondrichthyes) during the Jurassic and Cretaceous. Paleobiology, 32 (2) (2006). pp. 215-235. PDF